Verkleidete Demonstranten protestieren gegen die hohen Strompreise.
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Kein Halloween, aber auch furchteinflößend: Spanier demonstrieren gegen die hohen Strompreise.

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Spanien auf einen Blick: Kurznachrichten der Woche

  • Stephan Kippes
    VonStephan Kippes
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Was ist in dieser Woche in Spanien passiert? Aktuelle Kurz-Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft im Überblick.

Mit uns bleiben Sie auf dem Laufenden: Wir fassen aktuelle Nachrichten aus Spanien kurz und knapp zusammen und berichten über die wichtigsten Ereignisse aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft. 

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Montag, 1. November

Torrent - Für ein blutiges Allerheiligen sorgt eine Schießerei am Friedhof von Torrent, bei Valencia. Das Motiv scheint eine Familienfehde unter Angehörigen der Roma zu sein. Gegen 10 Uhr eröffnet ein Clan das Feuer auf zwei Männer am Friedhof. Ein 78-jähriger Mann wird von einer verirrten Kugel tödlich getroffen, ein 44-jähriger Mann stirbt nach mehrern Schusswunden, sein 20-jähriger Sohn gilt als verletzt.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Sonntag, 31. Oktober

Madrid – Der Strompreis fällt auf 79 Euro die Megawattstunde. Seit 7. August ist der Tarif nicht mehr so „günstig“. Trotz des von Wind und Regen gezähmten Tarifs geht der Monat Oktober als teuerster Strom-Monat aller Zeiten in Spanien ein. Der Durchschnittspreis lag bei 200 Euro die Megawattstunde.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Samstag, 30. Oktober

Málaga – Die erste große Prozession seit Beginn der Coronavirus-Pandemie lockt rund 200.000 Besucher nach Málaga, 16 Throne tragen Gläubige bei der Procesión Magna durch die Straßen der Stadt, 14 Stunden ziehen sich die Umzüge hin, mit denen auch das 100-jährige Bestehen des Verbundes der 41 Laienbruderschaften in Málaga begangen wird.

Elche – Auch Elche kann Real Madrid nicht stoppen. Mit dem 2:1-Sieg setzt sich Real Madrid an die Spitze der Primera Division. Derweil bleibt der Erzrivale FC Barcelona auch nach der Trennung von Trainer Ronald Koeman sieglos. Auch mit Interimscoach Sergi Barjuan kommen die Katalanen über ein 1:1 gegen Deportivo Alaves nicht hinaus.

La Palma - Die Kanareninsel La Palma wird vom stärksten Erdbeben seit dem Vulkanausbruch vor knapp sechs Wochen erschüttert. Die Erdstöße am Samstagmorgen erreichen eine Stärke von 5,0 und sind sogar auf drei weiteren Kanareninseln, Teneriffa, La Gomera und El Hierro zu spüren. Schäden werden nicht gemeldet. Da die Erdstöße in Tiefen von mehr als 30 Kilometern stattfinden, stellen sie keine bedeutende Gefahr dar.

Madrid – Auf den Friedhöfen in ganz Spanien werden die Grabstätten mit Blumen geschmückt und für Allerheiligen schön gemacht.

Rom – Beim G-20-Gipfel kommt es zu einer sehr kurzen Unterredung zwischen Ministerpräsident Pedro Sánchez und US-Präsident Joe Biden. Pedro Śánchez nimmt als Gast am G-20-Gipfel teil und nutzt die Gelegenheit für bilaterale Treffen. Bei dem Gipfel gelten die Covid-19-Impfung und der Klimawandel als die großen Themen.

Madrid – Die Winterzeit kehrt in der Nacht vom Samstag auf Sonntag ein. Die Uhren werden am Sonntag, 31. Oktober, um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Es wird morgens früher hell und abends schneller dunkel.

Madrid – Der Strompreis bricht um 51 Euro ein und fällt auf 124,05 Euro die Megawattstunde. Seit fast einen Monat war der Tarif nicht mehr so “günstig”. Damit ist der Großmarktpreis für Strom am Samstag und Freitag um 44 Prozent gesunken.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Freitag, 29. Oktober

Madrid – Viel Verkehr prognostiziert die Straßenverkehrsdirektion DGT für das lange Wochenende um Allerheiligen am Montag. Die DGT rechnet mit 5,5 Millionen Verkehrsbewegungen, rund 1,5 Prozent mehr als an Allerheiligen 2019 – obwohl vor zwei Jahren der Feiertag auf Dienstag fiel und das verlängerte Wochenende einen Tag länger war. Dies geht einher mit dem Aufruf zu einer defensiven Fahrweise - auch wegen der widrigen Witterungsbedingungen. Es soll an allen vier Tagen in Spanien regnen. Fuß weg vom Gas, Hände weg vom Handy und den Sicherheitsgurt anlegen - die Guardia Civil kontrolliert mit über 1.300 Radargeräten, 216 Kameras, 39 Drohnen und 13 Helikoptern den Verkehr. Auch auf den Flughäfen soll reger Betrieb herrschen. Die spanische Flughafenbetreibergesellschaft AENA erfasst für das Wochenende knapp 18.000 Flüge, 7.500 davon im Inland und 10.500 Auslandsflüge. Das sind fast 8.000 Flüge weniger als 2019.

Madrid – Das Verfassungsgericht dämpft die Hoffnungen auf Regressforderungen wegen der gekippten Wertzuwachssteuer. Aussichten auf eine Rückzahlung der verfassgungswidrigen Plusvalía haben nur Personen, die vor dem Urteilsspruch dagegen geklagt haben. Das Verfassungsgericht hat diese Woche am 26. Oktober die Berechnungsgrundlage für die kommunale Wertzuwachssteuer für unrechtmäßig erklärt, unter anderem auch, weil viele Menschen für einen Wertzuwachs besteuert wurden, den es gar nicht gab, etwa weil sie die Immobilien unter dem ursprünglichen Kaufwert veräußert haben.

Madrid – Die Regierungskoalition nimmt in extremis die erste große Hürde für den Haushalt und verhindert fünf Minuten vor dem Ende des Sitzungtags des Parlaments um 14 Uhr, dass die katalanischen Republikaner der ERC den Entwurf ablehnen. Kurz zuvor verzichten auch die baskischen Nationalisten darauf den Haushalt zu blockieren. Damit wird der Weg für die Parlamentsdebatte um den Haushaltsentwurf 2022 frei. Die gemäßigten baskischen Nationalisten der PNV bringen dafür die Abwicklung des Grundgehalts mit nach Hause, allerdings haben sie bereits seit einem Jahr die Zusicherung der Regierung, den Verwaltungsprozess des ingreso mínimo vital im Baskenland abwickeln zu können. Es hat an der Umsetzung gehapert. Als schwieriger gestalten sich die Verhandlungen mit der ERC über das zukünftige Gesetz für audiovisuelle Medien. Die Separatisten bestehen auf einer Quote, die den Anteil von Produktionen in den drei regionalen Amtssprachen catalán, gallego und euskadi (baskisch) auf Plattformen wie Netflix festlegt. Für ERC-Sprecher Gabriel Rufían nicht nur eine ideologische Frage, sondern auch eine wirtschaftliche. Angeblich verdienen in Katalonien 26.000 Menschen ihr Auskommen im Sektor der audiovisuellen Medien. Allerdings gelten Regionalsprachen für internationale Plattformen als Investitionsbremse. Die Regierung sichert zu, die ERC in die Verhandlungen einzubeziehen und die “Mehrsprachigkeit zu schützen und zu verbessern”. Ferner verpflichtet sich die Regierung zu einer seit zehn Jahren fälligen Transferleistungen für Stipendien in Höhe von 18 Millionen Euro, gewährt Katalonien Mitsprache beim Grundgehalt und sichert Investitionen in Entwicklungsarbeit zu. Damit kann die Regierung beruhigt in die erste Haushaltsdebatte am Mittwoch gehen, da bei der Abstimmung am Donnerstag die sieben Anträge auf eine Rückgabe des Entwurfs zur Neubearbeitung wohl keine Mehrheit bekommen werden. Darin schließen sich Neuverhandlungen über den Etat an, bei denen es um das Eingemachte geht, und im Dezember soll der Haushalt dann seinen Weg durch die Instanzen gehen.

Madrid - Das geplantes Verbot von Süßigkeitenwerbung, die auf Kinder abzielt,  bringt Unternehmer auf die Barrikaden. „Überrascht und empört“, gibt sich der Spanische Verband der Lebensmittel- und Getränkeindustrie (FIAB). Der Verbraucherschutzminister Alberto Garzón kündigte am Vortag das neue Gesetz zur Regulierung der Süßigkeitenwerbung an, das 2022 in Kraft treten soll. Kekse, Bonbons, Eis, Schokolade und Kuchen sowie Softdrinks, Limos und andere zuckerhaltige Getränke fallen darunter. Von einem „unbegründeten und ungerechtfertigten Angriff“, spricht FIAB-Generaldirektor Mauricio García de Quevedo und verbietet sich den Ton. „Eine Mitteilung, die davon spricht, Kinder vor der Lebensmittelindustrie zu schützen, ist inakzeptabel.“ Verbraucherschutzminister Garzón bezeichnet die Gesundheitslage als „besorgniserregend“. 23,3 Prozent aller Bürger leiden an Übergewicht, 17,3 Prozent sogar an Fettleibigkeit. Einkommensschwache Familien seien viel stärker von den Folgen ungesunder Ernährung betroffen als besser situierte Menschen. Ähnliche Regulierungen gebe es unter anderem in Großbritannien, Norwegen und Portugal.

Das Verbraucherministerium will Werbung für Süßigkeiten verbieten, die speziell Kinder anspricht.

Madrid - Die Großbank BBVA hat im dritten Quartal dank einer deutlichen Erholung des Heimatgeschäfts und guten Ergebnissen in Mexiko so viel verdient wie selten. In Spanien legte der Gewinn um ein Drittel auf 478 Millionen Euro zu. Der Überschuss sei in den Monaten Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank mit. Dies sei einer der höchsten Quartalsgewinne in der Geschichte des Finanzkonzerns.

Madrid – Aus dem Weg räumt die Regierungskoalition den Streit um die Reform des umstrittenen Gesetzes für Bürgersicherheit, landläufig auch als Maulkorbgesetz bekannt. Die Spannungen zwischen den Sozialisten und Unidas Podemos entladen sich bei den sogenannten heißen Abschiebungen von irregulären Immigranten direkt beim Grenzübertritt vor den Exklaven Ceuta und Melilla. Die Linken wollen diese auch von den Vereinten Nationen abgelehnte Praxis der devolución en caliente, die erst 2015 mit dem Gesetz Ley de Seguridad Ciudadana legalisiert wurde, nicht mittragen. Nun einigen sich die Koalitionspartner darauf, den Streitpunkt in das Ausländergesetz abzuschieben, um so die Reform des Gesetzes für Bürgersicherheit angehen zu können.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Donnerstag, 29. Oktober

Lardero - Ein neunjähriges Kind ist in der Region La Rioja vermutlich ermordet worden. Die Polizei hat in der Kleinstadt Lardero unweit der Hauptstadt Logroño einen 54-jährigen Mann verhaftet, dem der Tod des Kindes zur Last gelegt wird. Der Junge soll Polizeimeldungen zu Folge von dem mehrfach vorbestraften Mann aus einem Park gelockt worden sein. Donnerstagabend gegen 20.45 Uhr der Junge tot in dem Eingangsbereich des Wohnhauses gefunden, in dem der Verdächtige lebt. Der 54-jährige Verhaftete war 1998 wegen Mordes verurteilt worden und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Vorstrafen wegen sexueller Übergriffe.

Spanien und Portugal haben ein neues Freundschafts- und Kooperationsabkommen geschlossen.

Madrid – Ministerpräsident Pedro Sánchez und der strauchelnde Regierungschef Portugals, Antonio Costa, schließen einen neuen Friedens- und Kooperationsvertrag ab. Dieses Vertragswerk gilt als Fortsetzung des 1977 unterzeichneten Tratado de Amistad y Coóperación und fügte damals noch nicht so bedeutende Belange wie die Globalisierung, die Gleichberechtigung der Geschlechter, der Kampf gegen Terrorismus und internationales Verbrechen oder Verpflichtung zur Erfüllung europäischen Vorgaben ein. Das Abkommen wird überschattet von den politischen Schwierigkeiten, in denen die sozialistische Regierung von Portugal steckt nach der Ablehnung ihres Haushalts-Entwurfs. Dazu schreibt die Zeitung „La Vanguardia“ folgenden Kommentar: „La Vanguardia“: „Portugal hat in den letzten Jahren eine Phase bemerkenswerter politischer Stabilität erlebt. Genauer gesagt seit der Bildung des Linksbündnisses nach der Parlamentswahl von 2015. Diese Stabilität kam dem Land auch während des gesamten Zeitraums der Pandemie zugute. Die Harmonie zwischen Regierung und Opposition in der Gesundheitspolitik wurde zum Beispiel hier bei uns in Spanien mit Neid beobachtet. Die Lage hat sich inzwischen geändert. Portugal wartet auf 16,6 Milliarden Euro an außerordentlichen Hilfen aus dem europäischen Corona-Wiederaufbaufonds. Unter diesen Umständen wollen der Linksblock BE und die PCP (die Kommunistische Partei) die zurückhaltende Ausgabenpolitik von Costa nicht mehr unterstützen. Es drohen Neuwahlen. Es ist schwierig, die unmittelbare Entwicklung der politischen Lage in Portugal vorherzusagen. Alles deutet jedoch darauf hin, dass die jüngste Zeit der Harmonie vorbei ist.“

Torrevieja - Ein „Lumpensammler“ findet in einem Müllcontainer in der Ferienstadt Torrevieja im Süden der Costa Blanca Teile einer Leiche. Nach nur zwei Stunden wird eine 68-jährige Frau aus Finnland als Opfer identifiziert. Die Polizei verhaftete den Ehemann wegen dringenden Tatverdachts des Mordes.

Madrid - Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, gilt in Spanien gerade noch als gering. Die 14-Tagesinzidenz der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bezogen auf 100.000 Einwohner zieht auf 49 (Sieben-Tagesinzidenz 24) an, die Region Andalusien meldet 33 (15), Valencia und Murcia liegen mit 53 (26) beziehungsweise 57 (25) über der 50er-Marke und verzeichnen bereits ein mittleres Ansteckungsrisiko, wie unter anderem Katalonien mit 65 und die Balearen mit 74 auch. Mit als ein Grund für die Zunahme gilt die neue Coronavirus-Variante Delta Plus.

In spanischen Regionen wie Valencia geht die Grippeimpfung einher mit der Verabreichung der dritten Dosis gegen Corona.

Madrid – Die Volkspartei wird wegen Korruption verurteilt. Das Strafgericht hält es in seinem Urteil für erwiesen, dass millionenschwere Renovierung des Parteisitzes in der Calle Génova mit Schwarzgeld bezahlt wurde. Dafür wird der damalige Schatzmeister der PP, Luis Bárcenas, zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er soll der Firma Unifica über eine Million Euro „ohne Rechnung und abseits der offiziellen Buchführung“ mit Geldern bezahlt haben, „die nicht beim Finanzamt deklariert“ waren. Das Strafgericht verurteilt zudem die Volkspartei wegen Beihilfe zu mehr als 123.500 Euro Strafe. Mehr schmerzen dürfte die Volkspartei, dass das Gericht die Existenz einer Schwargeldkasse – der berüchtigten caja b – wider aller Beteuerungen von ehemaligen PP-Spitzen wie Mariano Rajoy und José Mario Aznar als erwiesen sieht. Die Volkspartei kündigte ja bereits an, aus dem in Verruf geratenen Gebäude ausziehen zu wollen, was bis dato noch nicht passiert ist. Schatzmeister Luis Bárcenas sitzt bereits in Haft wegen des Korruptionsfalls „Gürtel“.  

Madrid – Die Inflation erreicht in Spanien 5,5 Prozent – einen so hohen Wert erfasst das Institut für Statistik seit 29 Jahren nicht mehr. In diese Höhe treiben die Preise Strom, Brennstoffe, die steigende Nachfrage bei Engpässen in Transport, Lieferung und Produktion. Es deutet sich immer mehr ein, dass die Wachstumsprognosen der Regierung sehr optimistisch ausfallen. Auch das Bruttoinlandsprodukt wächst im Zeitraum von Juli bis Oktober mit zwei Prozent weniger stark als erhofft.  

Barcelona - Nach der Trennung von seinem glücklosen Fußball-Trainer Ronald Koeman ernennt der FC Barcelona den bisherigen Trainer der B-Mannschaft, Sergi Barjuan, übergangsweise zum Nachfolger. Der 49-Jährige werde die Mannschaft solange betreuen, bis ein neuer Trainer unter Vertrag genommen werde, teilte der Club mit. Nach einem Bericht der Zeitung „Sport“ soll Xavi Hernández Koemans Nachfolge antreten. Allerdings steht der Ex-Profi noch bis 2023 in Katar als Cheftrainer für Al-Sadd SC unter Vertrag.  Barjuan war von 1988 bis 2002 Spieler beim FC Barcelona, von 1993 in der ersten Mannschaft. Anschließend wechselte er zu Atlético Madrid, wo er seine Spielerkarriere 2005 beendete.

Madrid – Die Arbeitslosenzahl geht im dritten Quartal weiter zurück. Die Rate sinkt auf 14,57 Prozent im Zeitraum von Juli bis September, liegt aber noch immer über dem Niveau vor der Coronavirus-Krise. Neue Jobs sind vor allem im Dienstleistungsbereich entstanden. 377.200 neue Stellen wurden im Dienstleistungssektor registriert, in der Industrie 63.000.

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