Politische Karte von Spanien.
+
Reisen innerhalb von Spanien ist seit 9. Mai 2021 wieder möglich. Hinsichtlich anderer Covid-Restriktionen wird das Land endgültig zum Flickenteppich.

Covid-Regeln in Spanien

Spanien nach dem Alarmzustand: Corona-Regeln, alle Regionen - Updates

  • Marco Schicker
    vonMarco Schicker
    schließen

Am 9. Mai endete in Spanien der landesweite Coronavirus-Notstand. Reisen innerhalb des Landes ist wieder möglich. Welche Regeln derzeit in jeder einzelnen Region von Mallorca, über das Land Valencia, Madrid, Murcia und Andalusien bis zu den Kanarischen Inseln gelten.

Update, 20. Mai: Die Region Valencia hat die niedrigste Inzidenz in ganz Spanien. Dennoch (oder gerade deshalb) bleibt die valencianische Landesregierung vorsichtig und verlängert die nächtliche Ausgangssperre ein weiteres Mal. Die aktuellen Corona-Regeln für die Region Valencia.

Die Regierung in Madrid macht zudem Andeutungen, dass die Maskenpflicht im Freien in Spanien in „nicht so vielen Tagen“ modifiziert werden könnte, außerdem gibt es Neuigkeiten zur Einreise aus Drittstaaten in die EU für Menschen, die vollständig geimpft sind. Aktuelle Lage Coronavirus in Spanien.

Update, 12. Mai: Die nächtlichen Ausgangssperren auf den Kanarischen Inseln und in der Region Navarra, die seitens der Landesregierungen noch zumindest bis Ende Mai aufrecht erhalten bleiben sollten, wurden von den dortigen Oberlandesgerichten gekippt. Anders in der Region Valencia, wo das Oberlandesgericht die Ausgangssperre von 24 bis 6 Uhr bis 24. Mai genehmigt hat. Valencia ist somit neben den Balearen die einzige Region in Spanien, in der nachts noch eine Ausgangssperre gilt. Die Generalstaatsanwaltschaft hat zudem erklärt, dass Anträge vor Gerichten auf eine Abriegelung gesamter Regionen keine Aussicht auf Erfolg haben werden, wohl jedoch für einzelne Orte oder Gesundheitsbezirke, wenn die Fallzahlen das entsprechend rechtfertigen.

Erstmeldung, 9. Mai: Madrid - Die wichtigste Änderung für ganz Spanien: Reisen innerhalb Spaniens sind ab 9. Mai wieder unbeschränkt möglich, die Abriegelung der Regionen fällt mit dem Ende des Coronavirus-Notstands in Spanien. Damit wird auch die Durchreise, zum Beispiel durch Katalonien an die Costa Blanca mit dem Auto wieder möglich oder auch die Weiterreise nach Portugal, das am 1. Mai seine Grenze zu Spanien wieder öffnete. Der Sommer-Urlaub in Spanien ist trotz Corona also grundsätzlich möglich*, wie auch wa.de* berichtet. Auch die Madrilenen können nun endlich wieder legal in ihre Zweitwohnungen an der Mittelmeerküste fahren. Zum Ende des Notstands glühten viele in Madrid schon einmal vor, die Polizei sah sich am Wochenende des 9. Mai hilflos Besäufnissen und Massenpartys in Spaniens Hauptstadt, aber auch Barcelona und anderen Städten gegenüber.

Einige Regionen, wie das Baskenland, stellten zwar Überlegungen an, die Abriegelung aufrecht zu erhalten, doch Gerichte mahnten bereits, dass diese Einschränkung der Bewegungsfreiheit ohne nationalen Notstand nicht pauschal für ganze Regionen zu machen sei. Das schließt nicht aus, dass einzelne Orte oder Kreise (comarcas) mitunter zeitweise gesperrt werden können, wenn die Lage es erfordert.

Für die Einreise nach Spanien aus dem Ausland gelten die bekannten Regeln zur Testpflicht und Einreiseanmeldung.

Reisen in Spanien: Regionen offen, aber Maskenpflicht bleibt - Tests bei Einreise Pflicht - Sperrstunde und Ausgangssperre in jeder Region anders

Ebenfalls einheitlich für ganz Spanien bleibt die Maskenpflicht aufrecht. Die Regierung hatte diese in einem separaten Gesetz verankert, daher bleibt das Gebot zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes auch nach dem 9. Mai - bis auf Widerruf - aufrecht, dieses gilt grundsätzlich auch im Freien. Ausnahmen gibt es am Strand, beim Sport und in Ausnahmesitutationen. Alles Weitere zur Maskenpflicht in Spanien.

Der Gesundheitsschutz und somit auch der Seuchenschutz hinsichtlich des Coronavirus obliegt in Spanien ansonsten gänzlich den Regionen, also den Bundesländern. Da die Lage hinsichtlich der Fall- und Krankenzahlen und auch die Vorsicht der jeweils regierenden Landesregierungen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist, gelten von Region zu Region andere Normen, die sich allerdings wöchentlich ändern können. Dabei ist zu beobachten, dass Regionen mit niedrigeren Fallzahlen mitunter deutlich striktere Restriktionen auferlegen, als solche mit hohen Inzidenzen. Die individuelle Vorsicht ist also geboten. Und eine weitere wichtige Info: Es gibt in Spanien - bisher - keine Privilegien für Geimpfte. Mehr zur Coronavirus-Impfung in Spanien.

Nachfolgend die Coronavirus-Regeln und -Restriktionen für alle spanischen Regionen ab 9. Mai. (Stand: 7. bzw. 8. Mai 2021, Quellen: Landesgesundheitsministerien, alle Angaben ohne Gewähr. In Klammern die jeweilige 14-Tage-Inzidenz am Freitag, 7. Mai, zur Orientierung)

Coronavirus-Regeln in Spaniens wichtigsten Urlaubsregionen nach Ende des Notstands am 9. Mai

Balearen (59): Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera bleibt zunächst auch nach Ende des landesweiten Notstands in Spanien eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr in Kraft. Die Gastronomie auf Mallorca schließt entsprechend um 22.30 Uhr. Ein Gericht hat zudem den Balearen das Recht zuerkannt, die gesundheitlichen und sonstigen Einreisekontrollen (Testpflicht und Angabe des Aufenthaltsortes) an den Flughäfen für alle Reisenden, Ausländer wie Spanier aufrecht zu erhalten. Kirchen dürfen nur bis 50 Prozent der Kapazität gefüllt sein. Alle Maßnahmen gelten zunächst bis 23. Mai.

Kanarische Inseln (91): Auch die Kanaren behalten die nächtliche Ausgangssperre aufrecht, ebenso die Einreisekontrollen, die sich nach dem jeweiligen Risikolevel richten und können auf jeder Insel anders sein. Derzeit befinden sich Fuerteventura, La Gomera und La Palma auf Warnstufe 1, Tenerife, El Hierro, Gran Canaria und Lanzarote auf Warnstufe 2. UPDATE, 12. Mai: Das Oberlandesgericht der Kanarischen Inseln hat am Mittwoch, 12. Mai, die nächtliche Ausgangssperre gekippt. Die Landesregierung will dahingehend keine weiteren rechtlichen Schritte einleiten.

Katalonien (256): Trotz der verhältnismäßig hohen Inzidenz fällt in Katalonien die nächtliche Ausgangssperre mit Ende des Notstands am 9. Mai, allerdings müssen Restaurants und Bars um 23 Uhr schließen, Geschäfte bis 22 Uhr. Private Treffen bleiben auf sechs Personen beschränkt, am Freitag bestätigte das katalanische Höchstgericht diese Maßnahme als rechtens. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Ende des Ausgangssperre für größere Fiestas im privaten Rahmen missbraucht wird.

Valencias Landesministerpräsident Ximo Puig bleibt vorsichtigt, zu lange kämpfte das Land um die guten Corona-Werte.

Valencia (41): Die Region rund um die Costa Blanca, die seit Wochen die besten Corona-Fallzahlen von Spanien und sogar von fast ganz Europa aufweist, ist ab 10. Mai auch für die Ein- und Ausreise offen, behält dennoch zunächst auch die nächtliche Ausgangssperre bei, verringert sie aber ab Sonntag, 9. Mai, von Mitternacht bis 6 Uhr. Die Gastronomie darf nun wieder bis 23.30 Uhr öffnen. Maximal zehn Personen dürfen an einem Tisch im Lokal (bis 50 Prozent der Kapazität) oder auf dessen Terrasse Platz nehmen oder sich im Privaten treffen. Kirchen und andere Gebetsstätten dürfen bis 75 Prozent ihrer Kapazität befüllt werden. Alle Weiteren Infos zum Coronavirus in der Region Valencia (Costa Blanca).

Andalusien (193): Andalusien hat einen Drei-Stufen-Plan beschlossen, der an die Inzidenz und die Durchimpfungsrate gekoppelt wurde. Die erste Stufe vom 9. bis 31. Mai umfasst die Öffnung der Region und das Ende der nächtlichen Ausgangssperre. Die Schließung der acht Provinzen untereinander, die Andalusien sehr lange aufrecht erhielt, fiel bereits in der Vorwoche. Die Gastronomie, auch an der Costa del Sol und der Costa de la Luz darf bis Mitternacht öffnen, Nachtbars und Diskotheken bis 2 Uhr. Je nach Inzidenz des Ortes können bis zu maximal acht Personen innen und zehn auf Terrassen an einem Tisch sitzen, das gleichte gilt für private oder soziale Treffen. Angemeldete Veranstaltungen werden - wenn es die Kapazität des Ortes hergibt - auf 300 in Innenräumen und 500 Open Air beschränkt. Alles Weitere zu Andalusiens 3-Phasen-Plan.

Murcia (70): Die Region rund um die Costa Cálida kippt am 9. Mai ebenfalls die nächtliche Ausgangssperre, die Gastronomie darf bis Mitternacht und wieder ab 6 Uhr morgens öffnen. Landesministerpräsident Fernando López Miras kündigte am Freitag jedoch an, dass er alle Orte mit einer 14-Tage-Inzidenz über 250 unter Quarantäne stellen wird sowie all jene Orte, wo die Inzidenz mehr als 80 Prozent gegenüber der jeweiligen Vorwoche ansteigt. Mehr zu den Coronavirus-Regeln in der Region Murcia.

Coronavirus-Regeln in allen anderen spanischen Regionen ab 9. Mai

Aragón (297): Keine Ausgangssperre, Absperrung der Orte und Kreise mit den höchsten Inzidenzen (derzeit Tarazona, Jaca, Calatyud, sowie die Kreise Cinco Villas, Campo de Cariñena, Ribera Alta del Ebro, Valdejalón).

Asturien (118): Gastronomie ist bis 1 Uhr geöffnet, maximal sechs Personen pro Tisch. Großveranstaltungen bleiben untersagt, Kongresse und Konferenzen bis maximal 300 Personen. Die Landesregierung verhandelt mit den Gerichten ein Notgesetz, um schnell einzelne Orte absperren zu können.

Den Forderungen der Gastronomie nachkommend, sind die Öffnungszeiten der Lokale in Andalusien verlängert worden.

Kantabrien (239): Sperrstunde für Geschäfte und Gastronomie ab 9. Mai 22.30 Uhr, mit Ausnahmen für Anbieter von Basisdienstleistungen (Apotheken, Tierarzt-Notdienste etc.), aber keine Ausgangssperre mehr.

Kastilien La Mancha (203): Die Landesregierung bittet darum, freiwillig eine nächtliche Ausgangssperre einzuhalten, verpflichtend ist sie in Don-Quixote-Land nicht mehr. Man wolle sich "Qualen vor Gerichten" ersparen, werde aber eingreifen, wo die Inzidenz außer Kontrolle gerate.

Kastilien und León (174): Auch in der größten Region Spaniens darf die Gastronomie nun bis 24, statt wie bisher bis 22 Uhr öffnen, mit einer Corona-Ampel will die Landesregierung die Kontrolle bewahren, so wird das Innere der Lokale ab einer Inzidenz von 150 geschlossen.

Extremadura (100): Auch ganz im Westen Spaniens dürfen Lokale wieder bis Mitternacht öffnen.

Galicien (95): Die Gastronomie darf bis 23 Uhr (Bars) und 1 Uhr (Restaurants) öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre bleibt für Orte mit einer Inzidenz von über 500 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen 14 Tagen oder 200 binnen 7 Tagen aufrecht. Für die anderen Orte gilt zwar keine Ausgangssperre in der Nacht, allerdings ein Versammlungsverbot für Menschen, die nicht in einem Haushalt wohnen, - so wolle man verhindern, dass die Bar in Wohnungen verlegt werde, sagte Landeschef Alberto Núñez Feijóo.

Madrid (324): Die Hautpstadtregion, die wochenlang die schlimmsten Covid-Zahlen produzierte (jetzt nur vom Baskenland überholt), schafft ebenfalls die nächtliche Ausgangssperre ab, die Gastronomie darf von 6 bis 24 Uhr öffnen, eine Stunde länger als vor dem 9. Mai. Die Zahl der Personen an einem Tisch bleibt auf sechs außen und vier innen begrenzt. Das Verbot von privaten Treffen zu Hause entfällt, die Landesregierung "empfiehlt" auf solche Treffen zu verzichten. Kultureinrichtungen können 75 Prozent ihrer Plätze verkaufen.

Navarra (306): Bis 20. Mai will Navarra die nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr aufrecht erhalten, ebenso die Begrenzung privater Treffen auf sechs Personen. Die Lokalterrassen dürfen nur bis 22 Uhr offen bleiben. UPDATE 12. Mai: Die nächtliche Ausgangssperre wurde gerichtlich gestoppt.

Baskenland (463): Trotz einer katastrophalen Inzidenz, die elf Mal über der von Valencia liegt, hat der Oberste Gerichtshof des Baskenlandes der Landesregierung sowohl eine nächtliche Ausgangssperre wie die Abriegelung der Region untersagt, ebenso die Beschränkung der Zahl von Menschen, die sich privat treffen dürfen. Die Landesregierung steht derzeit blank da und versucht nun, wie andere Regionen, mit den Gerichten partielle Eingriffe möglich zu machen.

La Rioja (269): Keine Ausgangssperre, Gastronomie darf bis Mitternacht öffnen.

Ceuta (103): Die autonome Stadt in Nordafrika verfügt die Schließung von Geschäften und Gastronomie ab Mitternacht, Kontaktbeschränkung auf sechs Personen.

Melilla (305): Spaniens anderer Außenposten in Marokko limitiert Treffen auch auf sechs Personen und bittet Einreisende um einen Antigen-Schnelltest, der aber freiwillig ist.

Weitere Infos und wichtige Links zum Coronavirus in Spanien. *costanachrichten.com und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare