Coronavirus in Spanien und Reisen.
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Trotz viel Reisetätigkeit bleibt das Corona-Risiko in Spanien gering.

Coronavirus in Spanien

Impfschutz hält: Spanien hat Coronavirus besser im Griff als restliches Europa

  • Stephan Kippes
    VonStephan Kippes
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Das Coronavirus schafft es in Spanien derzeit kaum, den Impfschutz zu durchbrechen. Das Land verzeichnet weitaus weniger Neuinfektionen als alle anderen Länder Europas, die Krankenhäuser sind fast leer. Die UNO spricht allerdings von einem „weltweiten Scheitern“ im Kampf gegen das Virus.

Update, Freitag, 5. November: Die 14-Tagesinzidenz der Neuinfektionen mit dem Coronavirus unter 100.000 Einwohnern ist in Spanien auf 51,61 gestiegen und hat somit das Limit überschritten, das ein Ansteckungsrisiko als niedrig einstuft. Die Regionen Andalusien und Murcia bleiben mit 32,81 und 49,63 darunter, in Valencia zieht der Wert auf 58 an.

Madrid – Spanien schrammt mit Ach und Krach unterhalb des Grenzwerts eines niedrigen Corona-Infektionsrisikos entlang. Eine 14-Tages-Inzidenz von 49,31 vermeldet das spanische Gesundheitsministerium am Mittwoch gemessen an dem statistischen Wert der Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern. Das ist nicht viel, bedenkt man, dass die Vorzeichen auf eine Zunahme der Infektionen stehen: Sinkende Temperaturen, hohe Mobilität aufgrund der Feiertage und Brückenwochenenden in Spanien und ein laxerer Umgang mit Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand, Atemschutz und Hygiene.

Extrem hohe Impfquote in Spanien hält Corona in Schach - Krankenhäuser kaum belastet

Die außerordentlich hohe Impfrate in Spanien scheint Corona aber im Bann zu halten – 88,7 Prozent der impffähigen Bevölkerung verfügen in Spanien über den kompletten Impfschutz.

Bleibt abzuwarten, ob Halloween Nachwehen bringt. Die Landesregierung Valencia meldete am Dienstag 670 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, ein bedeutender Anstieg zu den 270 vom vorherigen Donnerstag. Außerdem hat Valencia die Zone des geringen Ansteckungsrisiko hinter sich gelassen und verzeichnet eine Inzidenz von 55. Die Kanaren und Katalonien liegen auch knapp über 50, die Balearen melden mit einer Inzidenz von 89 den aktuell schlechtesten Wert in Spanien.

Die allgemeine Tendenz geht an der Küste klar nach oben, aber der Anstieg fällt sehr leicht aus und spanienweit stagniert er sogar. Das Gesundheitswesen kann durchatmen, Covid-19 setzt in keiner Region die Krankenhäuser unter Druck. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden in Spanien nur 1.825 Covid-19 Patienten stationär behandelt, 1,48 Prozent der Krankenhausbetten werden von Covid-19 Patienten beansprucht und 411 Corona-infizierte Patienten auf den Intensivstationen beanspruchen 4,50 Prozent der UCI-Einheiten.

Corona in Europa: Besorgniserregende Anstiege

Spanien hat die Pandemie derzeit im Griff. Kein anderes europäisches Land bleibt unter der 50er Marke geschweige denn liegt mit seiner Inzidenz auch nur in der Nähe davon. Nur Italien hält die Neuinfektionen mit 92 noch klar unter 100 und gut unter Kontrolle, im Bereich des mittleren Ansteckungsrisikos tummeln sich Schweden, Frankreich und Portugal. Würde man nur die Inzidenz heranziehen, könnten die Schweiz und Polen schon als Hochrisikogebiete bezeichnet werden, in allen anderen EU-Ländern liegen die 14-Tages-Inzidenzen jenseits von 250 und das Ansteckungsrisiko könnte als extrem eingestuft werden, vor allem in England, Rumänien, Belgien und in der Ukraine. Von Russland und China mal gar nicht zu reden.

Mutet etwas gewagt an, wenn in Spanien blind auf die hohe Impfrate vertraut und bisweilen schon von der Zeit nach Corona gesprochen wird. Beim G-20 Gipfel zeichneten die Politiker Momentaufnahmen der Pandemie, die in einem krassen Gegensatz zu der idyllisch anmutenden Situation in Spanien stehen, wo Corona derzeit überhaupt keine Rolle mehr im Alltagsleben zu spielen scheint.

„Von einem weltweiten Scheitern“, sprach UN-Generalsekretär António Guterres. Fünf Millionen Tote schreibt die John Hopkins Universität der Pandemie auf diesem Planeten zu. Allein 745.800 US-Amerikaner, 607.800 Brasilianer und 458.000 Inder haben die Infektion mit dem Coronavirus nicht überlebt. Spanien beklagt 87.420 Todesopfer und erfasst knapp über fünf Millionen Infizierte.

Herbstferien haben angefangen. Endlich ermöglicht es die gute Corona-Situation wieder, Angehörige an spanischen Flughäfen abzuholen und zu umarmen.

Nicht die Toten und Infizierten stellen die UN derzeit im Kampf gegen die Pandemie vor große Schwierigkeiten. Es ist der Impfschutz gegen das Coronavirus und katastrophale Versorgungssituation in vielen Krankenhäusern dieser Welt.

Weltweiter Impfschutz nötig: Reiche Länder müssen helfen

Während reiche Länder schon zum dritten Mal die Spritze verabreichen, haben etliche Länder in Afrika, Asien und Südamerika noch nicht einmal die erste Runde hinter sich gebracht. Was nicht nur die Solidarität der Weltgemeinschaft in Frage stellt, sondern auch den Impfschutz an sich gefährden könnte. Was, wenn irgendwo die erste Virusvariante auftaucht, gegen die kein zur Verfügung stehendes Mittel schützt?

Spanien entwickelt eigene Impfstoffe.

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