Tiere als fühlende Wesen

Haustiere sind jetzt auch offiziell Familienmitglieder - Spanien ändert Gesetze

  • Judith Finsterbusch
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Spanien ändert mehrere Gesetze zugunsten von Katze, Hund und Co.: Ab sofort sind Haustiere fühlende Lebewesen und keine Objekte mehr.

Madrid - Für Tierliebhaber hat das Jahr 2022 in Spanien mit einer guten Nachricht begonnen: Seit Mittwoch, 5. Januar, sind Haustiere keine Objekte mehr, sondern „fühlende Lebewesen“. Juristisch gesehen sind Hunde, Katzen, Vögel und alle anderen Haustiere in Spanien damit ab sofort vollwertige Familienmitglieder. Die Regierung hat dafür unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch geändert - ein erster Schritt auf dem Weg zu einem rundum erneuten spanischen Tierschutzgesetz, das bereits in Planung ist.

Haustiere sind in Spanien jetzt Familienmitglieder

Mit der Gesetzes-Änderung regelt Spanien unter anderem auch das „Sorgerecht“ für Haustiere im Falle einer Trennung der Besitzer. Das kann nun ähnlich wie bei gemeinsamen Kindern einem oder beiden Herrchen und Frauchen zugesprochen werden, auch wird festgelegt, wer für die Kosten des Tieres aufkommen muss. Da Hunde, Katzen und Co. nun fühlende Lebewesen und keine Objekte mehr sind, können sie auch nicht mehr vererbt werden, sie dürfen nicht in Hypotheken aufgenommen werden und die Haustiere können Opfer Häuslicher Gewalt werden. Ohnehin ist es nun streng verboten, Haustieren Schmerzen zuzufügen, sie leiden zu lassen oder auszusetzen.

Haustiere sind in Spanien ab sofort fühlende Wesen und Familienmitglieder.

Laut Staatsanzeiger ist nun auch geregelt, wie zu verfahren ist, wenn man ein Haustier findet: Der Finder muss es seinem Eigentümer zurückbringen. Ausnahmen gelten nur noch, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass Hund oder Katze misshandelt oder vernachlässigt werden. Dann müssen die zuständigen Behörden informiert werden, wie beispielsweise bei dem Fall von Tierquälerei in Torremanzanas an der Costa Blanca. Spanien hat auch das Hypothekengesetz zugunsten der Tiere geändert, Tiere dürfen nicht mehr Teil der Hypotheken sein. Das betrifft vor allem Viehbetriebe oder Freizeiteinrichtungen mit Tieren. Apropos Viehbetriebe: Die aktuelle Debatte um Massentierhaltung und Billigfleisch ist in Spanien erneut hochgekocht. Grund sind Äußerungen von Konsumminister Alberto Garzón zur Massentierhaltung und ihrem negativen Einfluss auf Gesundheit, Umwelt und Tierwohl.

Rubriklistenbild: © Matias Delacroix/dpa

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