Einsame Badegäste an einem Strand auf Mallorca.
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Mallorca hofft auf deutsche Touristen, da die die Balearen nicht mehr als Corona-Risikogebiet eingestuft werden.

Aktuelle Nachrichten aus Spanien

Spanien im Blick: Aktuelle Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

  • Stephan Kippes
    vonStephan Kippes
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Der Misstrauensantrag in Murcia scheitert, das Sterbehilfegesetz wird auf den Weg gebracht und ein kleines Dorf kommt dank eines Baumes ganz groß raus.  

Deutsche Bundesregierung führt Testpflicht bei Auslandsreisen ein

Dienstag, 23. März: Die Bundesregierung spricht sich gegen Auslandsreisen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie aus und führt die Testpflicht für alle Rückkehrer aus dem Ausland ein. Damit müssen auch Deutsche, die in Murcia, Valencia oder auf Mallorca ihren Urlaub verbringen, bei der Rückreise aus Spanien einen Corona-Test vorweisen, obwohl diese Regionen nicht mehr als Risikogebiete gelten. Derweil ziehen auf den Balearen die Coronvirus-Infektionszahlen wieder an.

EU-Menschenrechtskommission: Spanien soll Strafgesetz ändern

Montag, 22. März: Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, fordert  vor dem Hintergrund der Verhaftung des Rappers Pablo Hasél einen besseren Schutz der Meinungsfreiheit durch die Strafgesetzgebung. Mijatovic kritisiert die Definition im spanischen Strafrecht von „Verherrlichung von Terrorismus“ als unpräzise und mehrdeutig. Anti-Terror-Gesetze sollten nur angewandt werden, wenn Inhalte direkt die Nutzung oder die Androhung von Gewalt, um Angst zu verbreiten und Terror auszulösen, implizierten. In dem veröffentlichten Brief an Justizminister Juan Carlos Campo äußerte Mijatovic auch Bedenken in Hinblick auf Verurteilungen wegen Beleidigung der Krone. In der Antwort Justizministers hieß es, eine Überarbeitung der kritisierten Gesetzespunkte sei in Planung Musiker Pablo Hasél verbüßt eine neunmonatige Gefängnisstrafe. Er hatte auf teils sehr drastische Weise gegen das Königshaus, die Korruption und gegen konservative Politiker gerappt. Tagelange, teils gewalttätige Demonstrationen vor allem in Barcelona waren die Folge seiner Verhaftung.Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg kümmert sich um den Schutz der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten. Er ist kein Organ der Europäischen Union.

Landtags-Debatte in Kastilien und León über Misstrauensantrag

Montag, 22. März: Der Landtag von Kastilien und León wird Schauplatz eines Misstrauensantrags gegen die konservative Regierung von Alfonso Fernández Mañueco. Die Sozialisten sprechen sich bei der Debatte für einen Wechsel aus, finden für ihr Vorhaben aber letztendlich keine Mehrheit. Die PSOE kommt 35 Stimmen, kann auf die zwei Mandate von Unidas Podemos bauen, es fehlen ihr aber vier weitere Stimmen, um den Regierungswechsel durch eine absolute Mehrheit herbeizuführen. Die sozialliberalen Ciudadanos unter dem Vizeministerpräsidenten Francisco Igea halten alle an der Koalition fest. Den Sozialisten wird vorgeworfen, durch den Misstrauensantrag Anreize zu schaffen, dass Abgeordnete von einer Partei zu anderen überlaufen. Abermals muss Ciudadanos in dieser Beziehung Federn lassen, da die Abgeordnete María Montero die Partei verlässt, aber ihr Mandat nicht zurückgibt. Sie enthält sich bei der Abstimmung.

Zweijährige stirbt nach Rettung aus Flüchtlingsboot

Sonntag, 21. März: Ein zweijähriges Mädchen aus Mali stirbt auf Gran Canaria nur wenige Tage nach der Rettung von einem Flüchtlingsboot. Die kleine Nabody erreichte am Dienstag im bewusstlosen Zustand mit 52 Nordafrikanern in einem Flüchtlingsboot die Insel und konnte von Rot-Kreuz-Helfern auf der Hafenmole wiederbelebt werden. Seither wurde sie auf der Intensivstation wegen der Folgen der Unterkühlung und des Herzstillstands behandelt. Ihr Schicksal hielt Spanien Atem.  „Worte können soviel Schmerz nicht beschreiben. Von Herzen Danke an alle, die bis zum Ende gekämpft haben, um sie zu retten“, schrieb Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez auf Twitter. Der Tod des Kindes sei „ein Weckruf“. Die Kanarischen Inseln entwickeln sich zunehemend zu einem Ziel für Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa. 2020 landeten dort rund 23.000 Migranten, achtmal so viele wie 2019. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kamen bereits 3000 Flüchtlinge auf den Inseln an, doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Tui bringt deutsche Urlauber nach Mallorca

Sonntag, 21. März: Die ersten Tuifly-Maschinen bringen deutsche Urlauber nach Mallorca. Wegen der Aufhebung der Reisewarnung können Touristen auf eine Quarantänephase nach ihrer Rückkehr verzichten. Andere Fluggesellschaften wie Eurowings fliegen schon seit einigen Tagen von Deutschland aus wieder nach Mallorca an. Tui zieht mit den Flügen den Beginn seiner Ostersaison auf Mallorca um etwa eine Woche vor.

Wieder Proteste wegen Inhaftierung des Skandal-Rappers Hasél

Samstag, 20. März: Hunderte Menschen demonstrieren in Barcelona und Madrid erneut für die Freilassung des Rappers Pablo Hasél. Die Protestmärsche verlaufen im Gegensatz zu Demonstrationen im Februar friedlich. Hasél wurde wegen gewaltverherrlichender Botschaften zu neun Monaten Haft verurteilt Der 32-jährige Rapper hatte etwa den früheren König Juan Carlos mit einem Mafiaboss verglichen und der spanischen Polizei vorgeworfen, Demonstranten und Migranten zu foltern und zu töten. Der Fall löste eine Kontroverse über die Meinungsfreiheit in Spanien aus.

In 15 Städten Demonstrationen für Regelung der Mietpreise

Samstag, 20. März: In 15 Städten Spaniens machen sich Menschen für eine Regelung der Mietpreise stark und protestieren gegen das neue Wohnungsgesetz. Während Unidas Podemos eine Regulierung der Mietpreise in Gebieten wie Barcelona, Madrid oder Zaragoza fordert, tendieren die Sozialisten in dem Gesetzesvorschlag für steuerliche Anreize, damit Vermieter die Mieten innerhalb eines Rahmens halten. Das Wohngesetz und die Deckelung der Mieten wird auch als Feuerprobe der Koalition und letzte große poltische Schlacht des scheidenden Vizeministerpräsidenten Pablo Iglesias hochgeschaukelt, da die Sozialisten und Unidas Podemos sich bereits in ihrem Koalitonsabkommen darauf geeinigt hatten.

Polizei zerschlägt Menschenhändlerring: 18 Frauen befreit

Samstag, 20. März: Die Polizei zerschlägt in Girona einen Menschenhändlerring, der Frauen auf besonders brutale Weise sexuell ausgebeutet haben soll. Die Zuhälter sollen die ausländischen Frauen wie Vieh tätowiert und damit als ihr Eigentum gebrandmarkt und zu Prostitution gezwungen haben. 18 Frauen werden befreit.

Coronavirus Spanien: Neuinfektionen steigen minimal

Samstag, 20. März: Eine Trendwende bei den Coronavirus-Infektionen zeichnet sich ab. Erstmals seit Ende Januar steigen die Infektionszahlen wieder. Die 14-Tagesinzidenz zieht – wenn auch unmerklich – auf 128 Coronavirus-Neuinfektionen umgerechnet auf 100.000 Einwohner an. Die Auslastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern setzt seinen Abwärtstrend fort und liegt bei 19,52 Prozent.

Fünf Innenminister plädieren für Einwanderungsgesetz

Samstag, 20. März: Die Innenminister der Mittelmeer-Anrainerstaten Spanien, Italien, Griechenland, Zypern und Malta fordern bei einem Treffen in Athen eine faire Verteilung der Verantwortlichkeiten der EU-Mitgliedstaaten gegenüber den Einwanderern, die Europa erreichen. Ferner drängen sie auf ein europäisches Abkommen für Immigration und Asyl, das auch eine Kooperation zwischen Ziel- und Transitländern definieren soll. Es müsse ein Gleichgewicht zwischen „Solidarität“ und Verantwortung geschaffen werden, so die Abschlusserklärung des Treffens. Derzeit gebe es kaum Garantieren für die Länder, die in erster Linie die Immigrationsschübe abfangen müssten. Ferner bedürfe es europäischer Rückführungsregelungen und Kontrollen in den Ursprungsländern.

Freitag, 19. März: Der Tod einer 43-jährigen Lehrerin aus Marbella hängt nicht mit ihrer vorherigen Covid-Impfung mit AstraZeneca zusammen. Das teilen die Behörden der Region Andalusien unter Verweis auf erste Autopsie-Ergebnisse mit. Die Frau hatte nach der Impfung eine Hirnblutung erlitten und war daran verstorben.  Zuvor hatten die Behörden Untersuchungen zu drei Fällen von Thrombosen aufgenommen. Gesundheitsministerin Carolina Darias hatte bereits am Mittwoch erklärt, dass es nach den bisherigen Erkenntnissen zwar einen „zeitlichen Zusammenhang“ zwischen der Impfung und den Blutgerinnseln gebe, ein „ursächlicher Zusammenhang“ aber nicht festgestellt werden konnte.

Auch Spanien setzt Impfung mit AstraZeneca fort

Freitag, 19. März: Spanien will die Corona-Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca voraussichtlich ab kommenden Mittwoch wieder aufnehmen. Das habe das Gesundheitsministerium den Regionen nach der Einsatzempfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA für den Impfstoff vorgeschlagen. Voraussichtlich solle der Impfstoff auch für Menschen über 55 Jahre freigegeben werden.

Tierschützer demonstrieren für ein „Leben ohne Fleisch“

Freitag, 19. März: Aktivisten der Tierrechtsgruppe „Anima Naturalis“ legen sich bei einer Demonstration in Barcelona in simulierte Fleischverpackungen. Anlässlich des Internationalen Tages ohne Fleisch zielt der Protest darauf ab, das Bewusstsein für die Grausamkeit gegenüber Nutztieren und die gesundheitlichen Vorteile eines Lebens ohne Fleisch in der Gesellschaft zu schärfen. Die Aktivisten verweisen darauf, dass Spanien der zweitgrößte Fleischkonsument der EU sei, dass Massentierhaltung den Treibhauseffekt beschleunige und dazu beitragen, dass Krankheiten von Nutztieren sich auf Menschen übertragen.

Anlässlich des Internationalen Tags ohne Fleisch demonstieren Aktivisten gegen Massentierhaltung.

Misstrauensantrag in Murcia scheitert

Donnerstag. 18. März: Der Misstrauensantrag gegen den Präsidenten der Region Murcia, Fernando López Miras, scheitert. Sozialisten und Ciudadanos können nur 21 Landtagsabgeordnete für ihr Vorhaben gewinnen, 23 halten der Volkspartei von López Miras die Treue – darunter drei Überläufer von Ciudadanos, die erst den Misstrauensantrag unterzeichnet haben und anschließend in das Kabinett von López Miras gewechselt sind. Der Misstrauensantrag in Murcia hat vergangene Woche die politische Krise in Spanien ausgelöst und zur Auflösung des Landtags in Madrid und Neuwahlen am 4. Mai geführt. Am Montag steht ein weiterer Misstrauensantrag in Kastilien und León an.

Gruppenvergewaltigung in Valencia

Donnerstag, 18. März: Die Nationalpolizei ermittelt in einem Fall einer Gruppenvergewaltigung. Nach Angaben der Polizei soll eine 20-jährige Frau Dienstagnacht im Viertel Patraix in Valencia unter Drogen gesetzt und von mehreren unbekannten Männern vergewaltigt worden sein. Die Frau wurde im Hospital Clínica de Valencia versorgt.  

Steineiche wird europäischer Baum des Jahres

Donnerstag, 18. März: Eine über 1.000 Jahre alte Steineiche (Quercus ilex) in dem 18-Seelen-Dorf Lecina am Fuß der im Pyrenäen wird zum europäischen Baum des Jahres gewählt. Der Koloss in der Provinz Huesca misst 16 Meter und gilt seitjeher als sozialer Treffpunkt der Bürger und Touristenattraktion. Über 104.000 Stimmen heimst die Carrasca de Lecina bei der Abstimmung ein und lässt damit die 13 anderen Kandidaten weit hinter sich. Erstmals gewinnt ein spanischer Baum die Wahl zum europäischen Baum des Jahres.

Spanische Vatertag fällt ins Wasser

Donnerstag, 18. März: Das verlängerte Wochenende um den San-José-Tag fällt aufgrund des Wintereinbruchs in weiten Teilen Spaniens ins Wasser. Regenfälle und Temperaturstürze von fünf bis zehn Grad im ganzen Land überschatten den spanischen Vatertag am 19. März.

Weltgesundheitsorganisation warnt vor Zunahme der Coronavirus-Infektionen

Donnerstag, 18. März: Die Weltgesundheitsorganisation warnt Spanien und andere europäische Länder vor dem Risiko einer Zunahme der Coronavirus-Infektionsfälle im Zusammenhang mit Varianten von Sars-CoV-2. Die WHO appelliert auf eine Einhaltung der Schutzmaßnahmen. Derweil will die Europäische Agentur für Medikamentenaufsicht am heutigen Donnerstag zu den Thrombosefällen im Zusammenhang mit dem Impfstoff AstraZeneca äußern. Die spanischen Behörden untersuchen drei Fälle von Blutgerinnseln nach der derzeit ausgesetzten Covid-Impfung mit AstraZeneca, darunter einen tödlichen Fall. Bei dem Todesopfer handelt es sich um eine 43 Jahre alte Lehrerin aus Marbella ohne bekannte Vorerkrankungen, die an einer Hirnblutung gestorben sei. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat am heutigen Donnerstag bekräftigt, dass der Impfstoff von AstraZeneca als „wirksam und sicher“ gilt. Spanien hat daraufhin beschlossen, in der Woche ab 22. März die Impfungen damit wieder aufzunehmen.

Ciudadanos verliert Fraktion im Senat

Donnerstag, 18. März: Krise der liberalen Partei Ciudadanos verschärft sich weiter. Die Liberalen verlieren ihre Fraktion im Senat nach dem Abtritt von Ruth Goñi, da die Partei nun keine sechs Senatsmitglieder mehr stellen kann, die notwendig zur Bildung einer Fraktionsgruppe sind. Diese Erosion der Partei in der obersten Kammer setzte am Sonntag mit dem Rück- und Austritt von Fran Hervías ein, der zur konservativen Volkspartei (PP) überlief.

Parlament legalisiert Sterbehilfe

Donnerstag, 18. März: Das Parlament in Madrid billigt die Sterbehilfe. 202 Abgeordnete stimmen für das Sterbehilfe-Gesetz, 141 stimmten dagegen und zwei enthalten sich. Nach dem „ley de eutanasia“ können Menschen mit „schwerer und unheilbarer“ Krankheit auf eigenen Wunsch Sterbehilfe erhalten. Das Gesetz soll im Juni in Kraft treten. Dann ist Spanien das vierte europäische Land nach den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, in dem Sterbehilfe erlaubt ist.

Fan-Rückkehr in Spaniens Stadion: „nicht geeignet, nicht günstig, nicht gewünscht“

Donnerstag, 18. März: Ein grobes Foul begeht Gesundheitsministerin Carolina Darias in den Augen der Fußballfans, als sie Sportbegegnungen mit Zuschauern in Zeiten der Corona-Pandemie als „nicht geeignet, nicht günstig, nicht gewünscht“ abtut. Der Fußballverband kündigt postwendend an, das Pokalendspiel zwischen Atheletic Club Bilbao und der Real Sociedad San Sebastian am 3. April vor leeren Rängen auszutragen. Damit zerschlagen sich wohl auch die erst am Vortag von Liga-Chef Javier Tebas genährten Hoffnungen auf eine Zulassung von Zuschauern zu Liga-Spielen ab der dritten April-Woche bei einer Stadionauslastung von 20 bis 25 Prozent. 

Es ist zum Heulen: Fußballfans dürfen wegen Corona weiterhin nicht in die Stadien.

Migranten-Drama auf den Kanaren

Donnerstag, 18. März: Zwei Kinder und zwei erwachsene Nordafrikaner müssen derzeit im kritischen Zustand im Krankenhaus an den Folgen von Unterkühlungen behandelt werden, die sie bei der Überfahrt von Nordafrika zu den Kanarischen Inseln erlitten haben. Schockiert hat das Land die Bilder von Dienstagnacht, als ein Rot-Kreuz-Mitarbeiter ein zweijähriges, bereits lebloses Kind aus Mali auf dem Asphalt der Hafenmole von Arguineguín wiederbelebte. Die Szene fing ein Fotograf der Nachrichtenagentur EFE ein, der vor Ort war. Das Kind befindet sich auf der Intensivstation der Uniklinik in Las Palmas, wo elf weitere Minderjährige aus Nordafrika in Behandlung sind. Seit Dienstag haben 165 Migranten die Kanaren erreicht.

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