Ein Mann schlägt bei einer Demonstration auf einen Kochtopf.
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Die Proteste gegen Covid-19-Restriktionen halten an. Gastwirte aus Kastilien La Mancha fordern die Öffnung der Restaurants.

Aktuelle Nachrichten aus Spanien

Spanien im Blick: Aktuelle Kurznachrichten aus Politik, Gesellschaft und Sport

  • vonStephan Kippes
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Die Küste bekommt einen seltenen Besuch aus der Sahara, der Impfstoff AstraZeneca trifft ein und Real Madrid muss auf Kapitän Sergio Ramos verzichten.

Gabine Muguruza verliert im Finale gegen Weltranglisten-Erste Barty

Sonntag, 7. Februar: Spaniens Tennisstar Garbine Muguruza verliert gegen Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty das Finale der Yara Valley Classic mit 7:6 und 6:4. Mit dem Turniersieg unterstreicht Barty ihre Favoritenrolle für die am Montag beginnenden Australian Open. Die 24-Jährige Australierin hatte wegen der Coronavirus-Pandemie auf das Reisen verzichtet und deshalb seit Ende Februar des vergangenen Jahres kein Match mehr bestritten. „Das war heute so ziemlich das beste Tennis, das ich in dieser Woche gespielt habe. Es war ein großartiges Finale“, sagte Barty nach der Partie.

Staubregen in Valencia: Wetterphänomen gibt Klimaforscher Rätsel auf

Samstag, 6. Februar: Die Region Valencia wacht unter einer feinen Staubdecke auf, die sehr warme Südwestwinde aus der Sahara an die Mittelmeerküste gebracht haben. Dieser Sand hat sich Nacht bei Niederschlägen mit nahezu keinem Wasseranteil auf Autos, Terrassen, Straßen und - zum Fluch mancher Spanier – frischgewaschener Wäsche abgesetzt. Das Wetterphänomen nennt man in Spanien auch “lluvia de sangre” – Blutregen - oder “lluvia de barro” – Lehmregen. Der Regen sorgt unten für jede Menge Dreck, macht aber die Luft und Atmosphäre sauber. Meteorologen sprechen von einem seltenen Wetterphänomen, das im Zuge des Klimawandels in den vergangenen Jahren aber deutlich zugenommen hat. Überhaupt nehmen seit den 1990er Jahren die Luftströme aus dem Norden Afrikas an der Mittelmeerküste zu. Einen so intensiven Sahara-Straub-Regen wie gestern hat es laut den Aufzeichnungen des staatlichen Wetterinstituts Aemet aber noch nicht in der Region Valencia gegeben, der Klimaforscher Jorge Olcina erinnert sich an einen ähnlichen Niederschlag in Alicante im Jahr 2018. Was die Klimatologen überrascht: Der Dreck kam ohne Regen am Boden an, weil das Wasser während des Niederschlags verdunstet war.

Impfstoff AstraZeneca kommt in Spanien an

Samstag, 6. Februar: Die erste Lieferung des Impfstoffs AstraZenceca kommt in Spanien an. Die 1,8 Millionen Einheiten des Impfstoffs gegen Covid-19, die Spanien im Februar erhalten soll, erzwingen eine Änderung des Impfplans. Da dieser grundsätzlich logistisch leichter zu handhabene Impfstoff nicht an Personen über 55 Jahren verabreicht wird, kommen nun vor allem Angehörige des Gesundheitswesens zum Zuge, also Ärzte und Pfleger, die nicht direkt mit Covid-19-Patienten beziehungsweise Coronavirus-Infizierten arbeiten. Manche Regionen planen auch, bestimmte Einheiten der Rettungskräfte wie Feuerwehr oder Polizei mit diesem Impfstoff zu schützen. Katalonien etwa hat 31.000 Einheiten für diese Rettungskräfte eingeplant.

Hiobsbotschaft für Real Madrid: Kapitän Sergio Ramos fällt wochenlang aus

Samstag, 6. Februar: Kapitän und Abwehrchef Sergio Ramos wird erfolgreich am Innenmeniskus des linken Knies operiert, fällt aber wochenlang für Real Madrid aus. Der 34 Jahre alte Ramos, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft, zog sich die Verletzung am 14. Januar bei der 1:2-Niederlage gegen Athletic Bilbao im Halbfinale des spanischen Supercups zu und verpasste anschließend drei Spiele. Der Club hatte aber gehofft, dass man eine Operation würde vermeiden können. Ramos hatte zuletzt am Donnerstag sogar mit der Mannschaft trainiert. Wie die Madrider Sportzeitung „Marca“ und andere Medien schätzten, wird Ramos rund sechs bis acht Wochen pausieren müssen. Damit würde er die beiden Achtelfinalspiele der Champions League gegen Atalanta Bergamo verpassen. Ohne Ramos flogen die Madrilenen gegen den Drittligisten CD Alcoyano (1:2) schon in der dritten Runde aus dem spanischen Pokal raus. In der Liga gab es einen 4:1-Sieg bei Deportivo Alavés, aber auch eine 1:2-Heimpleite gegen UD Levante. Real wurde in der Primera División von Erzrivale FC Barcelona überholt. Der Rückstand auf Tabellenführer Atlético Madrid, der ein Spiel weniger hat, beträgt zehn Punkte.

Klare Töne gen Moskau: Mit Außenministerin González Laya ist nicht gut Wodka trinken

Freitag, 5. Februar: Außenministerin Arancha González Laya weist Russland klar in die Schranken mit den Worten “in Spanien gibt es keine politischen Häftlinge.” Ihr Kollege Sergueéi Lavrov vergleicht bei einem Besuch des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell die Situation des inhaftierten russischen Oppositionsführers Alexéi Navalni mit der der inhaftierten separatistischen Landespolitiker und Aktivisten aus Katalonien, die wegen Aufruhrs im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums im Jahr 2017 verurteilt wurden. González Laya verweist auf eine rechtskräftige Verurteilung durch unabhängige Gerichte und erinnert den russischen Außenminister daran, dass Spanien zu den 23 demokratischen Staaten der Welt zählt und Russland auf dieser Liste den Platz 124 von 167 Ländern einnimmt. Ferner äußert González Laya die Hoffnung, dass der russische Oppositionsführer Navalni an den kommenden Wahlen in Russland teilnehmen kann ebenso wie es die verurteilten katalanischen Separatisten bei den Landtagswahlen in Katalonien am 14. Februar tun können.

Staatsanwältin macht Cifuentes für den falschen Master verantwortlich

Freitag, 5. Februar: Drei Jahre und drei Monate für die Ex-Ministerpräsidentin der Region Madrid, Cristina Cifuentes, fordert die Staatsanwaltschaft am letzten Tag der Anhörung. Alle Indizien deuten darauf hin, so die Staatsanwältin, dass die frühere Ministerpräsidentin massiv Druck ausübte, damit ihr ein akademischer Mastertitel der Universität Rey Juan Carlos aktenkundig zugestanden wird, für den sie weder Prüfungen abgelegt noch die Abschlussarbeit eingereicht hat. “Wegen ihres politischen Amtes hat sich nie die Hände schmutzig gemacht”, sagte die Staatsanwältin, dennoch würden alle Indizien in ihrer Gesamtheit beweisen, dass Cifuentes dazu anstiftete, dass Dokumente und Noten gefälscht wurden und eine Masterarbeit und Prüfung registriert wurden, die es nicht gegeben hat. Nun muss der Richter ein Urteil in dem Fall “Master” fällen. Es ist ein komplizierter Fall, da der vermeintliche Hauptverantwortliche, nämlich der damalige Professor von CIfuentes, bereits verstorben ist

300 Millionen Euro für Streitkräfte: Logistikzentrum des Militärs kommt nach Córdoba

Freitag, 5. Februar: Das spanische Verteidigungsministerium nimmt 300 Millionen Euro in die Hand, um ein Logistikzentrum für die Landstreitkräfte in Córdoba zu bauen. Mehrere spanische Städte bemühten sich darum, Standort dieses Zentrums für Werkstätten, Instandhaltung und Lager zu werden. Letztendlich kamen Jaén, Toledo und Córdoba in die engere Wahl.

Jagd auf Wolf wird in ganz Spanien verboten

Freitag, 5. Februar: Die Jagd auf den Wolf wird in ganz Spanien verboten. Regierung und Regionen einigen sich auf einen landesweiten Schutz des vom Aussterben bedrohten Raubtiers. Bis dato konnte der Wolf noch nördlich des Flusses Duero gejagt werden. Das generelle Verbot bringt Landwirte in Kantabrien auf, die ihr Vieh in Gefahr sehen.

Der Wolf soll in Spanien nicht mehr gejagt werden.

Madrid wird Reiseziel französischer Studenten

Freitag, 5. Februar: Die Hauptstadt Madrid erfreut sich derzeit Beliebtheit bei jungen Franzosen. Viele von ihnen zieht es derzeit nicht nur wegen des Flairs der Hauptstadt dorthin, sondern auch, weil dort die Restriktionen wegen der Coronavirus-Pandemie lockerer sind als in Frankreich und in anderen Regionen Spaniens. In Madrid können sich die jungen Menschen in Bars und Restaurants treffen, in Frankreich ist das nicht möglich. Die Kehrseite der Medaille: Die Polizei muss zunehmend illegale Partys in über Internetplattformen angemieteten Apartments auflösen, in der alle auch die in Madrid gültigen Auflagen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie missachtet werden.

Mit Coronavirus zur Wahl

Freitag, 5. Februar: Katalonien diskutiert über das Wahlrecht für Covid-19 erkrankte. Coronavirus-Infizierte sollen zwischen 19 und 20 Uhr am 14. Februar wählen und ihre Quarantäne unterbrechen dürfen. Mediziner halten die Maßnahme für unverständlich. “Wenn man in infiziert ist, kann man das Haus nicht verlassen – auch nicht zu einer bestimmten Zeit. Unsere Empfehlung ist klar. Wenn man in Quarantäne ist, dann bleibt man in Quarantäne und Punkt”, sagt Elvira Bisbe, Vizepräsidentin der Ärztekammer in Barcelona. Scheinbar stellt die Landesregierung das Wahlrecht über den Gesundheitsschutz, was bei anderen Grundrechten wie Versammlungs- und Bewegungsfreiheit nicht tut. Rechtsexperten sehen darin keinen unüberbrückbaren Widerspruch, falls entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, die das Ansteckungsrisiko minimalisieren. Das scheint aber nicht alle Katalanen zu überzeugen. Derzeit haben 22.000 Katalanen per Antrag ersucht, nicht als Wahlhelfer eingeteilt zu werden. Falls nicht genug Wahlhelfer ihrer Bürgerpflicht nachkommen, könnte Katalonien in Schwierigkeiten kommen. Denn das Wahlrecht sagt, dass dann Wähler der ersten Stunde als Wahlhelfer rekrutiert werden können. Bei der Landtagswahl in Katalonien wählen jedoch diesmal die Risikogruppen zuerst.

Das schreibt die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ in einem Kommentar über die Katalonienwahl: „Vorhersagen sind angesichts der in etwa gleich starken drei wichtigsten Parteien und der Ungewissheit hinsichtlich der Wahlbeteiligung schwierig. So seltsame Wahlen gab es schon lange nicht mehr. Sogar der Wahltermin stand erst fest, als der Wahlkampf schon begonnen hatte. Zudem gibt es Sorgen wegen des Ansteckungsrisikos und in der Folge Zweifel, ob es ausreichend Wahlhelfer in den Wahllokalen geben wird. So schwer einschätzbar die Lage auch sein mag, wird das Wahlergebnis nicht nur für Katalonien, sondern auch für Spanien Konsequenzen haben. Die Frage ist, was die separatistischen Parteien tun werden, die möglicherweise ihre knappe Mehrheit werden behaupten können, und wie sie mit der voraussichtlich gestärkt aus der Wahl hervorgehenden Sozialisten, die in Madrid regieren, umgehen werden. Und was passiert im Rest des Landes, wenn die rechtspopulistische Vox-Partei die traditionell größte konservative Partei, die PP, überholt? Die Konsequenzen für die Wahlverlierer können massiv sein.“

Landwirte wollen mit AstraZeneca gegen Covid-19 geimpft werden

Freitag, 5. Februar: Die Landwirte erinnern die Öffentlichkeit, welch wichtige Rolle ihnen bei der Versorgung der Gesellschaft zukommt. Daher fordern sie bei der Impfung gegen Covid-19 mit dem Mittel von AstraZeneca mit in die Berufsgruppen aufgenommen zu werden, die zuerst geimpft werden. Hintergrund ist auch, dass Landwirte mit verderblichen Produkten arbeiten und fürchten, die Ernte zu verlieren, falls es erneut zu Infektionsherden bei Erntehelfern kommt. Die zweite Coronawelle begann mit Infektionsherden unter Erntehelfern.

Coronavirus-Variante aus Brasilien in Spanien nachgewiesen

Freitag, 5. Februar: In Spanien wird erstmals eine in Brasilien verbreitete Variante des Coronavirus nachgewiesen. Die Coronavirus-Mutante sei bei einem 44-jährigen Mann entdeckt worden, der Ende Januar aus dem südamerikanischen Land kommend am Madrider Flughafen gelandet sei, teilt die Regionalregierung von Madrid mit. Es handle sich um den ersten Nachweis dieser Mutante in Spanien. Am Mittwoch hatte Spanien Einreisen per Flugzeug aus Brasilien und Südafrika beschränkt, um die Einschleppung der dort kursierenden Varianten zu begrenzen. Bereits seit Ende Dezember bestehen Beschränkungen für Großbritannien. Die aus Brasilien stammende Coronavirus-Variante soll einer südafrikanischen Virusmutation ähneln, die ebenfalls bereits in Spanien und zahlreichen weiteren Ländern nachgewiesen wurde.

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