Vermissten-Plakat mit Foto und Angaben zu zwei kleinen Mädchen, die auf Teneriffa vermisst werden.
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Olivia und Anna Zimmermann werden auf Teneriffa vermisst.

Spanien bangt um Kinder

Mädchen auf Teneriffa verschwunden: Internationaler Haftbefehl gegen Vater

  • Stephan Kippes
    vonStephan Kippes
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Spanien bangt um die vermissten Kinder Anna und Olivia aus Teneriffa. Die Polizei fahndet mit internationalem Haftbefehl nach dem Vater - wegen Kindesentführung. 

Update, 5. Mai: Die Mutter der beiden Mädchen, die auf Teneriffa verschwunden sind, hat ein Video von den Kindern veröffentlicht. Beatriz Zimmermann erhofft sich, durch das Video neue Informationen über den Verbleib ihrer Töchter Olivia und Anna zu erhalten. „Das Video soll in der ganzen Welt geteilt werden, damit sie wiedererkannt werden“, schreibt die Mutter der beiden Mädchen. Von dem Vater Tomás Gimeno und den beiden Mädchen fehlt nach wie vor jede Spur.

Erstmeldung, 4. Mai: Güimar – Das Schicksal zweier verschwundener Mädchen auf Teneriffa und die fieberhafte Suche nach ihnen hält Spanien seit einer Woche in Atem. Der Vater von Anna und Olivia Gimeno Zimmermann hat am Dienstag, 27. April, seine beiden Kinder – ein und sechs Jahre alt – der Mutter und seiner ehemaligen Partnerin Beatriz Zimmermann nicht zurückgebracht. Seitdem gelten das ein- und sechsjährige Mädchen als vermisst. Die Polizei sucht auf den Kanaren zu Land und zu Wasser nach ihnen.

Mädchen auf Teneriffa vermisst: Polizei fahndet nach Vater mit internationalem Haftbefehl

Am Samstag erließ das Amtsgericht von Güimar im Nordosten der Insel Teneriffa einen internationalen Haftbefehl gegen den 37-jährigen Tomás Gimeno. So wird auch wegen Kindsentführung ermittelt. Nun wurde bekannt, dass Gimeno einen Tag vor dem Verschwinden 55.000 von einem Konto auf ein anderes überwies, aber es ihm scheinbar nicht glückte, das Geld in bar abzuheben. Diese Hinweise deuten darauf hin, dass der Vater mit seinen beiden Töchtern und womöglich der Hilfe Dritter fliehen wollte. Medien spekulierten über das kaum 100 Kilometer von den Kanaren entfernte Afrika.

Es gab auch andere Hinweise. So fanden die Polizisten das Boot von Tomás Gimeno im Atlantik treibend. Bei der Spurensicherung im Jachthafen von Marina Tenerifa entdeckte die Spurensicherung Blutspuren, die von Tomás Gimeno selbst stammten. Auch ein Kindersitz wurde am Donnerstag aus dem Meer geborgen, der wohl der einjährigen Anna gehört.

Fieberhaft sucht die Polizei auf Teneriffa nach den beiden vermissten Kindern und ihrem Vater, gegen den ein internationaler Haftbefehl erlassen worden ist.

Am Montag nahmen sich 20 Beamte erneut das Haus von Gimeno in Igueste de Candelaria im Osten der Insel vor und durchsuchten es vier Stunden lang. Ein Suchtrupp durchkämmte den östlichen Teil der Insel. Der Schwerpunkt der Suche scheint immer noch die östliche Küste vor Teneriffa zu sein. Die Polizisten suchen in Hubschraubern, Booten und mit Tauchtrupps nach den beiden vermutlich entführten Kindern.

Kindsentführung auf Teneriffa: Vater eröffnet Mutter, sie wird Kinder nicht mehr sehen

Derweil rekonstruieren Ermittler, was am Dienstag zuvor auf Teneriffa geschah. Nachmittags holte Tomás Gimeno erst die jüngere Tochter bei ihrer Mutter Beatriz Zimmermann ab und fuhr von dort aus zu der pädagogischen Einrichtung „Die Villa“ in El Rosario, wo auch die ältere Tochter die Deutsche Schule besucht. Noch am Nachmittag wird der Vater aber im Hafen gesehen, wo er den Motor seines Bootes prüft. Die beiden Mädchen sind zu dem Zeitpunkt nicht bei ihm.

Gegen 21 Uhr will Beatriz Zimmermann ihre Kinder im Haus von Tomás Gimeno abholen, trifft aber niemanden dort an. Am Telefon behauptet Gimeno, er sei mit den Mädchen Essen gegangen und wolle sie gegen 22 Uhr zurückbringen. Gegen 21.30 Uhr kehrt Tomás Gimeno in den Hafen zurück, parkt seinen Wagen und lädt mehrere Koffer und Taschen ins Boot - erneut werden die Kinder dabei nicht gesehen. Tomás Gimeno fährt mit dem Boot aus dem Hafen.

Beim zweiten Anruf gegen 22 Uhr soll Tomás Gimeno der Mutter eröffnet haben, dass sie ihre Töchter und ihn nie mehr sehen würde, aber sich keine Sorgen machen müsse, da er sich gut um die Mädchen kümmern werde. Beatriz Zimmermann erstattet gegen 22.30 Uhr Anzeige. Bei weiteren Telefonaten in derselben Nacht soll Gimeno ihr eröffnet werden, er werde weit weg gehen.

Gegen 23.30 Uhr kehrt Tomás Gimeno abermals mit dem Boot zurück. Im Hafen bittet er einen Sicherheitsangestellten, sein Handy aufzuladen. Gegen 0.30 Uhr legt er wieder ab. Zu keinem Moment werden die Kinder bei ihm gesehen. Was Beobachter stutzig macht, sind die Koffer, die der Vater in das Boot lud.

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