Zivilschutz sperrt eine vom Regen überschwemmte Straße in Torrevieja ab.
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Torreviejas Urbanisation Doña Inés verwandelte sich am Wochenende, 6./7. März 2021 wieder mal in einen Fluss, weite Teile der Stadt standen unter Wasser.

Unwetter in Spanien

Überschwemmungen in Spanien: Starker Regen an Costa Blanca, Costa Cálida und Costa del Sol 

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  • Marco Schicker
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  • Andrea Beckmann
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  • Sandra Gyurasits
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  • Lena Kuder
    Lena Kuder

Am Wochenende des 6. und 7. März sorgten teils heftige Regenfälle unter anderem in Dénia und Torrevieja, in Águilas bis nach Málaga für Überschwemmungen, Notsituationen und Schäden.

Landunter in Torrevieja: Zubetonierte Urbanisationen wieder überfordert

Torrevieja - Für die Bauern der Vega Baja im Süden der Provinz Alicante war der kräftige Landregen am Wochenende ein Segen, denn fast zwei Monate fiel im Süden der Costa Blanca kaum Niederschlag, - außer roter Sahara-Staub. Von Rojales bis Orihuela fielen von Samstag bis Sonntag, 6. und 7. März, im Schnitt zwischen 35 und 44 Liter, doch bis zu 63,4 Liter Regen pro Quadratmeter vor allem in und um Torrevieja waren wieder einmal zu viel Wasser für die Ablaufsysteme, vor allem dort, wo es gar keine gibt.

Und so verwandelten sich Teile Torreviejas wieder in eine Lagunen-Landschaft, Feuerwehr und Zivilschutz hatten entsprechend damit zu tun, Straßen zu sperren und den Verkehr umzuleiten, Häuser leer zu pumpen und liegengebliebene Autos abzuschleppen. In Pilar de la Horadada sorgten über 50 Liter ebenfalls für Straßensperrungen und Behinderungen vor allem auf sekundären Straßen sowie im Umfeld der Auffahrten der Autobahn AP-7.

Teils über 60 Liter Regen waren wieder einmal zu viel für die zubetonierten Urbis von Torrevieja, von denen die meisten nicht über adäquate Ablauf- oder Auffangsysteme verfügen.

In Torrevieja traf es zunächst die üblichen Verdächtigen: Die Avenida de las Cortes Valencianas, eine der wichtigsten Zufahrts- und Durchfahrtsstraßen Torreviejas lief ab Habaneras-Center bis zur Einfahrt Zentrum an der Calle Apolo voll und musste für den Verkehr gesperrt werden. Dabei wurde ironischerweise auch die Baustelle für das Auffangbecken und die Abflussrohre überflutet, die Agamed gerade errichten lässt, als Lehre aus den Unwettern Dana und Gloria Ende 2019, Anfang 2020. Auch die Gegend rund um und hinter der Playa de Los Locos ist jedes Mal mit allem überfordert, was mehr Wasser bringt als eine Gießkanne. Bis in Kniehöhe wateten Anwohner zu ihren Häusern, die in vielen Fällen ebenfalls unter Wasser standen.

Besondes heftig erwischte es wieder die Urbanisación Doña Inés, die jedes Mal das Pech hat, die Wassermassen, die aus den höhergelegenen, zubetonierten Urbis Chapparal und Limones abfließen, aufnehmen zu dürfen, was ihre Straßen in Flüsse verwandelt. Personen kamen, soweit bekannt, in Torrevieja nicht zu schaden.

Regentief in Dénia: Balkon einer Hausruine kracht auf ein parkendes Fahrzeug

Dénia/Jávea - Auch in der Marina Alta, in der erfahrungsgemäß bei Unwettern besonders starke Regenfälle registriert werden, regnete es den ganzen Sonntag über ohne Unterlass. Die registrieten Niederschlagsmengen lagen ziemlich einheitlich bei 29, 6 Litern pro Quadratmeter in Dénia, 32,7 Litern pro Quadratmeter in Benitachell und 34,2 Litern pro Quadratmeter in der Granadella in Jávea. In Dénia stürzte ein halbfertiger Balkon einer Bauruine in der Carrer Elx auf ein geparktes Fahrzeug, in dem sich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise niemand aufhielt. Auch die Passanten, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Straße aufhielten, hatten einen Schutzengel. Sie befanden sich in sicherer Entfernung zu dem Gebäude, als der Balkon mit lautem Krachen niederging.

Zum Thema: Wie wird das Wetter in Spanien in den kommenden Tagen?

Regenchaos an der Costa Cálida: Wassermassen reißen parkende Autos in Águilas mit

Águilas/Mar Menor - Die starken Regenfälle haben vor allem an der Küste in der Rergion Murcia zahlreiche Straßen und Garagen überschwemmt und für Chaos gesorgt. Stellenweise gingen mehr als 70 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden nieder. Besonders betroffen war Águilas. Trockenflüsse verwandelten sich in reißende Gewässer und nahmen mit, was sich ihnen in den Weg stellte. Unter anderem wurden Straßenmobiliar und ein falsch parkendes Auto in der Rambla Culebra in Richtung Meer geschwemmt.

Die Feuerwehr musste einen Fahrer aus seinem Fahrzeug befreien, das in der Rambla Matalentisco im Wasser stecken geblieben war. Auch in San Pedro del Pinatar war ein Autofahrer von den Wassermassen überrascht worden und musste gerettet werden. Cartagena, San Javier und Los Alcázares, die Gemeinde, die normalerweise am heftigsten von Überschwemmungen betroffen ist, kamen diesmal relativ glimpflich davon.

Starkregen an der Costa del Sol: Wassermassen verursachen kaum Zwischenfälle

Málaga/Estepona/Manilva: In Málaga-Stadt hinterließ das Sturmtief Dana am vergangenen Freitag kaum Spuren. Im äußersten Westen der Costa del Sol dagegen verbuchte Estepona mit 127 Litern Regen pro Quadratmeter den nationalen Rekord. Nach Angaben des spanischen Wetteramtes Aemet fiel allein in Ceuta mehr Regen mit 132 Litern pro Quadratmeter. Am vergangenen Freitag fielen laut Aemet in Manilva 69,6 Liter Regen pro Quadratmeter, in Benahavís waren es 57 Liter pro Quadratmeter und in Cortes de la Frontera 45,4 Liter pro Quadratmeter.

Obwohl in einem Großteil der Provinz Málaga während der Sommermonate Trockenheit herrscht und Wasservorräte dringend benötigt werden, mussten am vergangenen Freitag die Schleusen des Stausees Presa de la Concepción geöffnet und das überschüssige Wasser ins Meer geleitet werden. Am vergangenen Freitag war der Stausee mit 53 Kubikhektometern und somit zu 86 Prozent gefüllt. Bislang gibt es keine gut funktionierende Umleitung in den Stausee La Viñuela, der am vergangenen Freitag knapp 54 Kubikhektometer Wasser zählte und nur zu 33 Prozent ausgelastet war. Der Stausee La Viñuela versorgt vor allem die Landwirte der Axarquía mit Wasser.

Trotz der großen Wassermassen kam es an der westlichen Costa del Sol jedoch kaum zu Zwischenfällen. Esteponas Feuerwehr und der Zivilschutz halfen einem Autofahrer, der durch den anschwellenden Río Guadalobón nicht mehr aus seinem Wagen kam. Dabei hatte der Zivilschutz alle Flussübergänge zuvor abgesperrt. Feuerwehr und Zivilschutz mussten lediglich aufgrund von gefluteten Straßen, verstopften Kanälen und überschwemmten Ladenlokalen im Erdgeschoss ausrücken. In der Nacht vom vergangenen Samstag auf Sonntag rief Aemet die Alarmstufe Rot aus. Aus diesem Grund aktivierte die andalusische Landesregierung gegen Mitternacht die Vorstufe des Notfallplans, da sie mit Sturzregen rechnete, bei dem innerhalb von einer Stunde bis zu 30 Liter pro Quadratmeter niederprasseln können. Gegen 2 Uhr erklärte Aemet erneut die Alarmstufe Gelb.

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