Boote und Seevögel ruhen auf dem See Banyols nahe Girona in Katalonien.
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Der Lagos Banyols ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Baden im See

Spanien hat mehr als Küste und weite Sandstrände zu bieten - Seen finden sich vorwiegend im Hinterland

  • vonAndrea Beckmann
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Spanien besteht nicht nur aus Küste und Strand. Vor allem im Inland und in den nördlichen Bergregionen wie etwa den Picos de Europa in Asturien gibt es spektakuläre Seen in den Bergen, die man unbedingt einmal im Leben besucht haben sollte.

  • Spanien bietet mehr als 2.500 Stillgewässer, die eine verhältnismäßig geringe Fläche einnehmen
  • Die Extremadura ist die Region mit den meisten Süßwassergebieten
  • Weltweit schwinden immer mehr natürliche Überflutungsflächen

Girona - Im Sommer stellt sich für viele die Frage: Meer oder Berge? Die Qual der Wahl ist groß, denn Spanien bietet beides. Im Landesinnern gibt es Naturräume von faszinierender Schönheit. Eine Vielzahl an Seen und Stauseen eignet sich für ein erfrischendes Bad und bietet eine breite Palette zur Ausübung von Wassersportarten.

Seen in Spanien: Der größte See in Katalonien

Als einer der bedeutendsten Tourismus-Seen Spaniens gilt der Estany de Banyoles in der Provinz Girona, in dem unzählige Vogelkolonien beheimatet sind und in dem gebadet werden darf. Mit einer Länge von 2.100 Metern und 750 Metern Breite handelt es sich um den größten See Kataloniens. Bei Anwohnern, Ausflüglern und Urlaubern steht dieses Erholungsgebiet vor allem wegen der Wander- und Fahrradwege, die den See umrunden, hoch im Kurs.

Seen in Spanien: Die Lagos de Covadonga liegen über 1.000 Meter Höhe

Malerisch schmiegen sich die Lagos de Covadonga in die pittoreske Berglandschaft des ältesten Nationalparks Spaniens, die Picos de Europa (Asturien), zu denen man über eine zwölf Kilometer lange Serpentinenstraße gelangt. Der Lago Enol ist der erste der beiden Seen in 1.070 Metern Höhe. Auf seinen weitläufigen grünen Hängen grasen Kühe, Pferde und Schafe, die sich auch durch Besucher nicht aus der Ruhe bringen lassen. Weiter geht es dann zum Lago Ercina in 1.108 Meter Höhe. Er ist nicht zuletzt dafür berühmt, dass er wegen seiner Wasservegetation und ja nach Lichteinfall in verschiedenen Farben wie hell- oder dunkelgrün, aber zuweilen auch gelb oder rot schillert.

Badeseen in Spanien gibt es reichlich: Besonderen Badespaß versprechen die Lagunas de Ruidera mit ihren 15 Lagunen und Kaskaden

Badespaß versprechen auch die von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärten Lagunas de Ruidera in den Provinzen Ciudad Real und Albacete. Die 16 Lagunen mit ihren Kaskaden und Wasserschnellen bieten eine außergewöhnliche Flora und Fauna sowie unvergessliche Sonnenuntergänge. Der geschützte Naturpark von knapp 4.000 Hektar Größe wird von unterirdischen Strömungen und Quellen gespeist, die zwischen den Orten Ossa de Montiel und Ruidera zusammenfließen. So bilden sich mehrere kleine Seen, deren klares Wasser nicht besonders tief ist.

Hier entspringt der Río Guadiana, der über 15 Kilometer unter der Erde verschwindet und erst bei den Orten Villarrubia de los Ojos und Daimiel wieder zum Vorschein kommt. Der Charme der Lagunen zog bereits den spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes in seinen Bann. Einige Episoden von Don Quijote spielen in Campo de Montiel, wo der Großteil des Naturparks liegt.

Badeseen bietet vor allem die Extremadura im Süden des Landes

Die spanische Region mit den meisten Süßwassergebieten ist die Extremadura, wo vor allem die Stauseen von Cíjara, Orellana, La Serena oder García de Sola hoch im Kurs von Erholungssuchenden stehen. Aber auch Regionen wie Madrid, Navarra oder Kastilien-León bieten große Wasserflächen. Das Besondere: Anstelle von Salzkrusten spürt man dort die frische Bergluft auf der Haut, und statt auf Palmen blickt man auf Wälder und Berge. In der Sierra de Guadarrama zum Beispiel liegen eine Autostunde von Madrid entfernt Stauseen wie der Valmayor, El Atazar oder San Juan, die wegen ihrer verschiedenen Wassersportmöglichkeiten sehr beliebt sind.

Zahlreiche Möglichkeiten, sich in Süßwasserfluten zu stürzen, gibt es auch in Kastilien-León. Besonders hoch im Kurs steht hier der See von Sanabria (Zamora), wo jeweils im Sommer internationale Paddelwettkämpfe veranstaltet werden, der Burguillo-Stausee (Ávila), dessen Ufer man von Bord eines Ausflugsschiffs aus kennenlernen kann, oder der südliche Teil des Ebro-Stausees (Burgos), ein beliebtes Gebiet für Kitesurfer oder Kanufahrer.

Süßwasserseen: Wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten

Doch wie ist es eigentlich um die Süßwasserseen in Spanien bestellt? Nach einem Bericht der geografischen Abteilung der Universidad Complutense (UCM) in Madrid nehmen diese Gewässer nur eine verhältnismäßig geringe Fläche ein, wenngleich es landesweit etwa 2.500 Stillgewässer gibt. Doch sind die meisten von ihnen von geringer Ausdehnung und viele davon nicht das ganze Jahr über mit Wasser gefüllt.

Stillgewässer sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, aber sie sind vergängliche Biotope, die mit der Zeit altern und allmählich verlanden. Durch Ablagerungen von anorganischem und organischem Material erhöht sich der Gewässerboden. Dies führt zu einer Vegetationsabfolge von Wasser zu Land und gilt ebenso für kleine Weiher wie auch für große Seen. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich vielfach dort wo einmal große Seengebiete lagen, fruchtbare Ebenen entwickelt.

Aus einem Bericht der Vereinten Nationen geht hervor: Weltweit gibt es mindestens 12,8 Millionen Quadratkilometer Feuchtgebiete. Doch mit sinkender Tendenz. Allein im Verlauf des 20. Jahrhunderts reduzierte sich ihre Fläche um etwa 50 Prozent. Den Feuchtgebieten wird buchstäblich das Wasser abgegraben, indem Flüsse begradigt und aufgestaut werden. Damit schwinden immer mehr natürliche Überflutungsflächen. Europa macht da keine Ausnahme. Allein in den 1980er Jahren wurden zwei Drittel der Feuchtgebiete trockengelegt.

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