Ein Frewilliger der Lebensmittelbank füllt einen Box mit Tüten voller Nahrungsmittel.
+
Lebensmittelbanken rüsten sich, um Bedürftige mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.

Spendenaktion der Lebensmittelbanken

Coronavirus Spanien: Hilfswerke rüsten sich für Kampf gegen Armut

  • vonStephan Kippes
    schließen

Corona bringt im Schlepptau die Armut nach Spanien. Viele Familien kommen ohne Hilfe nicht über die Runden. Die Lebensmittelbanken rufen zu Hilfsaktion auf.

Madrid – Die Armut in Spanien nimmt zu und zahlreiche Familien können sich ohne Hilfe nicht mehr alleine versorgen. Die Heilsarmee, das Rote Kreuz, die Kirchen und viele Hilfsorganisationen versuchen vor Ort, die Not zu lindern, die im Schlepptau der Coronavirus-Pandemie das Land erfasst. Auch das Tourismuspfarramt der EKD unter Leitung von Pfarrer Klaus Eicher hat eine Hilfsaktion gestartet.

Fast alle die Hilfswerke arbeiten mit den Lebensmittelbanken in Spanien zusammen. Von dort aus werden viele Stellen mit Grundnahrungsmittel versorgt, die sie wiederum an Bedürftige ausgeben. Die traditionelle große Lebensmittelspendenaktion „La Gran Recogida de Alimentos“ soll nun die zur Neige gehenden Vorräte der Lebensmittelbanken füllen. Allerdings hat die landesweite Hilfsaktion ihr Format geändert.

Coronavirus Spanien: Mit Spenden und Lebensmitteln gegen die Armut

Wegen der Ansteckungsgefahr und der Coronaviruskrise können Kunden nicht mehr Lebensmittel kaufen und dann in den extra bereitgestellten Einkaufswagen deponieren und somit die Aktion mit unverderblichen Grundnahrungsmitteln unterstützen. 2019 kamen auf diese Weise 21.000 Tonnen in 11.000 Sammelstellen zusammen.

Stattdessen bittet der Verband von 54 Lebensmittelbanken im Rahmen der Gran Recogida de Alimentos bis Sonntag, 22. November, um Geldspenden. Spenden kann man nach wie vor an den Supermarktkassen, indem man bei der Bezahlung eines Einkaufs den Betrag nennt, den man der Lebensmittelbank zukommen lassen will.

Große Aktion gegen Coronvirus-Krise: Statt Lebensmittel nun Geldspenden

Auch Online kann man die größte Aktion der Bancos de Alimentos unterstützen, und zwar bis Sonntag, 6. Dezember. Es geht ebenso leicht wie im Supermarkt. Die Website www.granrecogida dealimentos.org besuchen und dort dem Reiter „Dona Ahora“ folgen.

Spanien steht europaweit an der Spitze, was die Solidarität mit den Bedürftigen und deren Hilfe durch die Lebensmittelbanken angeht. Jeder Spanier spendet im Schnitt fast ein halbes Kilo im Jahr, bei den Franzosen, Italienern und Portugiesen kommen nicht mehr als 200 Gramm zusammen. Auch Stars wie Torwart Iker Casillas machen sich stark für die Aktion stark, von die so vielen Bedürftige in Spanien aus einer Notsituation hilft.

384 Lebensmittelbanken helfen in 24 Ländern Europas, die schlimmste Not von 6,1 Millionen Menschen zu lindern – nämlich den Mangel an Lebensmitteln. Gleichzeitig führen die Lebensmittelbanken einen erbitterten Kampf gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln, allein in Spanien landen sieben Millionen Tonnen im Müll. Der Verband spanischer Lebensmittelbanken erhielt für diesen Einsatz 2021 den Prinz-von-Asturien-Preis für Eintracht – die höchste Auszeichnung in Spanien, die Hilfswerken zukommen kann.

Netzwerk gegen Armut: EU, Staat und Wirtschaft unterstützen Lebensmittelbanken

Über 3.200 Freiwillige setzen sich für die Lebensmittelbanken in den verschiedenen Provinzen ein. Das Netzwerk wird nicht nur von der EU und vom Staat unterstützt, sondern auch von zahlreichen Betrieben aus der Lebensmittelindustrie und aus der Landwirtschaft. Ihre Regale füllen sich auch mit der Hilfe von Sammelaktionen und durch die Unterstützung von Privatfirmen, die keine Lebensmittel produzieren. So kann die Lebensmittelbank jeden Tag 415 Tonnen an verschiedene Hilfsorganisationen verteilen, die wiederum über eine Million Menschen versorgen.

Dieses Jahr haben sich im Frühjahr und im Herbst in den großen Metropolen die „colas de hambre“ gebildet: Menschen stehen auf der Straße vor Hilfsorganisationen Schlange, weil sie sich nicht mehr versorgen können. Es ist ein entwürdigendes Bild.

Wegen Corona rührt die Lebensmittelbank nun erstmals die Werbetrommel für Geldspenden. Und das mit ungewissem Ausgang in einem Jahr, in dem die soziale Not groß sein und im Winter wohl auch noch wachsen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare