Schutzmasken in Spanien Pflicht

Coronavirus-Maskenpflicht: Diese Regeln gelten in Spanien

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Bezahlen nur mit Abstand: Hier auf Alicantes Mercadillo in der Calle Teulada. Dort sind Masken ohnehin schon Pflicht.
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Seit dem 21. Mai gilt in ganz Spanien eine weitgehende Maskenpflicht gegen die Ausbreitung des Virus Sars-Cov-2. Doch der Coronavirus-Experte der Regierung, Fernando Simón, hält den Zwei-Meter-Abstand für die beste Schutzmaske. Die wichtigsten Regeln auf einen Blick.

  • Maskenpflicht in Spanien gilt seit Donnerstag, 21. Mai. Regeln sind als Dekret im Amtsblatt publiziert.
  • Schutzmasken gegen Coronavirus in Spanien für alle ab sechs Jahren Pflicht: in allen öffentlichen geschlossenen Räumen sowie im Freien, wenn der Zwei-Meter-Abstand nicht garantiert werden kann.
  • Experten in Spanien, Europa und bei WHO über Schutzmasken uneinig.

Madrid - Laut Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa sollen Schutzmasken vor dem Coronavirus in allen öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen, also auch Geschäften, getragen werden müssen sowie auch im Freien, immer dann, „wenn der minimale Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht gewährleistet werden kann.“ So ist es auch im BOE, dem Amtsblatt, veröffentlicht worden. Am Donnerstag, 21. Mai, trat das Gesetz in Kraft.

Maskenpflicht in Spanien - Zusammenfassung des Amtsblatts

Wer soll Masken tragen, wer nicht?

  • Maskenpflicht besteht für alle Bürger, die älter als sechs Jahre sind.
  • Für Kinder zwischen drei und fünf Jahren wird das Tragen einer adäquaten Maske empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.
  • Für Kinder unter drei Jahren ist eine Maske nicht nötig.
  • Personen, die chronische Atembeschwerden haben oder bei denen das Tragen der Maske vorhandene Gesundheitsprobleme verschärfen würde, sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Als Risikogruppe haben sie selbst besonders auf Abstand zu achten.

Welche Masken sollen getragen werden?

  • Das Amtsblatt erklärt alle Schutzmasken für gültig, soweit sie Nase und Mund bedecken.
  • Empfohlen werden chirurgische und hygienische Schutzmasken zur Einmalverwendung, bei Einhaltung der Vorgaben zur Tragedauer.
  • Das Gesundheitsministerium warnt vor der falschen (zu langen) Verwendung von Einmal-Produkten ebenso wie vor unzureichender Desinfektion von Mehrwegprodukten und empfiehlt, auf Eigenbauten zu verzichten.

Wann ist die Maske zu tragen, wann nicht?

  • Die Grundregel lautet, dass die Maske überall dort im öffentlichen Raum (drinnen wie draußen) zu tragen ist, wo ein Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Beispiel: Sie gehen in einem Gebiet spazieren, wo es kaum andere Leute gibt und wo sie jenen, denen sie begegnen, bequem mindestens zwei Meter aus dem Weg gehen können. Dort ist Maske nicht nötig. Sie kommen vom Spaziergang zurück, in ihrer Straße, im Hauseingang, im Treppenhaus oder Aufzug sollte die Maske getragen werden.
  • Ausdrücklich ausgenommen von der Tragepflicht sind Sportarten, die mit dem Tragen der Maske unvereinbar sind (z.B. Joggen, was aber nicht von der Mindestabstandspflicht befreit) sowie Fälle höherer Gewalt oder Notsituationen und bei der Einnahme von Speisen und Getränken. Anmerkung: Da der Abstand der Tische auf Lokalterrassen ohnehin mindestens zwei Meter zu betragen hat, ist das Tragen hier also nicht nötig, gehen Sie zur Toilette dann allerdings schon.
  • Verstöße gegen das Regierungsdekret können mit Bußgeldern zwischen 600 und 30.000 Euro geahndet werden.
Eine Kellnerin bedient mit Handschuhen und Atemschutzmaske die Gäste.

Relative Maskenpflicht in Spanien: Wo kein Coronavirus, da keine Maske nötig

Der Gesundheitsminister kündigte die weitgehende Maskenpflicht bereits am Sonntag im öffentlichen Fernsehen an, am Dienstag erläuterte er weitere Details. Danach gehe es vor allem darum, dass die Menschen beim Verlassen und Betreten ihrer Häuser, beim Einkauf und überall dort, wo sich nicht immer der nötige Abstand einhalten lässt, Masken zu tragen.

Seit 13. April galt in Spanien die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske für die Allgemeinheit nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln, zuvor natürlich auch schon in sensiblen Einrichtungen und für Personen mit Covid-19-Symptomen.

Am 18. März twitterte das spanische Gesundheitsministerium noch: Gesunde Menschen brauchen keine Maske zu tragen. Am 7. Mai findet man bereits Masken „für jeden Typ“. Nun wird die Maskenpflicht allgemein.

Die Ankündigung bedeutet zwar, dass Spanien eine sehr weitreichende, aber keine generelle Maskenpflicht einführt. Wer Sport treibt oder Wandern und Spazieren geht und auf den entsprechenden Abstand achtet, darf das auch ohne Schutzmaske. Das gleiche gilt für den Besuch einer Restaurant-Terrasse. Da dort die Tische bereits mindestens zwei Meter auseinanderstehen sollen, erübrigt sich das Tragen einer Maske, wenn man das nicht selbst wünscht.

Die Details wurden am Mittwoch, 20. Mai im Amtsblatt (BOE) veröffentlicht.

Ob Freestyle-Modelle wirklich schützen?

Das Hauptziel der Maßnahme besteht darin, das Infektionsrisiko mit Sars-Cov-2 weiter so minimal wie möglich zu halten. Da sich Menschenansammlungen in der Phase der Deeskalation immer weniger vermeiden lassen werden, will man die guten Ergebnisse beim "Biegen der Kurve" nicht gefährden oder gar einen größeren Rückfall riskieren.

Die beste Maske ist noch immer der Zwei-Meter-Abstand.

Fernando Simón, Chef des sanitären Krisenstabes der spanischen Regierung

Allerdings ist sich die Fachwelt, nicht einmal die Regierung über den Sinn oder die Kontraproduktivität der Masken im allgemeinen Gebrauch einig. Spaniens Coronavirus-Guru, Fernando Simón, Chef des sanitären Krisenstabes und erfahrener Virologe, hielt sie noch vor wenigen Tagen bei Personen, die keine Symptome zeigen oder zu besonders gefährdeten Gruppen gehören, „für wenig sinnvoll“. Allerdings sagte er kürzlich, dass es „angesichts der Schwere der Krise manchmal besser ist, zu übertreiben“. Und immerhin würde man so den Ausstoß von Körperflüssigkeiten durch Atmung, Niesen oder Husten minimieren, auch bei Personen die asymptomatisch sind, aber ansteckend sein können.

Fernando Simón verweist jedoch auch darauf, sich einem „falschen Sicherheitsgefühl hinzugeben“. Die Maske sei kein Universalschutz. Falsche Anwendung könnte sogar das Infektionsrisiko erhöhen, vor allem wenn man Masken zwischendurch absetzt, wobei sie in Kontakt mit Händen oder anderen Oberflächen kommen. Simón sieht Schutzhandschuhe in diesem Zusammenhang noch kritischer.

Während die EU in einer Empfehlung für Schutzmasken von „dringend empfohlen spricht“, hat die Weltgesundheitsorganisation, WHO, eine andere Ansicht. „Wer gesund ist, braucht nur eine Maske, wenn er in Kontakt mit jemandem kommt, der unter dem Verdacht steht mit dem Coronavirus infiziert zu sein“, liest man auf der WHO-Webseite.

In Europa war Tschechien das erste Land, dass Schutzmasken weitgehend verpflichtend eingeführt hat. In Frankreich und Deutschland sind sie bis dato ebenfalls nur im öffentlichen Verkehr Pflicht, in Italien in allen geschlossenen öffentlichen Räumen, in Portugal im gesamten öffentlichen Raum.

Falsche Verwendung gefährlicher als keine Maske

Sorgen dürfte dem Gesetzgeber auch machen, welche Maske er empfehlen soll. Bekannt ist, dass die chirurgischen Nase-Mund-Schutze und die sogenannten hygienischen Masken als nur teileffizient gelten, aber am meisten verfügbar und durch den Preisdeckel von 0,96 Euro pro Stück auch die erschwinglichsten sind. Zudem sind es Wegwerfmasken, was das Risiko falscher Sterilisation eliminiert.

Fernando Simón jedenfalls hat sich letztlich für ein salomonisches Urteil entschieden: „Ich werde mich nicht für oder gegen die Verpflichtung zum Tragen von Masken aussprechen. Wir sollten aber andere Aspekte nicht außer acht lassen: Die beste Maske ist noch immer der Zwei-Meter-Abstand.“

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