Junge Frau in Spanien trägt Maske
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Die gute Laune nicht verlieren: Für die Mehrzahl der Spanier heißt es noch wochenlang: Zu Hause bleiben.

Coronavirus Spanien

Erstmals Lockerung bei Ausgangssperre - Opferzahl wieder leicht gestiegen

  • vonMarco Schicker
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Ab kommenden Montag dürfen Kinder in Spanien an die frische Luft, - vielleicht bald auch ältere Menschen. Auch neue Schnelltests aus China waren fehlerhaft. Derweil kursieren die Fake-News.

Madrid - Die aktuellen Daten zum Coronavirus in Spanien seitens des Gesundheitsministeriums geben mit Stand Dienstag, 21. April, 12 Uhr, einen leichten Anstieg der Covid-19-Todesopfer an. Demnach sollen in den vergangenen 24 Stunden (bis Montag 21 Uhr) 430 Menschen an und mit dem Coronavirus gestorben sein, gegenüber 399 am Tag zuvor. Insgesamt starben 21.282 Menschen, 204.178 sind als infiziert registriert, 82.514 haben die Krankheit nachweislich überwunden. Weltweit wurden 170.000 Coronavirus-Tote und 2,4 Millionen Infizierte gezählt (Johns Hopkins Universität)

"Kurze Spaziergänge" für Kinder

Heute wird der spanische Ministerrat erstmals seit 14. März Erleichterungen der Ausgangssperre beschließen. Bildungsministerin Isabel Celaá konkretisierte im öffentlichen Fernsehen TVE, dass ab Montag, 27. April, Kindern bis 12 Jahren „ein täglicher kurzer Spaziergang“ gestattet wird, dabei müssen sie „von einem Erziehungsberechtigten begleitet und zu jeder Zeit sorgsam beaufsichtigt“ werden. Spielplätze und Parks bleiben tabu, die Eltern müssen jede Zusammenkunft mit anderen Kindern vermeiden. Kritik gibt es an der Altersbeschränkung, die Vereinigung der Kinderärzte empfahl, allen Minderjährigen bis 18 Jahren Ausgang zu ermöglichen, Katalonien fordert bis 17 Jahre, andere Autonome Regionen wenigstens bis 14 Jahre. Laut Celaá wird bereits darüber nachgedacht, auch älteren Menschen Spaziergänge zu erlauben, allerdings wird der Beschluss dazu noch nicht am heutigen Dienstag gefasst werden.

Der Ministerrat am Dienstag wird auch neue Wirtschaftshilfen und Sozialmaßnahmen beschließen, die sich an die neue Lage und die verschärften Aussichten anpassen sollen.

Spanien storniert Covid-19-Tests

Die skandalöse Lieferung von 640.000 nutzlosen Covid-19-Tests von der chinesischen Firma Bioeasy Ende März, hat ein Nachspiel. Denn auch die neue Partie der auf dem Fluoreszenz-Verfahren basierenden Tests verfügt nicht über die erforderliche Testsicherheit (Sensibilität), um sie im Gesundheitswesen einzusetzen. Die Zuverlässigkeit erreicht nach wie vor lediglich 30 bis 50%. Das stellte das Testlabor Carlos III in Madrid fest. Die Regierung löst den Vertrag mit dem spanischen Zwischenhändler nun ganz auf und fordert das Geld zurück.

Inzwischen hatte die chinesische Regierung Spanien eine Liste mit geprüften, „zuverlässigen“ Lieferanten übermittelt, über die Schutzmaterial und Tests im Wert von 532 Millionen Euro eingekauft wurden. Darin enthalten ist auch die Belieferung mit 5,5 Millionen Schnelltests sowie die Lieferung von Millionen von Schutzmasken über acht Wochen, sagte Gesundheitsminister Salvador Illá. Seit Ausbruch der Coronavirus-Krise ist der Markt für Schutzausrüstung und Labortests „sehr aggressiv“ geworden, so Präsident Pedro Sánchez, „Wir sehen regelrechte Auktionen, auf denen finanzstarke Länder wie die USA oder Deutschland fast jeden Preis zahlen“, ergänzte Gesundheitsminister Illá. Spanien hat mittlerweile fast eine Million PCR-Tests durchführen können .

Es gibt keinen öffentlichen Zeitplan

Seit 13. April kursiert im Internet hartnäckig ein vermeintliches Amtsblatt (BOE) der Regierung, in dem ein vorläufiger Zeitplan zur Wiedereröffnung von Geschäften, Branchen und anderen Einrichtungen aufgelistet ist, so wird darin unter anderem von der Öffnung von Restaurants ab 1. Juni geschrieben. Bereits am gleichen Tag wurde dieses „Dekret“ als Fake entlarvt. Einen solchen Beschluss gab es nie. Dennoch kursiert die Fälschung nach wie vor. Das Investigativportal maldita.es, eine unabhängige Plattform hunderter Journalisten zur Entlarvung von Fake-News, hat die gut gemachte Fälschung ausführlich dokumentiert und ihre Wege durchs Netz nachvollzogen.

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