Reihenhäuser in der Gemeinde Altea an der Costa Blanca mit Blick auf das Meer und Berge.
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Spaniens Immobilienmarkt erwartet einen Crash.

Rückgang der Immobilienpreise

Immobilienmarkt in Spanien vor Corona-Crash: Experten befürchten Preisrückgänge

  • vonDaniela Schlicht
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In Spanien bekommt der Immobilienmarkt die Folgen der Coronavirus-Krise zu spüren. Erste Eigentümer schrauben ihre Erwartungen beim Immobilienverkauf runter. Experten erwarten einen Immobilienpreisrückgang von bis zu 15 Prozent.

  • Spaniens Immobilienpreise erwartet ein Crash infolge der Lockdown-Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie.
  • Je nach Region in Spanien rechnen Experten mit einem Rückgang der Immobilienpreise von 6,5 bis 15 Prozent.
  • Zwischen Corona-Infektionen und Rückgang der Immobilienpreise ist eine Korrelation erkennbar.

Madrid - Spaniens Immobilienmarkt wird womöglich auf den nächsten Einsturz zusteuern. Laut einem Bericht von Bloomberg rechnen Experten, die die Auswirkungen des Coronavirus-Lockdowns auf die Immobiliennachfrage untersuchen, damit, dass die Immobilienpreise in diesem Jahr einen Rückgang zwischen 6,5 Prozent und 15 Prozent erfahren werden.

„Wir befinden uns am Anfang eines Preisverfalls, der sich erst im September bemerkbar machen wird“, meint Gonzalo Bernardos, Wirtschaftsprofessor und Leiter des Immobilien-Masterstudiengangs an der Universität Barcelona. „Bis zum Jahresende werden die Immobilienpreise in Spanien um zwölf Prozent gefallen sein, weil dies wahrscheinlich die heftigste Wirtschaftskrise ist, die wir je hatten“.

Einbruch der Immobilienpreise würde Spanien empfindlich treffen

Der sich abzeichnende Einbruch erfolgt just nachdem der spanische Immobilienmarkt sich um 32 Prozent von seinem Tiefpunkt Anfang 2014 erholen konnte. In einem Land mit 80 Prozent Wohneigentum und in welchen Immobilien als primärer Notgroschen angesehen werden, würde ein Einbruch der Immobilienpreise nach der Corona-Krise das Land empfindlich treffen.

Weitere Beobachter in Spanien, die für dieses Jahr Rückgänge von mehr als zehn Prozent vorhersagen, sind Raymond Torres vom Think Tank Funcas in Madrid und Alejandro Inurrieta, Immobilienberater und ehemaliger Ökonom im spanischen Wirtschaftsministerium. Etwas optimistischer schätzt Fernando Rodríguez de Acuna, Direktor des in Madrid ansässigen Immobilien-Beratungsunternehmens R. R. de Acuna & Asociados, die Lage auf dem spanischen Immobilienmarkt ein. Er prognostiziert einen Rückgang von etwa 6,5 Prozent. 

Der sich abzeichnende Einbruch erfolgt just nachdem der spanische Immobilienmarkt sich um 32 Prozent von seinem Tiefpunkt Anfang 2014 erholen konnte. In einem Land mit 80 Prozent Wohneigentum und in welchen Immobilien als primärer Notgroschen angesehen werden, würde ein Einbruch der Immobilienpreise nach der Corona-Krise das Land empfindlich treffen.

In einem sind sich die Experten allerdings einig: ausschlaggebend für die Entwicklung der Immobilienpreise sind zum einen das Beschäftigungswachstum und zum anderen die Wirtschaftsaussichten. Spaniens Bruttoinlandsprodukt (BIP)wird nach den Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD dieses Jahr um 11,1 Prozent schrumpfen. Falls es eine zweite Coronavirus-Infektionswelle mit erneutem Lockdown geben sollte, geht man gar von 14,4 Prozent aus.

Die Immobilienpreise fallen bei Neubauten weniger als bei älteren Objekten.

Preise der Immobilien in Spanien korrelieren mit Corona-Infektionen

Interessanterweise konnte man eine Korrelation zwischen dem Ausmaß der Corona-Infektion und dem Rückgang der Immobilienpreise in Spanien entdecken. Navarra und Castilla y León beispielsweise zählen zu den Regionen mit den höchsten Infektionsraten und verzeichneten im Mai die höchsten Preisrückgänge im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus den Daten hervor, die Bloomberg vom Gesundheitsministerium, der Statistikagentur INE und Idealista.com, der größten Webseite für Immobilienverkäufe, zusammengestellt hat. Im Gegensatz dazu stiegen in den Regionen mit den wenigsten Fällen pro 100.000 Einwohnern - Andalusien, Balearen und Murcia - die Hauspreise um 3,8 bis 6 Prozent.

Immobilienpreise in Spanien könnten sich schnell erholen

Miriam Goicoechea, Leiterin der Forschung im Bereich Wohnen und Alternativen bei CBRE geht davon aus, dass der Preiseinbruch des Wohnungsmarktes in Spanien diesmal nicht so drastisch sein wird wie das 2014 der Fall war: „Wir haben keinen Angebotsüberschuss, der verkauft werden muss, und wir haben auch nicht den Verschuldungsgrad, den wir in der Krise von 2008 gesehen haben. Diese beiden Faktoren werden dazu führen, dass wir eine viel schnellere Erholung haben werden.“

Laut einem Tweet des Spanischen Statistikamts INE vom 11. Juni 2020, gingen die Eigentumsregistereinträge von Wohnimmobilienkäufen/verkäufen im Vergleich zu April 2019 um 39,2 Prozent zurück. Der Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln ist mit am stärksten von dem Einbruch betroffen. Die Balearen und die Region Valencia samt der Costa Blanca, deren Markt ebenfalls stark von Ausländern geprägt wird, kamen mit minus 27,7 beziehungsweise minus 32,7 Prozent vergleichsweise glimpflich davon.

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