In der Altstadt von Salamanca sind nur wenige Personen zu sehen wegen des Corona-Lockdowns.
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Kulturstadt abgeriegelt: Wegen der Coronavirus-Pandemie wird in Salamanca die Bewegungs-und Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

Nachrichten aus Spanien

Spanien im Blick: Aktuelle Nachrichten in Kurzform

  • vonMarco Schicker
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  • Stephan Kippes
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Die Einschränkungen in Spanien wegen der Coronavirus-Epidemie werden mehr. In Katalonien protestiert das Gastgewerbe gegen den Lockdown. König Felipe VI ruft unterdessen zu Einheit auf.

  • Nachrichten aus Politik, Gesellschaft und Sport in Spanien: Regierung will Mehrwertsteuer erhöhen.
  • Einschränkungen wegen Coronavirus-Pandemie nehmen zu: Über 30 Städte in Spanien abgeriegelt.
  • Proteste wegen Lockdown: Gastronomie in Katalonien bewirft Regierungsitz mit Eiern.

Coronavirus: Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie nehmen zu

Update, 17. Oktober: Angela Merkels Aufruf “Bleiben Sie zu Hause“ macht auch in Spanien Schule. Ob des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen ruft die Regionalregierung der nordspanischen Region Kantabrien die 530.000 Einwohner zur freiwilligen Selbstisolation auf, also zur maximalen Einschränkung der „sozialen Aktivität und Mobilität“. Familientreffen und Zusammenkünfte sollen verschoben, geschlossene Räume ebenso wie Bars und Restaurants nach 22 Uhr gemieden werden. Inzwischen haben über 30 Städte in den Regionen Madrid, Kastilien León, Galicien, Navarra, Extremadura, Andalusien und Murcia die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit wegen der Coronavirus-Epidemie mitunter massiv eingeschränkt und die Stadtgebiete abgeriegelt - jüngst die Kulturstadt Salamanca.

Elend in der Coronavirus-Krise: Menschenschlangen vor Ausgabestelle der Hilfsorganisationen

Update, 17. Oktober: Dieses Wiedersehen macht keine Freude. In mehreren Vierteln Madrids bilden sich vor den Ausgabestellen für Lebensmittel und Kleidung von Hilfswerken wieder ellenlange Schlangen von Bedürftigen, denen es an Lebensmitteln und Kleidung fehlt. Die sogenannten „colas de hambre“ - übersetzt Menschenschlangen des Hungers heißt - verdeutlichten bereits im Frühjahr und Winter, was für ein Leid die Coronavirus-Pandemie in den unteren sozialen Schichten verursacht. Die Hilfsorganisation „Save the children“ warnt vor der Zunahme der Kinderarmut in Spanien. An die 2,1 Millionen Kinder lebten in Spanien an der Grenze zur Armut, fast jedes dritte Kind in Spanien leide darunter. Die Situation sei in Europa nur noch in Rumänien und Bulgarien noch „elender“.

Gastronomie protestiert gegen die Schließung der Bars und Restaurants in Katalonien

Update, 16. Oktober: Das Gastgewerbe in Katalonien protestiert gegen die für zwei Wochen angeordnete Schließung der Restaurants und Bars wegen der Coronaviruskrise. Es fliegen Eier auf den Regierungssitz der Generalitat in Barcelona. Vom Lockdown des Gastgewerbes sind in Katalonien rund 44.000 Betriebe betroffen, die Verluste werden auf 780 Millionen Euro geschätzt. Viele Betreiber stehen vor dem Ruin, da sie den Ausfall der Einnahmen nicht abfangen können. Derweil geht die Landespolizei gegen Trinkgelage vor, zu denen sich junge Leute abends auf Straßen und Plätzen versammeln.

Mitarbeiter der Gastronmie protestieren gegen die Schließung der Bars in Katalonien.

Regierung plant Mehrwertsteuererhöhung auf Erfrischungsgetränke

Update, 16. Oktober: Die Regierung will die Mehrwertsteuer auf Erfrischungsgetränke erhöhen, die mit Zucker oder Süßstoffen hergestellt sind. Der IVA-Satz soll von zehn auf 21 Prozent erhöht werden.

Spaniens König ruft die Politik zur Beendigung der Konfrontation auf

Update, 16. Oktober: Spaniens König Felipe VI. ruft Politiker und Institutionen bei der Verleihung der Prinzessin-von-Asturien-Preise zu mehr Kooperationsbereitschaft auf. Alle Kraft und alle Fähigkeiten der Gesellschaft sowie alle Mittel des Staates müssten auf die Überwindung der Krise konzentriert werden, so der König. Die fast 15-jährige Kronprinzessin Leonor versichert in ihrer Rede, sie habe in der Coronavirus-Pandemie gelernt, wie wichtig „Verantwortungsbewusstsein“ und „wie bedeutend Solidarität“ sei. Die Preisträger würden diese Tugenden vorleben, meint Leonor. Die auch als spanische Nobelpreise bekannten Auszeichnungen werden alljährlich in Oviedo in acht Sparten vergeben. Jeder Gewinner erhält neben 50.000 Euro auch eine Skulptur von Joan Miró. Zu den Preisträgern gehören dieses Jahr in der Sparte „Eintracht“ das medizinische Personal, das in Spanien seit Monaten die Pandemie bekämpft. In der Sparte „Forschung und Technik“ geht der Preis an die vier Mathematiker Yves Meyer (Frankreich), Ingrid Daubechies (Belgien/USA), Terence Tao (Australien/USA) und Emmanuel Candès (Frankreich/USA). Ausgezeichnet wird auch der türkische Ökonom Dani Rodrik (Sozialwissenschaften) sowie der US-Amerikaner John Williams und der italienische Filmmusik-Komponist Ennio Morricone (Kunst), der im Juli einen Monat nach der Bekanntgabe des Preises im Alter von 91 Jahren gestorben war. Der Preis in der Sparte „Sport“ geht an den zweimaligen spanischen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz. Weitere Preise gingen an die Leiterinnen des Hay Festivals, Cristina Fuentes und María Sheila Cremaschi, zusammen mit der Internationalen Buchmesse von Guadalajara („Kommunikation und Humanwissenschaften“), Anne Carson (Literatur) sowie an die Impfallianz Gavi („Internationale Zusammenarbeit“).

Die Königsfamilie würdigt mit der Verleihung der Prinzessin-von-Asturien-Preise herausragende Leistungen in acht Sparten.

Regierung bietet PP Pakt über Reform des Obersten Justizrates an

Update, 16. Oktober: Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez bietet der konservativen Volkspartei ein Abkommen über die überfällige Reform des Obersten Justizrates an, der einen Einfluss auf die Besetzung Gerichte ausübt. Die Reform kommt bisher nicht zustande, da die PP sich gegen jede Mitsprache des Koalitionspartners Podemos bei einer Neubesetzung des Gremiums sträubt. Der daraufhin beabsichtige Alleingang der Regierung, die ohne die PP nicht über genug Stimmen im Parlament für das Vorhaben verfügt, ist von der Europäischen Union kritisiert worden. Die spanische Politik ist von starken Konfrontation zwischen Volkspartei und Regierung in allen Bereichen geprägt.

Wirte keine Lust auf Ballermann

Update, 15. Oktober: Die Gäste fehlen: Viele Ballermann-Wirte auf Mallorca zeigen kaum Interesse an der Wiedereröffnung wie sie jetzt bei kleineren Lokalen wieder möglich ist. Eines der wenigen Lokale, die ihre Türen am Donnerstag wieder öffneten, war das „Et Dömsche“ mit Kölsch vom Fass. Die vor allem bei deutschen Touristen beliebte Vergnügungsmeile mit „Bier-“ und „Schinkenstraße“ an der Playa de Palma war vor drei Monaten geschlossen worden, weil sich Gäste nicht an die Corona-Maßnahmen gehalten hatten. Da die Corona-Zahlen inzwischen wieder niedriger sind, hatte die Regionalregierung die teilweise Wiedereröffnung erlaubt. Diskotheken und größere Partytempel dürfen aber weiterhin nicht öffnen. Einige Lokale wie das „Deutsche Eck“ hatten die Eingänge zwischenzeitlich kurzerhand von der Bierstraße zu Seitenstraßen verlegt, die nicht von der Schließungsverfügung vom Juli betroffen waren. Sie konnten deshalb weiter Gäste empfangen. „Im ersten Moment habe ich einen Lachanfall bekommen“, zitierte die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“ Miki Ferrer von „Palma Beach“, einer Initiative von Wirten für einen gehobeneren Tourismus. „Nach allem, was passiert ist, sollen wir wieder aufmachen, wenn keine Leute mehr da sind?“, kommentierte Ferrer die Ankündigung der Lockerungen. „Die positive Entwicklung der epidemiologischen Situation auf der Insel Mallorca erlaubt es, bestimmte Einschränkungen in bestimmten Zonen wie in Magaluf oder der Playa de Palma zu verändern“, hatte die Regionalregierung mitgeteilt. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, die auf den Balearen zeitweilig auf deutlich über 100 geklettert war, konnte auf den Mittelmeer-Inseln zuletzt auf Werte um die 55 gedrückt werden.

Auf Mallorca dürfen kleine Ballermann-Lokale wieder öffnen. Einige Wirte haben kein Interesse daran.

Kein Clásico mit Publikum

Update, 15. Oktober: Das Schlagerspiel der beiden Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid am 24. Oktober findet ohne Zuschauer statt. Der Versuch des FC Barcelona, den Clásico vor einer stark reduzierten Zuschauerzahl auszutragen, scheiterte am regionalen Gesundheitsministerium. Ministerin Alba Verges fiel es angesichts der Corona-Situation „schwer, überhaupt nur darüber nachzudenken“, vor 30.000 Fans im Camp Nou spielen zu lassen, das eigentlich bis zu 100.000 fassen kann. Der Clásico dürfte Fußballfans in Barcelona in trauriger Erinnerung bleiben, da sie weder in einer Bar noch in einem Restaurant das Spiel ansehen geschweige denn gebührend auf Sieg oder Niederlage ihres Lieblingsteams reagieren können. Wegen der hohen Zahl der Corona-Infektionen müssen Bars und Restaurants in Katalonien ab dem 16. Oktober für zwei Wochen zu machen.

Die Bars und Restaurants in Katalonien sind geschlossen.

Autorin Sáenz de Urturi gewinnt Planeta-Literaturpreis

Update, 15. Oktober: Bestseller-Autorin Eva García Sáenz de Urturi hat den diesjährigen Planeta-Preis gewonnen, die am höchsten dotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. Wie die Jury am Donnerstag mitteilte, erhielt die 1972 in Vitoria im Baskenland geborene Autorin die mit 601.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren historischen Roman „Aquitania“, in dem es um kriminelle Intrigen geht. Bekannt wurde Sáenz de Urturi vor allem mit ihrer Roman-Triologie „El silencio de la ciudad blanca“, „Los señores del tiempo“ und „Los ritos del agua“ (deutsch: Die Stille des Todes, Ritual des Wassers, Die Herren der Zeit). Die Krimi-Serie, in der Inspector Ayala, genannt Kraken, mysteriöse Fälle löst, wurde allein in Spanien mehr als eine Million Mal verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt. Für die 69. Ausgabe des Wettbewerbs waren 582 bisher unveröffentlichte Romane eingereicht worden. Den zweiten mit immer noch 150 250 Euro dotierten Preis erhielt Sandra Barneda für ihren Roman über das Verhältnis zwischen einem Vater und seiner Tochter „Un océano para llegar a ti“ (deutsch: Ein Ozean, um zu Dir zu gelangen). 

Autorin Eva García Sáenz de Urturi hält den Planeta-Literaturpreis, nachdem sie für ihren Roman «Aquitania» ausgezeichnet wurde.

Harte Strafen im spanischen Korruptionsskandal „Gürtel“ bestätigt

Update, 14. Oktober: Der Oberste Gerichtshof bestätigt die harten Strafen in der Korruptionsaffäre „Operación Gürtel“ gegen Unternehmer und ehemalige Politiker der konservativen Volkspartei PP in Spanien im Großen und Ganzen. Nur einige Strafen mildert das Gericht leicht ab. Im Mai 2018 verurteilte der Nationale Strafgerichtshof 29 Angeklagte zu insgesamt 351 Jahren Gefängnis. Nur wenige Tage fiel der PP-Regierungschef Mariano Rajoy einem konstruktiven Misstrauensvotum zum Opfer, das der heutige linke Ministerpräsidenten Pedro Sánchez gegen ihn anstrengte. Bei dem Fall „Gürtel“ geht es um kriminelle Praktiken einiger Unternehmen, die Politiker der PP bestachen und im Gegenzug lukrative Aufträge erhielten. Im Mittelpunkt des größten Korruptionsskandals in der jüngeren Geschichte Spaniens stehen die illegalen Aktivitäten des Unternehmers Francisco Correa. „Gürtel“ ist die deutsche Übersetzung des Namens Correa.

Die Hauptangeklagten im Korruptionsprozess „Gürtel“.

Update, 13. Oktober: Mit einer Gesetzesänderung will die Regierungskoalition die blockierte Erneuerung des Obersten Justizrates durch die konservative Volkspartei überwinden. Die seit zwei Jahren anstehende Neubesetzung des Consejo General del Poder Judicial (CGPJ) ist eines der heiß umkämpften Felder der Innenpolitik. Dieses Organ hat einen entscheidenden Einfluss auf die Besetzung der obersten Gerichte, die wiederum immer häufiger in Streitfragen etwa beim katalanischen Separatismus, bei Korruptionsskandalen, der Corona-Pandemie oder der Monarchie das letzte Wort haben. Für die Wahl der Mitglieder des höchsten Gremiums der Justiz soll künftig die absolute Mehrheit ausreichen. Bisher müssen drei Fünftel der Abgeordneten zustimmen. Die konservative Volkspartei (PP), deren Zustimmung dann nicht mehr notwendig wäre, sprach von einem „diktatorischen Verhalten“.

Nadal mit höchstem spanischen Sport-Orden geehrt

Update, 13. Oktober: Rafael Nadal wird nach seinem 13. French-Open-Triumph mit dem höchsten spanischen Sport-Orden ausgezeichnet. Rafael Nadal erhält am Dienstag das Gran Cruz de la Orden del Mérito Deportivo, das Großkreuz des Sportverdienstordens Spaniens. Er sei der Stolz der ganzen Nation und einer der besten Tennisspieler aller Zeiten, sagte Regierungssprecherin Maria Jesus Montero. Nadal schrieb am Sonntag Geschichte, als er mit dem 6:0, 6:2, 7:5-Erfolg gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic seinen 20. Grand-Slam-Sieg feierte. Damit zog der 34-Jährige mit der Schweizer Tennis-Legende Roger Federer gleich.

Tennisstar Rafa Nadal soll nach seinem Sieg bei French Open mit dem höchsten spanischen Sportspreis geehrt werden.

Regierung verhängt Notstand über Madrid

Update, 9. Oktober: Die spanische Regierung hat über die Region Madrid am Freitag den Notstand, genauer, einen partiellen Alarmzustand verhängt. Durch die Schaffung des neuen, von der Verfassung gestützten Rechtsrahmens, ist das Urteil des Madrider Oberlandesgerichts zur Aufhebung der Quarantäne hinfällig. Alles Weitere zum Notstand in Madrid.

Verletzung der Grundrechte: Gericht kippt Abriegelung Madrids

Update, 8. Oktober: Die umstrittene Zwangsabriegelung Madrids ist von der Justiz gekippt worden. Die Anordnung des spanischen Gesundheitsministeriums beschränkt in unrechtmäßiger Form Grundrechte und -freiheiten, entscheidet das Oberlandesgericht. Die zweiwöchige Absperrung der Hauptstadt wegen der hohen Coronavirus-Infektionsgefahr und von neun weiteren Gemeinden im Großraum Madrid trat vor knapp einer Woche in Kraft. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso beugte sich zwar der Anordnung, legte aber Widerspruch ein. Nun könnte sie die Absperrungen aufheben. Die Zentralregierung kann aber noch Einspruch gegen das Urteil einlegen. Gesundheitsminister Salvador Illa sagte in einer ersten Reaktion auf die politische Niederlage nur: „Wir werden die gerichtlichen Schritte beschließen, die die Gesundheit der Bürger am besten schützen.“

Die Abriegelung Madrids wegen der Corona-Infektionsgefahr verletzt die Grundrechte der Einwohner.

Spanien und Portugal wollen die WM: Gemeinsame Kandidatur für 2030

Update, 7. Oktober: Mit einer gemeinsamen Kandidatur melden Spanien und Portugal die erste offizielle Bewerbung um die Gastgeber-Rolle bei der Fußball-WM 2030 an. Spitzenvertreter beider Verbände unterzeichnen in Lissabon einen entsprechenden Vertrag vor dem Länderspiel ihrer Nationalmannschaften, das 0:0 endet. Die Bemühungen um das Jubiläumsturnier 100 Jahre nach der ersten WM-Endrunde 1930 in Uruguay sind der zweite gemeinsame Anlauf der Südeuropäer auf den Zuschlag für die Ausrichtung eines WM-Turniers. Schon 2018 hatten Spanien und Portugal WM-Gastgeber sein wollen, doch bei der Vergabe des Turniers gewann Russland die Abstimmung. 

Podemos im Visier der Justiz: Untersuchungsrichter geht gegen linken Vize-Premier Pablo Iglesias vor

Untersuchungsrichter Manuel García-Castellón beantragt beim Obersten Gerichtshof Ermittlungen gegen den Chef der Links-Partei Unidas Podemos, Pablo Iglesias. Sollte das Gericht dem Antrag stattgeben, würde Iglesias zum Verdächtigen im sogenannten Fall Dina und wäre damit als Vize-Ministerpräsidenten untragbar. Das könnte die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez auseinanderbrechen lassen. Im Fall Dina geht es um den Diebstahl des Handys der damaligen Beraterin von Iglesias, Dina Bousselham. Auf dem Gerät gespeicherte Informationen gelangten an die Öffentlichkeit. Der Richter verdächtigt Iglesias, dieser habe selbst zu der Veröffentlichung beigetragen, um bei den Wählern als Opfer rechter Polizeikreise punkten zu können. Pablo Casado, Chef der Oppositionspartei Partido Popular (PP), forderte Sánchez umgehend auf, Iglesias zu entlassen.

Der Fall Dina bringt den eloquenten Podemos-Chef Pablo Iglesias in Erklärungsnot.

Wiederaufbauplan für Wirtschaft vorgestellt: 800.000 Arbeitsplätze für Spanien

Spanien in den nächsten drei Jahren 800.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Dazu werde man 72 Milliarden Euro aus den von der Europäischen Union für die Überwindung der Corona-Wirtschaftskrise zur Verfügung gestellten Mitteln in Gesamthöhe von 140 Milliarden verwenden, kündigt Ministerpräsident Pedro Sánchez am an. Nächstes Jahr werde man zunächst 27 Milliarden Euro einsetzen. Mit Blick auf die anstehende Parlamentsabstimmung über den Staatshaushalt bat der sozialistische Politiker um Unterstützung für seine Pläne. Einheit sei unerlässlich. „Wir müssen diesen brutalen Schlag überwinden und ihn in eine Chance zum Fortschritt verwandeln“, sagte der Regierungschef. Der „Plan zur Erholung, Transformation und Stärkung“ soll Spanien nicht nur aus der Corona-Krise führen, sondern auch die Wirtschaft modernisieren. Der Löwenanteil der Investitionen, 37 Prozent, soll der Ankündigung zufolge dem grünen Wirtschaftssektor zugutekommen. 33 Prozent sollen im Digitalbereich investiert werden. In ihrem Haushaltsentwurf für 2021 sagt die Regierung einen historischen Wirtschaftseinbruch voraus. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach im laufenden Jahr um 11,2 Prozent schrumpfen. Für 2021 rechnet man derweil mit einem Wachstum von mindestens 7,2 Prozent.

FC Barcelona in Krise: Mißtrauensvotum gegen Clubboss bestätigt

Die Amtszeit von Barcelonas Clubpräsident, Josep Maria Bartomeu, neigt sich möglicherweise dem Ende entgegen. Das Misstrauensvotum wird bestätigt, nachdem die 16.521 Unterschriften geprüft und für rechtmäßig befunden wurden. Nun muss ein Referendum innerhalb der nächsten 20 Tage durchgeführt werden, bei dem die Bartomeu-Gegner eine Zweidrittelmehrheit benötigen, um den Clubchef vom Thron zu stoßen. Bartomeu überwarf sich unter anderem mit Klub-Ikone Lionel Messi , sodass dieser sogar einen Abschied von den Katalanen in Erwägung zog. Erst nach einigen Tagen machte Messi einen Rückzieher.

In Bedrängnis: Gegen den Clubpräsidenten des FC Barcelona, Josep Bartomeu, wird ein Misstrauensantrag angestrengt.

Aus für Alcoa-Werk in Galicien: Mitarbeiter gehen in unbefristeten Streik

Update, 4. Oktober, 22:00 Uhr: Lugo - Über 1.000 Mitarbeiter des Werkes San Cibrao in Cervo (Lugo, Galicien), das zum Aluminium-Konzern Alcoa gehört, sind seit Sonntag, 4. Oktober, in einen unbefristeten Streik getreten. Sie protestieren gegen die geplante Entlassung von 534 Kollegen, die nach dem Scheitern der Verhandlungen über den Verkauf der Fabrik angekündigt wurde. Bereits seit Tagen blockierten Mitarbeiter den Eingang zur Fabrik, weil sie derm Alcoa-Management vorwerfen, die Verhandlungen mit potentiellen Käufern wie GF Alliance und SEPI mit Absicht platzen lassen zu haben, um keinem Konkurrenten eine intakte Betriebsstätte zu überlassen, wie die Gewerkschaften meinen. Alcoa, das seit Jahren für Krisen um seine spanischen Produktionsstätten sorgte, sieht sich von Seiten der Gewerkschaften, Umweltgruppen sowie politischen Parteien unter Druck gesetzt, die in den vergangenen Jahren erhaltenen staatlichen und sonstigen Subventionen bei Schließung des Werkes zurückzuzahlen.

Sexueller Missbrauch in Valencia: Vier Verdächtige in U-Haft

Valencia - Wieder sorgt eine Gruppenvergewaltigung in Spanien für Entsetzen. Am Freitag wurden sechs junge Männer, einige davon minderjährig, unter dem dringenden Tatverdacht verhaftet, in Ollería, einer Kleinstadt unweit von Játiva und Gandía im Kreis La Vall d'Albaida der Region Valencia, am vorigen Samstag (26. September) eine 16-jährige während einer Party unter Drogen gesetzt und mehrfach vergewaltigt zu haben. Vier Verdächtige kamen in Untersuchungshaft, ein fünfter steht unter Kuratel der Jugendstaatsanwaltschaft, der sechste kam unter Auflagen auf freien Fuß. Vor dem Gerichtsgebäude des Untersuchungsgerichts in Ontinyent versammelten sich am Samstag Dutzende Menschen und forderten unter anderem "lebenslange Haft" für die Täter. Frauenrechtsgruppen zeigten Transparente mit Aufschriften wie "Wer eine von uns angreift, greift uns alle an".

„Ein Jahr zum vergessen“: Das die Tourismussaison 2020 in Spanien eine Katastrophe ist, ist nichts Neues. Die aktuelle Bilanz des Tourismus-Jahres 2020 in Spanien ist dennoch beeindruckend. Die Branche schaut ängstlich in die Zukunft.

Freiwilligkeit als Prinzip: Mit der Coronavirus-Krise erlebte auch in Spanien das Home-Office einen Boom. Spaniens Regierung will die Telearbeit jetzt mit einem Gesetz regulieren.

Madrid bleibt das Sorgenkind, Valencia mausert sich zum Musterschüler. Derweil protestieren immer mehr medizinische Fachkräfte gegen den steigenden Druck der zweiten Welle. Aktuelles zur Coronavirus-Krise in Spanien.

Quarantäne stoppen: Madrids Präsidentin geht vor Gericht

Update, 2. Oktober, 17:40: Madrid unter Quarantäne - und auch wieder nicht, Ayuso treibt Provokationen auf die Spitze

Update, 2. Oktober: Madrid - Die Einführung der von der Regierung und der Mehrheit der spanischen Regionen beschlossenen Restriktionen bei der Erfüllung bestimmter Corona-Parameter zu verhindern, will Madrids Ministerpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am heutigen Freitag mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Oberberufungsgericht (Audenica Nacional) verhindern. Sie werde sich, wenn die Gerichte nicht in ihrem Sinne entscheiden, aber beugen, "Madrid ist nicht in Rebellion, wie die Separatisten", sagte sie am Donnerstag im Madrider Landtag. Den Weg zum Gericht tritt sie ohne Unterstützung ihres Koalitionspartners Ciudadanos an, "das ist eine Entscheidung von Ayuso, nicht unsere", kommentieren die Cs.

Inzwischen gibt es Zweifel an den letzten Infektionszahlen, die Madrid ans Gesundheitsministerium gemeldet hat, der Abfall um ein Drittel bei den Neuinfektionen binnen drei Tagen sei "auffallend und sehr ungewöhnlich". Dennoch liegen die Hauptstadt und acht weitere Gemeinden der Region Madrid über den Kriterien, die sie nun zu einer kompletten Quarantäne und anderen Maßnahmen verpflichten würden. Alles Weitere zum Corona-Chaos in Madrid.

Nach Absetzung von Torra: Gewaltsame Proteste in Katalonien

Barcelona / Girona - Am Donnerstag gab es in Katalonien Demonstrationen von Separatistengruppen, die den Protest gegen die Amtsenthebung von Kataloniens Ministerpräsident Quim Torra mit Forderungen an die katalanischen Regierungsparteien (JxCat, ERT, CUP) verbanden, "ihr Mandat des 1. Oktober" ernst zu nehmen, also die Ausrufung der staatlichen Unabhängigkeit zu vollenden. Die zunächst friedliche Demo vor dem Palau de la Generalitat, zu der die CDR (Komitees zur Verteidigung der Republik) aufgerufen hatten, führten anschließend zum Bau von Barrikaden in der Innenstadt von Barcelona an der Plaza de Catalunya unweit der Ramblas und in deren Nebenstraßen. Es wurden Müllcontainer und Fahrzeuge angezündet und es kam zu Konfrontationen mit der Polizei, es flogen Flaschen und Steine. Mindestens 15 Personen sollen verhaftet worden sein. Auch in Girona gab es Zusammenstöße zwischen militanten Demonstranten und den Mossos, der regionalen Polizei Kataloniens.

Spanien ermittelt weiter gegen Ex-König Juan Carlos I. - Ermittlungsakten aus der Schweiz vielversprechend

Spaniens Ex-König Juan Carlos I. bei seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus. Aktuelle Fotos von seiner Abreise aus Spanien liegen nicht vor.

"Eine ganze Palette von Möglichkeiten" würden die aus der Schweiz eingetroffenen Ermittlungsakten der Causa Juan Carlos I. eröffnen. Das sagte der Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof Spaniens (Tribunal Supremo) Juan Ignacio Campo. Der Staatsanwalt ermittelt gegen den spanischen Ex-König, der Anfang September nach Abu Dhabi abtauchte, vor allem wegen Geldwäsche nach 2014, nach der Abdankung. Nach der Auffassung der Juristen, könnte das frühere Staatsoberhaupt dann nicht mehr durch Immunität der Verfassung geschützt sein.

Lobbys offenlegen: Spaniens Parlament beschließt neuen Ethik-Kodex

Madrid - Am Donnerstag hat der Kongress, Spaniens Parlament, einen neuen Verhaltenskodex für Parlamentarier vereinbart. Kongressabgeordnete und Senatoren dürfen danach nur noch Geschenke bis zu einem Höchstwert von 150 Euro annehmen, müssen alle Nebentätigkeiten der letzten fünf Jahre offenlegen und angeben, wann und warum sie sich mit welchen Lobbyisten oder sonstigen Interessensgruppen getroffen haben.

Diese Daten sollen im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden. Außerdem sind alle Einladungen und Zuwendungen abzulehnen, die "sie aufgrund ihres Amtes" erhalten und die "den Eindruck erwecken könnten, dass es sich um einen Versuch der Beeinflussung ihres Arbeitsverhaltens" handeln könnte. Einige linke Abgeordnete kritiserten die Vorlage noch immer als zu lasch, denn die aus Verstößen resultierenden Sanktionen seien zu schwammig formuliert.

Andalusien: 12.000 Kinder ohne Mittagessen

Sevilla - Mehr als drei Wochen nach dem Schulstart warten noch 12.000 Schüler in Andalusien auf ihr Schulessen. In 132 Schulen und anderen Bildungszentren gibt es nach wie vor keine funktionierende Versorgung. Das trifft besonders hart die tausenden Kinder, die wegen der Armut ihrer Eltern auf subventionierte Schulspeisung angewiesen sind, auf die sie nach Landesgesetz auch einen Anspruch haben. Das warme Mittagessen in der Schule ist für viele dieser Kinder aus sozial ausgegrenzten Umfeldern oft die einzige richtige Mahlzeit am Tag. Vor allem in Jaén und in Málaga funktioniert die Versorgung nicht, obwohl die PP-Ciudadanos-Vox-Landesregierung dies "versprochen" hatte. Im vorigen Schuljahr mussten 2.000 Kinder in der Provinz Jaén von Oktober bis Februar ohne Versorgung auskommen.

Weitere Nachrichten aus Andalusien

Barcelona: Polizei stellt Erbe mit 500 Gemälden nach 30 Jahren sicher

1991 starb in der Schweiz der Industrielle und Finanzier Julio Muñoz Ramonet, einer der einflussreichsten Geschäftsleute der Franco-Ära. Als Teil seines Erbes hinterließ er seiner Heimatstadt Barcelona 583 Gemälde, eine Sammlung, die von der spanischen Gotik über Gemälde von El Greco, Francisco Goya bis in die Moderne reicht. Doch die Stadt kam an die meisten Bilder nicht heran, sie waren "verschwunden" oder man verweigerte die Herausgabe oder versuchte durch die Herausgabe einiger Werke die Behörden zu besänftigen.

Die Erscheinung der Jungfrau auf der Säule (Virgen del Pilar) ist der Gründungsmythos des Christentums in Spanien. Das Gemälde von Goya gehörte auch zum Erbe von Julio Muñoz Ramonet und hängt seit 2017 im Katalanischen Nationalmuseum.

Barcelona - Die Guardia Civil konnte nach langen Nachforschungen und langwierigen Gerichtsprozessen jetzt bei sieben Durchsuchungen in Barcelona, Madrid und Alicante über 500 Bilder sicherstellen. Einer der Enkel des Magnaten hatte sie offensichtlich versteckt, in Privatwohnungen, aber auch im Lager einer spezialisierten Transportfirma. Bereits zuvor intervenierte die Polizei, als der Enkel versuchte, einige Kunstwerke ins Ausland zu verkaufen. Die Bilder werden jetzt katalogisiert und sollen von der städtischen Stiftung Julio Muñoz Ramonet dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Mehr Kultur aus und in Spanien

Champions League: Barca gegen Juve, Atlético gegen Bayern, Gladbach gegen Real

Madrid - Bei der Auslosung der Gruppen zur Champions League Saison 2020/2021 hat Atlético de Madrid das "große Los" gezogen. Die colchoneros erwischten in Gruppe A Titelverteidiger Bayern München und dazu Red Bull Salzburg und Lokomotive Moskau. Der königliche Stadtrivale Real Madrid bekommt es in Gruppe B mit Donezk, Inter Mailand und Borussia Mönchengladbach zu tun. Sevilla darf sich auf Chelsea London, Krasnodar und Rennes freuen. Der FC Barcelona bekommt neben Dynamo Kiew und den Budapestern Ferencváros mit Juventus Turin einen schweren Brocken vorgesetzt.

Römischer Weinkeller im Kreisverkehr: Überraschung bei Bauarbeiten in Castilla La Mancha

Ciudad Real - Valdepeñas ist eine der extensivsten Weinregionen Spaniens - und war es offensichtlich schon vor 2.000 Jahren. Bauarbeiter stießen beim Bau eines simplen Kreisverkehrs auf dem platten Land bei Valdepeñas (Provinz Ciudad Real) auf Mauerreste. Die herbeigerufenen Archäologen kommen seitdem aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn man fand auf fast 2.000 Quadratmeter eine römische Siedlung oder ein größeres Anwesen, aus dem eine 400 Quadratmeter große Villa besonders heraussticht.

Sie beherbert die größte Bodega, also einen Weinkeller, die man bis dato aus der römischen Epoche Hispaniens fand. Die ist "so außergewöhnlich gut erhalten", so die Archäologen, dass man neben dem Weinlager auch den Raum identifizieren konnte, wo die Weinpresse gestanden habe und sogar einen Raum, wo die Trauben getreten wurden.

Donnerstag, 1. Oktober 2020: Madrids Landeschefin Díaz Ayuso weigert sich, eine ministerielle Anordnung zum Coronavirus umzusetzen. Spaniens Regierung hat ihr ein Ultimatum gestellt.

TUI bietet wieder Reisen auf die Kanaren an

Mittwoch, 30. September 2020: Teneriffa - Trotz der aktiven Reisewarnung der deutschen Bundesregierung für ganz Spanien, nimmt der Tourismuskonzern TUI die Kanarischen Inseln ab kommendem Wochenende wieder ins Programm. Konzernchef Marek Andryszak sagte gegenüber Funke, dass die Kunden selbst entscheiden sollten, ob sie das Risiko eingehen möchten. "Viele Kunden werden das genau abwägen", aber aufgrund der Möglichkeit, sich testen zu lassen "ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten wollen". Die sei schließlich nur eine Empfehlung und die Kanaren lägen wieder unter der Schwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Auch seien überwiegend die Inselhauptstädte von der Pandemie betroffen, während die Touristengebiete sehr viel weniger Fälle hätten. Umbuchen oder stornieren könnten die Kunden dennoch weiter kostenlos, "Aber wer fliegen möchte: Wir sind am Start". Offenbar will TUI keine weiteren Marktanteile an ausländische Konkurrenten verlieren.

Aktuelles zum Coronavirus in Spanien.

Amtsenthebung: Wahlen in Katalonien im Februar 2021 wahrscheinlich

Kataloniens abgesetzter Ministerpräsident Quim Torra hat zwar Einspruch gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs eingelegt, scheint aber seinen Rücktritt nicht über Gebühr hinauszuzögern. Versüßt wird ihm der wegen Ungehorsam erzwungene Abgang mit einem Ruhegehalt von 120.000 Euro im Jahr. Torras Koalitionspartner ERC, die interimistisch die Präsidentschaft übernehmen, kolportieren den 7. Februar als Termin für Wahlen.

ERTE-Modell bis 31. Januar 2021 verlängert

Madrid - Am Montagabend einigten sich Regierung sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter auf eine Verlängerung des zeitweisen Austellungsmodells für Arbeitnehmer, ERTE. Die Einigung kam in letzter Minute, denn das Abkommen wäre Ende September ausgelaufen, wurde aber nach einer elfstündigen Sitzung bis 31. Januar verlängert. Für viele Unternehmen bedeutet das zunächst die Rettung, weil sie einen großen Teil ihrer Personalkosten an den Staat auslagern können und hunderttausende Arbeitnehmer erhalten 70 Prozent ihres Einkommens und die Hoffnung, ihre Jobs nicht gleich zu verlieren. Branchenverbände, wie jene des Tourismus fordern eine weitere Verlängerung bis mindestens zur Semana Santa. Bezahlt werden die ERTE zum Großteil aus EU-Hilfen.

Freisprüche für 34 "Bankster" im Bankia-Skandal

Madrid – Der Ex-Bankia-Chef und Ex-Vizeregierungschef Rodrigo Rato und 33 weitere Angeklagte werden im Prozess um geschönte Konten und den Börsengang der Bank im Jahr 2011 freigesprochen. Mehr dazu in den aktuellen Printausgaben der Costa del Sol Nachrichten, Costa Cálida Nachrichten und Costa Blanca Nachrichten ab Donnerstag und Freitag an Ihrem Kiosk oder hier als E-Paper und im Printabo.

Coronavirus beschleunigte Digitalisierung

Marid – Eine Umfrage der Unternehmensberatung KPMG hat ergeben, dass 80 Prozent der Firmen in Spanien durch die Coronavirus-Krise animiert wurden, die Digitalisierung voranzutreiben. Die Aufrechterhaltung des Kundenkontaktes und die Weiterbeschäftigung der Angestellten während der Quarantäne seien zunächst Hauptmotivation gewesen, mehr in Bytes als in Kopierpapier zu investieren. An dritter Stelle käme die „Erschließung neuer Kundengruppen.“ Die Firmen würden sich allerdings wünschen, dass die Behörden mit der Digitalisierung mithalten.

Wirtschaftseinbruch etwas geringer als befürchtet - aber immer noch heftig

Madrid - Die spanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal etwas weniger geschrumpft als ursprünglich berechnet. Demnach trug das Minus 17,8 Prozent statt der erwarteten 18,5 Prozent, wie das Nationale Statistikinstitut (INE) jetzt mitteilte. Doch auch dies bedeutet noch immer den größten Einbruch ins Friedenszeiten. Auch nach der Aktualisierung der Daten bleibt die spanische Wirtschaft diejenige in der EU, die in der Corona-Krise am stärksten eingebrochen ist. (tl)

Umtauschfrist läuft ab: Spanier horten noch Milliarden in Pesetas

Am 31. Dezember läuft die Frist ab für die Möglichkeit, alte Pesetas in Euro umzutauschen. Doch mit Stand 31. August horten die Spanier noch immer Münzen und Geldscheine der alten Währung im Wert von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro, teilte die Banco de España in der vergangenen Woche mit. Mehr dazu in den aktuellen Printausgaben der Costa del Sol Nachrichten, Costa Cálida Nachrichten und Costa Blanca Nachrichten ab Donnerstag und Freitag an Ihrem Kiosk oder hier als E-Paper und im Printabo.

August 2020: 30 Millionen weniger Übernachtungen in Spaniens Hotels als 2019

Madrid - Der August füllt Spaniens Hotels normalerweise bis unter das Dach mit Touristen. Im Corona-Jahr aber gab es jede Menge leerer Betten. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INE) schrumpften die Übernachtungszahlen im Schnitt um 64,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. So wurden lediglich 16,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Im August 2019 waren es 47 Millionen. Im Juli lag die Auslastung bei minus 73,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am besten schnitten im August die Hotels in Kantabrien und Asturien ab mit einer Auslastung jeweils um die 70 Prozent. Düster dagegen sah es in Katalonien und auf den Balearen aus. Hier gingen sie um 69 und 80 Prozent zurück. (tl)

Debütantin aus Georgien räumt bei Filmfestival San Sebastián ab

San Sebastián – Dea Kulumbegashvili heißt die große Gewinnerin des Filmfestivals San Sebastián 2020. Die Georgierin sahnte mit ihrem Erstlingswerk „Beginning“, das im Umfeld ihres Heimatdorfes spielt, die Goldene Muschel und drei weitere Hauptpreise ab. Es ist erst die dritte Frau, die den höchsten Filmpreis des Festivals gewinnt. Der Premio Donostia für das Lebenswerk ging an Viggo Mortensen.

Update, 28. September, 14:50 Uhr: Amtsenthebung des Ministerpräsidenten von Katalonien, Quim Torra, durch Spaniens Obersten Gerichtshof bestätigt.

Skandal um abwesenden spanischen König: "Kampf der Gewalten"

Sonntag, 27. September: Barcelona - Die Abwesenheit von König Felipe VI. bei der Vereidigung neuer Richter in Barcelona am Freitag, hat in Spanien für einen kleinen politischen Skandal gesorgt. Traditionell nimmt der König als Staatsoberhaupt an dem jährlichen Festakt teil, bei dem in diesem Jahr 62 neue Richter vereidigt werden sollten, von denen 56 in Katalonien stationiert werden. Der Präsident des Richterrates, Carlos Lesmes, erhielt jedoch nur einen Anruf von Felipe, dass diesen Termingründe abhielten.

Die Rechte bezichtigte daraufhin die Regierung Sánchez, den König von dem Termin abgehalten zu haben, um sich der Zustimmung der katalanischen Separatisten für seine Gesetzesvorhaben und seine Befriedungspolitik in Katalonien zu versichern und einen "Krieg der Institutionen" vom Zaun zu brechen. Die Linke wiederum beschuldigt den König, diesen Eindruck durch seine Absage mit Absicht erwecken zu wollen, um die Regierung wiederum in schlechtes Licht zu rücken. Zu guter letzt: Regierungsfreundliche Kräfte beschuldigen nun auch Carlos Lesmes, den obersten Richteraufseher, den König gegen die Regierung einzusetzen, er sei indiskret über die Gründe der Absage gewesen.

Spaniens Staatsschef König Felipe VI. schreitet am 20. September 2020 die Ehrenparade der Legión zu ihrem 100. Jubiläum in Almería ab. Zum Empfang der Richter nach Barcelona kam er nicht.

Fakt ist: Der König in Spanien muss laut Verfassung alle seine Termine als Staatsoberhaupt von der Regierung absegnen lassen, Moncloa schweigt allerdings bisher zu dem Vorgang, was Raum zu Spekulationen über einen "Kampf der Gewalten" zulässt. Mit einem gewählten Staatsoberhaupt, das seine Kompetenzen direkt durch den Souverän, auch in Spanien das Volk, erhalten hätte, hätte man sich zumindest diesen Ärger erspart.

Knüppel gegen Demonstranten: Untersuchung gegen Polizei in Madrid gefordert

Polizei geht in Madrid-Vallecas gegen Demonstranten vor. Zu hart, meint Podemos und fordert Konsequenzen.

Madrid - Die Polizeieinsätze gegen Demonstranten des Madrider Arbeiterviertels Vallecas sollen amtlich untersucht werden. Das fordert die Partei Unidas-Podemos, Koalitionspartner der PSOE von Regierungschef Pedro Sánchez. Am Donnerstagabend demonstrierten mehrere hundert Anwohner, dabei auch mehrere linke Gruppen, vor dem Sitz der Regionalregierung Madrid, um gegen die aus ihrer Sicht diskriminierenden Quarantäne-Maßnahmen in Spaniens Hauptstadt zu protestieren, während "reiche" Viertel verschont blieben. Auf Videos ist zu sehen, wie die "Antidisturbios", die Einsatzpolizei, ohne von der friedlich demonstrierenden Menge provoziert zu werden, hart gegen die Demonstranten vorgeht.

Es gab vier Verhaftungen und zumindest sechs durch Schläge, Tritte und Würgen verletzte Demonstranten, die ärztlich betreut werden mussten. Die Polizeieinsätze gingen am Wochenende weiter. "Dies sind die Konsequenzen des Missmanagements im Kampf gegen die Pandemie in Madrid, wo Arbeiterviertel abgeriegelt werden, anstatt das öffentliche Gesundheitswesen zu stärken", so Podemos. Der Regierungsdelegierte in Madrid hat das Innenministerium aufgefordert, eine Untersuchung einzuleiten und "die erforderlichen Sanktionen" gegen die beteiligten Polizisten umzusetzen.

Aktuelle Daten und Entwicklungen zum Coronavirus in Spanien.
Aktuelle Entwicklungen im spanischen Corona-Hot-Spot Madrid.

Kein Kassenschluss: Gericht ordnet weitere Untersuchung der illegalen Parteienfinazierung der PP an

Madrid - Das Oberste Berufungsgericht Spaniens (Audiencia Nacional) hat einen Antrag zur Einstellung der Verfahren über die illegale Finanzierung der Volkspartei (PP) abgelehnt. Damit können alle Verfahren zum Thema "caja b", wie die Amtsmissbrauchs- und Korruptionsprozesse mit dem "Gürtel" weitergeführt werden. Den Antrag stellte der Ex-Schatzmeister der PP Luis Bárcenas, eine der zentralen Figuren bei der illegalen Parteienfinanzierung. Die PP selbst, die im Zusammenhang mit einem anderen Urteil bereits gerichtlich als "korrupte Partei" deklariert wurde - erstmals in der normalen Geschichte Spaniens, stellte einen weiteren gleichlautenden Antrag, über den aber noch verhandelt wird. Bárcenas ist übrigens nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Im "Kitchen"-Skandal spionierte ihn seine eigene Partei aus, sogar der damalige Innenminister war darin involviert.

Katalonien: Wird Kataloniens Ministerpräsident des Amtes enthoben? Und was passiert dann?

Barcelona/Madrid - Mit Spannung schaut Spanien dieser Tage nach Madrid. Spaniens Oberster Gerichtshof (Tribunal Supremo), das darüber entscheiden muss, ob Kataloniens Landesministerpräisdent Quim Torra des Amtes enthoben werden muss oder nicht. Dazu muss es prüfen, ob das Urteil zu 18 Monaten Haft auf Bewährung der Erstinstanz wegen "Ungehorsamkeit im Amt" wegen seiner Weigerung für die Separatisten Partei ergreifende Symbole von Amtsgebäuden in Katalonien zu entfernen, Bestand haben soll. Ist dem so, müsste Torra, sobald er die Urteilsbegründung in Händen hält, seinen Schreibtisch räumen und die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter übergeben.

Das wäre aber politisch für die katalanischen Separatisten heikel, denn der Vizepräsident ist Pere Aragonés von der Republikanischen Linken (ERC), die mit konservativen Nationalisten Torras derzeit in Streit stehen und gegenüber einer politischen Lösung mit Madrid weitaus offener zu sein scheinen. Aragonés wäre in seinem Handlungsspielraum außerdem sehr beschränkt. Laut Landesverfassung kann er weder Landesminister absetzen, keine Vertrauensfrage stellen lassen - und auch keine Wahlen ausrufen.

Katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs in Spanien zu 30 Jahren Haft verurteilt

Ciudad Real - Ein ehemaliger Priester der katholischen Kirche von Spanien wurde von einem Gericht in Kastilien La Mancha zu 30 Jahren Haft wegen des sexuellen Missbrauchs an sieben Kindern verurteilt. Die Vorfälle fanden zwischen 2014 und 2016 statt, der heute 35-jährige Pfarrer Pedro Jiménez Arias soll die 11- bis 14-jährigen während seiner Tätigkeit an einem Diözesan-Internat in Ciudad Real missbraucht haben. Im Vorjahr hatte ihn der Vatikan aus dem Priesterdienst entlassen. Der Verurteilte habe sich an den Kindern in über 20 Fällen vergangen, in deren Stuben, im Schwimmbad und in seinem Büro. Besonders schwer wiege, dass der Priester dabei seine Vertrauensposition ausgenutzt habe. Zur Haftstrafe kommt eine Entschädigungszahlung von knapp 60.000 Euro hinzu.

50 Millionen Euro Verlust: Rekorddefizit bei spanischem Staatsfunk

Madrid - Die Coronavirus-Krise schröpft nicht nur kleine Geschäftsleute bis aufs letzte Hemd, auch große, subventionierte Institutionen häufen Schulden an. So muss die amtierende Verwalterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Spanien RTVE, Rosa Maria Mateo, für 2020 ein Defizit des Staatsfunks von 50 Millionen Euro avisieren. Im Jahre 2019 betrug das Loch "nur" 29 Millionen. Der größte Teil der Verluste geht auf das Konto ausgefallener TV- und Radio-Werbung während der Coronavirus-Pandemie. Das Budget von RTVE ist seit 2010 von 1,2 auf unter eine Milliarde Euro pro Jahr zurückgegangen (zum Vergleich, nur die deutsche ARD verfügt jährlich über knapp 7 Milliarden Euro). Mateo fordert natürlich wieder mehr Geld vom Staat, denn "unsere Journalisten könnten auf die Herausfoderungen der Zeiten nich angemessen reagieren, wenn sie Jahr für Jahr weniger Mittel" hätten.

Schwer verletzt: Gorilla im Zoo Madrid attackiert seine Pflegerin

Im Menschenaffen-Gehege des Zoos von Madrid vor dem tragischen Vorfall. Die Pfleger fragen sich, was den friedlichen Malabo so in Rage gebracht hat.

Eine 46-jährige Zoowärterin im Zoo von Madrid wurde am Sonntag lebensgefährlich von einem Gorilla verletzt. Der Angriff erfolgte am Vormittag in dem Gehege des Menschenaffen. Die Wärterin habe dem Gorilla Malabo, eine Wuchtbrumme von 200 Kilogramm, das Frühstück gebracht, als dieser sich offenbar erschreckt habe und über die Frau herfiel. Sie erlitt ein Schädel-Hirntrauma und mehrere offene Brüche und wird derzeit im Clínico San Carlos behandelt, ihr Zustand gilt als kritisch. Malabo wuchs bereits in Madrid auf und gilt unter den Pflegern als besonders umgänglich. Zooleitung und Polizei untersuchen den Vorfall, das Affengehege bleibt so lange geschlossen.

Zum Schluss: Kürzlich war Welt-Paella-Tag. Hier finden Sie sieben Zauberformeln wie die Paella valenciana immer gelingt.

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