Sahrauis demonstrieren in Madrid für die Unabhängigkeit der Westsahara.
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Sauer auf Trump: Sahrauis fordern in Madrid die Unabhängigkeit der Westsahara.

Aktuelle Nachrichten aus Spanien

Spanien im Blick: Nachrichten aus Politik, Sport und Gesellschaft

  • vonStephan Kippes
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Nachrichten aus Spanien: Tragödie in Badalona facht Diskussion um Aufnahme von Immigranten an. Altkönig Juan Carlos gesteht Steuerschuld und Franco-Familie verliert Anwesen.

Brand in Immigranten-Ghetto: Drei Todesopfer und die Frage, wie das passieren konnte

Update, 11. Dezember: Der verheerenden Brand in einer seit 15 Jahren stillgelegten, aber von Immigranten besetzen Fabrikhalle in Badalona am Mittwoch hat mindestens drei Menschenleben gefordert. Allerdings sollen dort mindestens 200 Personen gewohnt haben, bisher konnten erst 60 aus dem Gebäude identifiziert werden. Neun Personen befinden sich derzeit in stationärer Behandlung in Krankenhäusern, drei davon in kritischem Zustand. Die Bergungsarbeiten gestalten sich kompliziert, da das extrem einsturzgefährdete Gebäude von außen abgetragen werden muss. Bisher konnten weder mit Drohnen noch mit Spürhunden weitere Opfer im Gebäude ausgemacht werden. Derweil diskutieren Politiker darüber, wie derartige Ghettos von Immigranten in stillgelegten Gebäuden entstehen und geduldet werden können. Die Zustände in dem Fabrikgebäude waren seit Jahren bekannt, es ist auch nicht die einzige Ansammlung dieser Art in Katalonien, nicht einmal in Badalona. Hilfswerke wie Caritas oder Cepaim drängen auf eine unbürokratische Regularisierung von Immigranten ohne Aufenthaltserlaubnis, deren Anzahl allein in Katalonien auf 100.000 geschätzt wird. „Unsere Unfähigkeit, Personen aufzunehmen, führt dazu, dass es geduldet wird, dass viele Menschen viele Jahre und schlimmen Umständen leben müssen. Unsere Bürokratie und die Einwanderungsgesetzgebung machen es diesen Personen unmöglich, eine Arbeit und damit auch eine Wohnung zu finden. Wir haben an dieser Schraube immer weiter gedreht bis der Tod zum Vorschein kam“, bedauerte das Hilfswerk Migra Studium.

Update, 11. Dezember: Gegen Altkönig Juan Carlos werden immer schärfere Geschütze aufgefahren. Nun werden Zweifel laut, ob der Altkönig überhaupt eine freiwillige und nachträgliche Steuererklärung über Schenkungen in Höhe von fast 680.000 Euro abgeben kann. Die Voraussetzung für eine derartige Erklärung ist, dass bisher keine Ermittlungen wegen eines Steuervergehens eingeleitet wurden. Nun hat die Staatsanwaltschaft wohl schon vor Wochen den Ex-König in Kenntnis gesetzt über Ermittlungen wegen der Kreditkarten, die an Fonds des mexikanischen Unternehmers Allen Sanginés-Krause gekoppelt sind. Ein Wink mit dem Zaunfall, der Juan Carlos möglicherweise überhaupt erst zu diesem Schritt bewog. Mit etwas Glück kann der frühere Monarch seine Steuerschuld zwar dennoch regularisieren, da sein Anwalt Presseberichten zufolge nicht „formell“ beziehungsweise „offiziell“ über die Ermittlungen informiert wurde. Der Schaden aber, ist längst angerichtet. Einerseits können viele sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass Finanzministerium und Steuerbehörde bei Altkönig Juan Carlos sich über Jahre bemühten, gar nichts zu unternehmen. Andererseits gerät sein Sohn, Felipe VI, zunehmend unter Druck. Schließlich kann er in seiner traditionellen Weihnachtsansprache dem Volk schlecht ins Gewissen reden, wenn das Königshaus in Misskredit steht. Und obendrein sinkt vor allem bei der jüngeren Generationen nicht nur das Verständnis für die Eskapaden des Altkönigs, sondern auch die Akzeptanz der Monarchie als solche. Unidas Podemos - immerhin Regierungspartner - ist drauf und dran, eine Debatte über die Monarchie loszutreten. Bei einer TV-Diskussionsrunde brachte einer der Talkgäste das Dilemma gut auf den Punkt: „Felipe VI wird bald zwischen seinem Vater und seinen Töchtern entscheiden müssen.“

Wird Ex-König Juan Carlos I. nach Spanien zurückkehren?

Willkommen auf Malle: Taxifahrer in Cavià müssen Deutschprüfung ablegen

Update, 11. Dezember: Auf die Taxifahrer in Calvià auf Mallorca kommt eine Herausforderung zu: Sie sollen ab sofort Deutsch pauken. Um weiter Fahrgäste befördern zu dürfen, müssen die Fahrer in der bei Ausländern beliebten Gemeinde künftig einen Sprachtest in Deutsch und Englisch bestehen. Zudem ist eine Uniform obligatorisch. Vizebürgermeister Juan Recasens bemüht sich, den Fahrern Prüfungangst zu nehmen: „Bei der mündlichen Prüfung geht es nur um einfache Sätze zur Begrüßung und zur Frage nach dem Fahrtziel. Die Taxifahrer müssen sich nicht stundenlang mit den Touristen unterhalten können“, sagt Recasens. Das Bürgermeisteramt bietet zudem kostenlose Sprachkurse an. Die Aussprache deutscher Zischlaute, die oft nur durch einen einsamen Konsonanten unterbrochen werden, so wie etwa beim schönen Wort „sprichst“, können einem Spanier zum „verbalen Verhängnis“ werden, stellt die deutsche Presseagentur dpa fest.

Familie Franco muss Sommerresidenz dem Staat übergeben

Update, 10. Dezember: Für viele Familien aus Galicien ist das ein historischer Tag. Die Familie Franco verliert endgültig die Sommerresidenz des Diktators Pazo de Meirás, die fortan in Staatsbesitz übergeht und musealen Zwecken dienen soll. Der symbolische Schlüsselübergabe seitens der Amtsrichterin von A Coruña, Marta Canales, an die Generalstaatsanwältin Consuelo Castro Rey war eine Inventur der Besitztümer von immensen vor allem historischen Wert vorangegangen, die Franco-Familie darin gesammelt hatte. Die Übereignung fällt - ob zufällig oder nicht - mit Internationalen Tag der Menschenrechte zusammen.

Landgut Pazo de Meirás. Die Francos hatten versucht, es noch vor dem Prozess deutlich unter Wert zu verkaufen.

Innenminister in Kritik: Berichte um Überführung von Immigranten aufs Festland

Update, 10. Dezember: Mehrere Abgeordnete der PP bezichtigen Innenminister Fernando Grande-Marlaska der Lüge wegen angeblichen Überführung von Immigranten von den Kanaren aufs Festland. Das Innenministerium hatte bisher stets ausgeschlossen, dass Bootsflüchtlinge von den Kanaren auf das Festland gebracht werden. Die Verteilung der Flüchtlinge bedarf einer europäischen Regelung, argumentiert die Regierung in Madrid. Nun berichten aber mehrere Medien von Transporten von Einwanderern nach Granada  – was das Innenministerium dementiert. Woraufhin die Volkspartei nun einen Antrag einreicht, mit dem sie sowohl Innenminister Grande-Marlaska als auch den für Immigration zuständigen Minister José Luis Escrivá vors Parlament zitiert. Zudem liegt der Zeitung „El Mundo“ eigenen Angaben sogar eine Anordnung des Innenministeriums an die Sicherheitskräfte der Region Valencia vor, sich auf die Ankunft von fünf Flügen von den Kanaren mit Flüchtlingen vorzubereiten. Diese Flugzeuge sollen vom 11. bis 13. Dezember auf dem Flughafen von Manises bei Valencia landen, schreibt die Zeitung. Demnach sollen die Polizisten die Identität der Ankömmlinge prüfen – unter anderem auch, ob einige  bereits schon einmal als Bootsflüchtlinge erfasst wurden.

Löwen im Zoo von Barcelona hatten Corona

Update, 9. Dezember: Vier Löwen im Zoo von Barcelona haben sich nach einer Coronavirus-Infektion im vergangenen Monat wieder erholt. "Die Löwen hatten zu keiner Zeit Atemprobleme, alle Symptome außer Husten und Niesen waren innerhalb von zwei Wochen wieder verschwunden", teilt der Zoo mit. Die Symptome seien aufgetreten, als zwei Zoo-Pfleger positiv auf das Virus getestet worden waren. Die drei 16-jährigen Weibchen und ein vierjähriges Männchen seien mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt und genau beobachtet worden. Seit dem Beginn der Pandemie wurden Katzen, Hunde und zahlreiche andere Tiere positiv auf das Coronavirus getestet. Bisher ist aber nur bei Nerzen eine Rückübertragung auf Menschen nachgewiesen worden.

Löwen im Zoo von Barcelona haben unter Corona gelitten.

Altkönig Juan Carlos kommt der Steuerfahndung zuvor

Update, 9. Dezember: Altkönig Juan Carlos I. zahlt zur Abwendung eines Strafverfahrens wegen Steuerhinterziehung 678 000 Euro an den Fiskus. Mit der Zahlung begleiche sich der im Exil in Abu Dhabi aufhaltende Juan Carlos eine Steuerschuld beglichen, die sich aus der jahrelangen Nutzung von Kreditkarten ergeben habe, die ihm von dem befreundeten mexikanischen Unternehmer Allen Sanginés-Krause zur Verfügung gestellt worden seien, berichteten die Zeitungen „El País“ und „La Vanguardia“. Bislang habe er das nicht als Einnahmen dem Finanzamt gemeldet.

Zwei Tote bei Brand in einer stillgelegten Fabrikhalle

Update, 9. Dezember: Zwei Menschen kommen bei einem Brand in einer Fabrikhalle im katalanischen Badalona ums Leben, 17 verletzen sich. Berichten zufolge leben 150 Einwanderer in der alten Halle, die in Teilen einstürzt. Der Brand bricht gegen 21 Uhr des Vortags aus, die Feuerwehr stößt auf große Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung, da Teile des Gebäudes einstürzen und nicht bekannt ist, wie viele Menschen sich darin aufhalten.

In einer alten Fabrikhalle in Badalona, die von Immigranten besetzt war, ist ein Feuer ausgebrochen.

Real Madrid besiegt in Champions League Borussia Mönchengladbach

Update, 9. Dezember: Real Madrids Trainer Zinedine Zidane beglückwünscht seine Fußballer zur Defensivleistung beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach in der Champions League. „Heute haben wir ein gutes Spiel gemacht, vor allem defensiv, weil es eine Mannschaft ist, die dir bei den Kontern Schwierigkeiten bereiten kann, und wir haben es gut beherrscht“, sagte der Franzose. Madrid sichert sich durch den Sieg am letzten Spieltag der Champions League den Gruppensieg vor der Borussia, die als Gruppenzweiter erstmals seit 43 Jahren ins Achtelfinale einzieht. Mit einer Niederlage hätte Real allerdings auch ausscheiden können.

Feitertag und Wetter laden zum Shoppen und Ausflug in die Berge ein

Update, 8. Dezember: Der Wintereinbruch im Norden Spaniens am Feiertag der Inmaculada - der Unbefleckten Empfängnis - lockt viele Madrilenen zu einem Ausflug in die Berge nördlich der Hauptstadt, wo mitunter bis zu 30 Zentimeter der weißen Pracht liegen. Es kommt zu Staus und Verkehrsbehinderungen in den Naherholungsgebieten. Viel Andrang herrscht nicht nur in der Natur, sondern auch in den Innenstädten, insbesondere in Barcelona. Viele Familien nutzen den verkaufsoffenen Feiertag, um Geschenke einzukaufen. Die Innenstadt von Barcelona füllt sich aber mehr als viele andere Großstädte, weil in Katalonien die Einkaufszentren wegen der Coronaviruskrise noch nicht wieder geöffnet haben. Es bilden sich just die Menschenansammlungen, vor denen Virologen im Vorfeld der Brückenfeiertage wegen der Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 warnten. Von dem Andrang profitieren kleine Läden in Katalonien. Vor deren Türen müssen Kunden teilweise 30 Minuten warten, da die Geschäfte sich nur bis zu einem gewissen Teil ihres Fassungsvermögens füllen dürfen.

Viele Passanten in der Innenstadt von Barcelona nutzen den Feiertag zum Einkauf von Weihnachtsgeschenken.

52 Prozent aller Spanier zweifeln an Effizienz der Schutzimpfungen gegen Corona

Update, 8. Dezember: Just an dem Tag, an dem die ersten britische Covid-19-Patienten die Pfizer-Schutzimpfung erhält, wird bekannt, das 52 Prozent der Spanier die Effizienz der Vakzinen zum Schutz vor dem Coronavirus skeptisch einschätzen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sigma Dos. 40 Prozent Spanier wollen demnach lieber abwarten und sich nicht zum frühest möglichen Zeitpunkt impfen lassen, 28,1 Prozent möchten sich dagegen so früh wie möglich schützen lassen. 15,4 Prozent wollen sich derzeit gar nicht impfen und 13,9 nur, wenn die Schutzimpfung verpflichtend ist. 56,7 Prozent der Befragten spricht sich jedoch gegen eine Impfpflicht aus, der Rest, 43,3, würde eine Impfpflicht befürworten.

Spanische Regierung erkennt Parlamentswahlen nicht an

Update, 7. Dezember: Die spanische Regierung erkennt die Parlamentswahl in Venezuela genauso wenig an wie die EU und die USA. Die Regierungspartei PSUV von Nicolas Maduro ist bei der Parlamentswahl am Vortag auf knapp 70 Prozent der Stimmen gekommen. Damit fällt die von der Opposition dominierte Institution unter die Kontrolle Maduros. Die meisten Regierungsgegner boykottierten die Wahl, weil sie an den Voraussetzungen für freie und faire Wahlen zweifeln. Die Tageszeitung „El Páis“ schätzt das Wahlergebnis wie folgt ein: „„El País“: „Die Parlamentswahl in Venezuela hat die Zukunftsaussichten des Landes weiter verschlechtert, indem sie die autoritären Tendenzen des Chavismo verfestigten. Die mangelnde Transparenz der Wahlen wurde von einem großen Teil der internationalen Gemeinschaft angeprangert, und die EU, die USA und die Lima-Gruppe tun gut daran, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Die sehr hohe Stimmenthaltung bestätigt die tiefe Kluft zwischen den bolivarischen Eliten (Maduros) und einer abgestumpften Bevölkerung, die in eine schreckliche wirtschaftliche und soziale Krise geraten ist. (...) Aber es wäre ein Fehler, diese Stimmenthaltung als Sieg für die Opposition unter der Führung von Juan Guaidó zu werten.“

Antikörperschnelltests in Apotheken erhältlich.

Update. 7. Dezember: Ab sofort können Antikörper-Schnelltests in Apotheken gekauft werden, die Kunden selbstständig durchführen können. Der bereits verfügbare Test auf das Coronavirus kostet laut dem spanischen Gesundheitsministerium 25,50 Euro. 

Gericht untersucht Skandal in Madrider Seniorenresidenzen während erster Coronawelle

Update, 6. Dezember: Spanien feiert den 42. Verfassungstag. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet der Staatsakt erstmals im Freien vor dem Parlament statt, der zudem von der sehr angespannten Beziehung zwischen Regierung und Opposition geprägt ist. Zeitgleich fordern in Madrid und Barcelonas Demonstranten den Rücktritt der Regierung. Parlamentspräsidentin Meritxell Batet sprach von der Notwendigkeit, “gemeinsam darüber zu reflektieren, was uns als Gesellschaft eint”, und nicht nur spaltet Die konservativen Parteien nutzen den Verfassungstag, um Ministerpräsident Pedro Sánchez vorzuhalten, er paktiere und baue auf die Unterstützung von „Verfassungsfeinden“ – jüngst bei der Verabschiedung des Haushalts, den auch separatistische Parteien wie die katalanischen Republikaner ERC und die baskische Bildu unterstützt hatten. Derweil glänzen die Separatisten wie eh und je durch Abwesenheit und nehmen nicht am feierlichen Akt teil.

Spanien feiert am 6. Dezember den Verfassungstag.

Altkönig Juan Carlos will Steuernschulden regeln

Update, 6. Dezember: Alt-König Juan Carlos übermittelt den Steuerbehörden im Zusammenhang mit einer laufenden Anti-Korruptionsermittlung eine freiwillige Erklärung, mit der er Klarheit über seine Finanzsituation schaffen will. Die Ermittler wollen nun die Kreditkartennutzung des abgedankten Königs überprüfen, der mittlerweile im Exil lebt. Man spekuliert, dass der 82-jährige Altkönig mit diesem Schritt seine baldige Rückkehr nach Spanien einleiten will und wohl auch darauf hofft, Weihnachten im Familienkreis feiern zu können. Auf der anderen Seite droht dem Bourbonen ein Strafverfahren wegen Geldwäsche, sollte es sich erweisen, dass er Kreditkarten nutzte, die mit Konten verbunden waren, die nicht auf ihn registiert waren.

Deutscher Marathon-Rekord in Valencia: Athlet Amanal Petros ehemaliger Flüchtling

Update, 6. Dezember: Ein ehemaliger Flüchtling aus Eritrea knackt den deutschen Marathon-Rekord in Valencia. Amanal Petros bleibt gleich gut eine Minute unter der bisherigen Bestmarke von Arne Gabius. Vor neun Jahren saß Amanal Petros noch in einem Bielefelder Flüchtlingsheim und blickte einer ungewissen Zukunft entgegen - nun wird ein Traum wahr: Der 25-Jährige vom TV Wattenscheid 01 rennt in seinem erst zweiten Marathon in 2:07:18 Stunden als deutscher Rekordhalter ins Ziel.

Amanal Petros stellt in Valencia einen neuen deutschen Marathon-Rekord auf.

Dora bringt Kälte, Sturm und Schnee

Update, 5. Dezember: Das Tiefdruckgebiet Dora bringt im Norden Spaniens bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. In Kastilien León können die Kinder die Schlitten herausholen und Eltern die Schneeketten. Wegen der niedrigen Temperaturen sinkt nicht nur die Schneefallgrenze auf 800 Meter, die Niederschläge, die in einigen Tälern als Regen und in den Bergen als Schnee niederfallen, sorgen teilweise für glatte Fahrbahnen. Hart trifft es Galicien, dort gilt die Warnstufe Rot an der Küste wegen des hohen Wellengangs und der heftigen Sturmböen und Orange im Inland wegen Schnee und der Niederschläge.

Verschnaupause für Real Madrid, Krise für FC Barcelona

Update, 5. Dezember: Der Rekordmeister Real Madrid  macht einen kleinen Schritt aus der Krise und gewinnt in der Primera Divisíon beim FC Sevilla mit 1:0 (0:0). Durch den ersten Sieg nach drei Ligaspielen klettert der Titelverteidiger auf Platz drei. Rivale FC Barcelona muss mit dem 1:2 (0:1) beim FC Cádiz den nächsten Rückschlag einstecken. Barça liegt nun schon zwölf Punkte hinter Spitzenreiter Atlético Madrid, der gegen Real Valladolid 2:0 (0:0) gewinnt

271 Militärs im Ruhestand in Sorge um Demokratie

Update, 5. Dezember:  Ein weiterer offener Brief im Vorfeld des Verfassungstages diesmal von 271 Ex-Offizieren warnt vor der „Beschädigung der Demokratie“, der „Gefahr für die Einheit Spaniens“ und dem „Aufzwingen eines einheitlichen Denkens“. Diese Gruppe distanziert sich von den Vorgängern, beschuldigt die Regierung aber dennoch, Erniedrigungen Spaniens, seiner Symbole und des Königs zu akzeptieren.  Derweil scheint Ministerpräsident Pedro Sánchez die Aufrufe von Militäroffizieren im Ruhestand nicht als echte Bedrohung zu sehen. Es handele sich um eine Randgruppe von Diktatur-„Nostalgikern“, sagte er in einem Interview der Zeitung „El Periódico.

Saisonstart von Aida Cruises: „Aidaperla“ startet auf Gran Canaria

Update, 5. Dezember: Das Kreuzfahrtschiff „Aidaperla“ der Reederei Aida  startet von Las Palmas auf Gran Canaria zu einer einwöchigen Tour rund um die Kanarischen Inseln. Es ist ein Neustart für Aida Cruises, die im März Reisen wegen der Corona-Pandemie eingestellt hat. Bei den siebentägigen Touren sind auch Landgänge geplant. Die Corona-Inzidenzwerte seien auf den Kanaren seit Monaten sehr niedrig, so Aida.

Aida Cruises startet die Kreuzfahrt-Saison auf den Kanaren.

Tragödie in Madrider Seniorenresidenzen vor Gericht

Update, 4. Dezember: Wegen der Tragödien, die sich in Madrider Seniorenresidenzen während der ersten Coronavirus-Welle abspielten, muss Encarnación Burgueño vor Gericht aussagen. Sie gilt als Verantwortliche für das umstrittene Protokoll, über die Versorgung von Covid-19 erkrankten Senioren in Residenzen der Region Madrid im Frühjahr. Dabei sollen binnen zwölf Tagen 3.000 Bewohner von Altenheimen der Region Madrid verstorben sein. Die Verhandlung könnte auch die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso in Bedrängnis bringen, die stets von Einzelfällen spricht. Indizien wie Tonbänder, Aussagen von Leitern der Einrichtungen und Berichte von Amnesty International, lassen Zweifel aufkommen. Die Landesregierung beauftragte die unerfahrene Encarnación Burgueño mit der Umsetzung des Versorgungsplans, gemäß dem erkrankte Senioren nicht in den überfüllten Krankenhäusern, sondern direkt in den Residenzen versorgt werden sollten. Die Ärzte wurden oftmals nicht überstellt, viele Senioren blieben sich selbst überlassen.

Streitkräfte distanzieren sich von faschistischen Äußerungen von Ex-Offizieren

Update, 4. Dezember: Nun setzen sich auch die spanischen Verteidigungskräfte zur Wehr gegen eine Gruppe ehemaliger Offiziere, die in einem offenen Brief an König Felipe VI die Regierung und ihre Abkommen mit separatistischen Parteien scharf angreifen und in privaten Whatsappgruppen, deren Inhalt dem Nachrichten-Portal Infolibre zugespielt wurde, mit faschistischen und unsäglichen Botschaften Empörung unter allen politischen Vertretern – nicht nur in der Regierung, auch von Vox und Volkspartei – ausgelöst haben. Der Oberste Generalmayor, Miguel Ángel Villaroya, stellt in einem Kommuniqué klar, dass Meinungen dieser ehemaligen Offizieren, die in den Whatappgruppen von der Erschießung von Millionen von Spaniern und der Bombardierung des katalanischen Landtags schwadronieren, in keinster Weise die der Streitkräfte repräsentiere, sondern ihrem Ruf und dem Ansehen in der Öffentlichkeit schade. Im Hinblick auf den Verfassungstag in Spanien am Sonntag schreibt Miguek Ángel Villarroya. „Die Verfassung ist das Regelwerk, auf das Soldaten einen Eid abgelegt oder versprochen haben, sie zu verteidigen. Das ist der Leitfaden für unsere Handlungen. Und eine Konsequenz daraus ist die politische Neutralität der Streitkräfte. Die Streitkräfte stehen allen Spaniern zu Diensten, unabhängig woher sie kommen oder was sie denken.”

Soldaten proben für die Parade am Verfassungstag.

Madrid verbietet traditionelle Silvesterparty - Weihnachtslotterie findet statt

Update, 4. Dezember: Bei der großen Silvesterfeier in Madrid wird traditionell bei jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Traube gegessen: Dieser Neujahrsbrauch muss angesichts der Coronakrise diesmal ausfallen - zumindest an der Puerta del Sol im Zentrum der Hauptstadt, wo sich normalerweise tausende Menschen versammeln. Die Region Madrid untersagt die Feierlichkeiten auf öffentlichen Plätzen in diesem Jahr. Auch die Parade der Heiligen Drei Könige am 5. Januar kann nur mit Einschränkungen stattfinden. Die Spanier lassen sich scheinbar nicht alle Weihnachtsbräuche nehmen, davon zeugen die Menschenschlagen, die sich derzeit vor den Lotterieverkaufsstellen bilden. Die Ziehung der bekannten Weihnachtslotterie „El Gordo“ findet am 22. Dezember statt. Alles Weitere zu den Regeln zu Weihnachten in Spanien.

Viele Menschen wollen sich ein Los der Weihnachtslotterie ergattern.

Altkönig allein in der Wüste: Royals wollen ihn laut Presseberichten an Weihnachten besuchen

Update, 4. Dezember: Einige Mitglieder der spanischen Königsfamilie erwägen nach Medienberichten, den seit vier Monaten im Wüstenemirat Abu Dhabi im Exil lebenden Altkönig Juan Carlos zu Weihnachten zu besuchen. Der daheim von Korruptionsvorwürfen und Justizermittlungen bedrängte Vater von König Felipe VI. solle die Festtage nicht alleine verbringen müssen, schreibt am Freitag die Zeitung „El País“.

Kein offener Strafvollzug für Separatisten: Oberste Gerichtshof widerruft Entscheidung

Update, 4. Dezember: Es wird nichts mit dem offenen Strafvollzug für die neun wegen Aufruhrs verurteilten separatistischen Politiker und Aktivisten aus der Regierungszeit von Carles Puigdemont in Katalonien Gut zwei Monate vor den Landtagswahlen in Katalonien widerruft der Oberste Gerichtshof die Entscheidung, den zu langen Haftstrafen von neun bis 13 Jahren verurteilten Köpfen des Procés und des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums im Herbst 2017 vorzeitig den dritten Grad des Strafvollzugs zu gewähren. Das Tribunal Supremo hält den offenen Strafvollzug in diesem Fall für “verfrüht”. Das Gericht gab keinen Zeitrahmen vor, aber der dritte Grad wird in der Regel bei guter Führung und nach Verbüßen der Hälfte der Haftstrafe gewährt. Die Richter versperren der Landesregierung in Barcelona auch den alternativen Weg einer Hafterleichterung, gemäß der die Verurteilten tagsüber die Haftanstalt verlassen könnten, um ihrer Arbeit nachzugehen beziehungsweise um ehrenamtliche Tätigkeiten zu verrichten oder erkrankte Angehörige zu pflegen. Sollte die spanische Regierung dem Drängen der katalanischen Separatisten im Parlament und dem Willen der großen Mehrheit der katalanischen Bevölkerung nachkommen wollen, bleibt ihr nur die Begnadigung und – auch im Hinblick auf die ins Ausland geflüchteten Separatisten - eine neue Definition des Straftatbestands des Aufruhrs - sedición genannt. Im Hinblick auf die Landtagswahlen könnte der Gerichtsentscheid den Separatisten Aufwind verschaffen. Jüngsten Umfragen zufolge sprachen sich weniger als die Hälfte der Katalanen für die Unabhängigkeitsbewegung aus.

Die ehemalige Präsidentin des katalanischen Parlaments, Carme Forcadell, kehrt in das Frauengefängnis Wad Ras zurück.

Verwaltungsgerichtshof weist Eilantrag gegen Einreise-Quarantäne für Spanien-Rückkehrer ab

Update, 3. Dezember: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnt einen Eilantrag gegen die geltende Quarantäneverordnung bei der Einreise in den Freistaat ab, den ein Antragsteller mit einem Zweitwohnsitz in Spanien eingereicht hat. Die Regelung bleibt damit bis zu einer endgültigen Regelung in Kraft. Das Gericht in München wertet das öffentliche Interesse am Schutz von Leben und Gesundheit vieler Menschen höher als das Interesse der Betroffenen, eine Quarantäne zu vermeiden. Grundsätzlich muss nun im Hauptsacheverfahren entschieden werden, ob allein die Rückkehr aus einem Gebiet mit einer bestimmten Sieben-Tage-Inzidenz eine Person zum Ansteckungsverdächtigen macht. Der Antragsteller hält sich der Mitteilung zufolge in Spanien auf und möchte nach Bayern zurückreisen. Spanien ist gegenwärtig als Risikogebiet eingestuft. Bei Einreisen besteht daher die Pflicht, sich in eine zehntägige häusliche Quarantäne zu begeben. Bei Vorliegen eines negativen Corona-Tests kann die Quarantäne entsprechend früher beendet werden. Ein Test ist frühestens fünf Tage nach der Rückkehr nach Bayern zulässig.

Amnesty prangert „alarmierende“ Zustände in Altenheimen an

Update, 3. Dezember: Auch Amnesty International prangert die Zustände in spanischen Altenpflegeheimen als “alarmierend” angeprangert. Die „große Mehrheit“ der Heimbewohner in den Regionen Madrid und Katalonien werde schlecht versorgt, kritisiert die Menschenrechtsorganisation. Die von den Regionen verhängten Maßnahmen seien „ineffizient und unzureichend“ und verstießen gegen die Rechte der Senioren. „Eine Gesundheitskrise ist keine Entschuldigung dafür, alten Menschen die angemessene Pflege zu verweigern. Altenheime sind keine Abstellplätze für alte Menschen“, sagte der Vorsitzende von Amnesty Spanien, Esteban Beltrán. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert den Mangel an Pflegekräften und den unzureichenden Schutz von Senioren, ferner die Regelung der Überweisung von Senioren ins Krankenhaus und des Besuchs von Angehörigen. Auch in der Region Valencia ereigneten sich skandalöse Vorfälle in Seniorenanlagen.

Amnesty International beklagt die Zustände in Seniorenresidenzen in Madrid und Katalonien.

Brüssel pocht auf Schutz von Turteltauben in Spanien

Update, 3. Dezember: Beim Schutz von Turteltauben erhöht Brüssel den Druck auf Spanien und Frankreich. Sollten Madrid und Paris nicht innerhalb von zwei Monaten reagieren, droht beiden eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Die EU-Kommission moniert eine mangelhafte Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie, welche ausreichend Lebensraum für Turteltauben sicherstellen und nicht-nachhaltige Jagd verbieten will. In Spanien leben mehr als die Hälfte der europäischen Brutbestände der Vogelart, in Frankreich zehn Prozent. Zwischen 1996 und 2016 war der Bestand der Turteltauben in beiden Ländern um etwa 40 Prozent zurückgegangen.

Königin Letizia eröffnet Ausstellung mit Raffaels Apostel-Wandteppichen in Madrid

Update, 3. Dezember: Die berühmten Apostel-Bildteppiche von Raffael (1483 bis 1520) können im Königspalast in Madrid im Rahmen einer Sonderausstellung zum 500. Todesjahr des Renaissance-Künstlers bis 18. April 2021 besichtigt werden. Königin Letizia eröffnet die Ausstellung, bei der erstmals die neun Kopien der Wandteppiche zu sehen sind, die König Felipe II. 1570 bei den Webmeistern Jan von Tieghem und Frans Gheteels in Brüssel in Auftrag gab. Die Originale entstanden für die Sixtinische Kapelle und hängen in der Vatikanischen Pinakothek.

Der Madrider Königspalast würdigt das 500. Todesjahr von Raffael mit einer Ausstellung seiner Wandteppiche.

Regierung verabschiedet Haushalt

Update, 3. Dezember: Erfolg für die Regierung von Pedro Sánchez. Das Parlament verabschiedet den Haushalt.

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