Demonstranten protestieren gegen den Lockdown der Gastronomie. Sie liegen in selbst gebastelten Särgen.
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Die Gastronomie hat in dieser Wochen in zahlreichen Städten gegen die Schließung der Lokale wegen der Coronavirus-Pandemie protestiert.

Aktuelle Nachrichten aus Spanien

Spanien im Blick: Aktuelle Kurznachrichten aus Politik, Sport und Gesellschaft

  • vonStephan Kippes
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Der Countdown für die Wahl in Katalonien läuft, aber Spanien muss Rückschläge wegen Corona einstecken. Die Wirtschaft bricht ein, die Arbeitslosigkeit nimmt zu.

Update, Sonntag, 31. Januar: Die Erdbeben in der Provinz Granada könnten strukturelle Schäden an mehreren Gebäuden verursacht haben. Nicht zu übersehen etwa sind die die Risse in der Fassade der Kathedrale in Granada, aber auch andere oberflächliche Schäden in Supermärkten, Wohnungen und Schulen haben die Behörden in der Provinz in Andalusien registriert. Bis dato haben 600 Personen Sachschäden gemeldet. Die Geologe sorgen sich jedoch auch um strukturelle Schäden etwa im Fundament, die auf dem ersten Blick gar nicht erkennbar sind. In einem Erdbebengebiet wie Granada müssen Neubauten bei Beben einer maximalen Bodenbeschleunigung von 0,24 g standhalten können, die Erschütterung am Donnerstag in Santa Fe lag bei 0,20 g und damit unter dem Wert. Den Geologen gibt aber nicht nur die horizontale Krafteinwirkung auf die Fundamente bei einer Erschütterung zu bedenken, sondern auch die hohe Anzahl der Erdbewegungen und ihre Auswirkungen. Das Nationale Institut für Geologie hat in der Provinz Granada und um das Epizentrum um Santa Fe und Atarfe in diesem Monat 740 seismologische Bewegungen registriert, fünf Beben lagen auf der Richterskala wie das am Donnerstag in Santa Fe über dem Wert vier und 21 über dem Wert drei. Die Experten raten daher insbesondere bei historischen Bauten wie etwa der Alhambra es nicht bei einer oberflächlichen Inspektion und der Registrierung Risse in der Fassade zu belassen, sondern die Gebäudesubstanz zu prüfen. Ähnliche Erdbebenserien hat die Universität Granada bereits 1983 und 1979 aufgezeichnet.

Kontrolle über Fahrzeug verloren: Acht Fußgänger in Reus angefahren

Update, Samstag, 30. Januar: Eine ältere Dame verliert am Samstag in Reus die Kontrolle über ihr Autozug und erfasst auf der Plaza del Nen de les Oques acht Fußgänger bevor das Fahrzeug nach etwa 30 Metern mit der Fassade eines Gebäudes der katalanischen Stadt kollidiert. Niemand schwebt in Lebensgefahr, aber drei der acht Personen müssen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebraucht werden, drei weitere gelten als verletzt und zwei als leicht verletzt.

Wetterumschwung im Anmarsch: Frühling weicht dem Sturmtief Justine

Update, Samstag, 30. Januar: Das Sturmtief Justine kündigt sich vom Nordwesten her an und drückt die frühlingshaften Temperaturen vom Freitag und Donnerstag nach unten, die weiten Teilen der Mittelmeerküste fast frühsommerliche 25 Grad und mehr bescherten und die ersten Strandbesucher an die Playas lockten. Damit neigt sich auch der Januar dem Ende zu, der Spanien Wetter-Kapriolen mit krassen Temperaturschwankungen von minus 25 Grad bis 29 Grad plus gebracht hat.

Einspruch abgelehnt: Verfassungsgericht stützt das umstrittene Gesetz zur Bürgersicherheit

Update, Samstag, 30. Januar: Das Verfassungsgericht erteilt dem umstrittenen Gesetz zur Bürgersicherheit – landläufig auch als Maulkorbgesetz gekannt – seinen Segen und lehnt den letzten Einspruch gegen das von der PP-Regierung im Jahr 2015 verabschiedete Gesetz. Konkret stützt das Verfassungsgericht die Einschätzung, dass eine “Störung öffentlicher Akte” ein “schweres Vergehen” darstellen kann. Das Gesetz stellt die öffentliche Ordnung bei sportlichen, kulturellen, feierlichen oder religiösen Anlässen über das Demonstrationsrecht und über die Meinungsfreiheit. Mit dem juristischen Feldzug gegen das Maulkorbgesetz hat Spaniens Linke eine herbe Niederlage einstecken müssen, lediglich das Verbot, Polizeikräfte im Einsatz zu filmen, wurde als verfassungsfeindlich eingestuft und gestrichen.

Wegen Ansteckungsgefahr durch Corona: Portugal macht Grenzen zu Spanien zu

Update, Freitag, 29. Januar: Portugal schließt wegen der Coronavirus-Krise weitgehend seine Grenze zu Spanien. Portugiesen dürfen für zwei Wochen nur noch mit Einschränkungen ausreisen, auch die Einreise über den Landweg von Spanien aus soll nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Es kommt nicht zu einer vollständigen Schließung der Grenze im Schengenraum, aber zu weitreichenden Einschränkungen für den Grenzverkehr zwischen Portugal und Spanien. Touristen können aus Portugal über dem Landweg in ihre Heimatländer zurückkehren.

Spanien verliert im Halbfinale der Handballweltmeisterschaft gegen Dänemark - Jetzt geht es um Bronze

Update, Freitag, 29. Januar: Spanien bleibt die Hoffnung auf Bronze bei der Handballweltmeisterschaft in Ägypten. Die Spanier schlage sich wacker in dem hochspannenden Halbfinale, müssen sich aber am Ende mit 35:33 dem amtierenden Weltmeister Dänemark geschlagen geben. Die Dänen bestreiten gegen Schweden das Finale, Europameister Spanier trifft am Sonntag um 14.30 Uhr auf Frankreich im Spiel um den dritten Platz.

Spanien schlägt sich wacker bei der Handball-WM. Aber gegen Dänemark reicht es am Ende doch nicht.

Tragödie in Seniorenresidenz bei Madrid: Elf Bewohner sterben an Folgen der Coronavirus-Infektion

Update, Freitag, 29. Januar: Elf Bewohner einer Seniorenresidenz in Becerril in der Sierra bei Madrid sterben an Covid-19. Die Behörden schließen nicht aus, dass die Tragödie auf die britische Variante des Coronavirus zurückzuführen ist. Nach dem Auftreten eines Infektionsfalls am 7.Januar hätten sich alle 48 Bewohner und 17 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit befinden sich noch fünf Infizierte in stationärer Behandlung, der Zustand von zweien gilt als ernst. .

Auftakt Wahlkampf in Katalonien

Update, Freitag, 29. Januar: Auftakt Wahlkampf in Katalonien, der aufgrund der Coronavirus-Krise mehr denn je im Internet stattfinden wird. Das Meinungsforschungsinstitut Centro de Estudios de Opinión der katalanischen Landesregierung prognostiziert eine absolute Mehrheit für den Separatismus. Demnach gewinnen die katalanischen Separatisten die Landtagswahl und holen 34 bis 35 Sitze, ihr Regierungspartner Junts käme auf 32 bis 34. Der von den Sozialisten eröffnete Effekt Illa – ihr Spitzenkandidat ist der ehemalige Gesundheitsminister Salvador Illa – würde demnach nicht reichen, um die Hegemonie der Separatisten zu brechen. Dennoch kämen die Sozialisten auf 26 bis 29 Mandate, Ciudadanos auf elf bis 13, die PP auf neun, Cup auf acht, Unidas Podemos beziehungsweise En Comú Podem auf sechs bis acht und Vox auf fünf oder sechs. Zu vergeben sind 135 Mandate, die absolute Mehrheit liegt bei 68.

Spanien erleidet Wirtschaftseinbruch: Bruttoinlandsprodukt sinkt um elf Prozent

Update, Freitag, 29. Januar: Das Nationale Amt für Statistik beziffert den Wirtschaftseinbruch, den Spanien aufgrund der Coronavirus-Krise 2020 erlitten hat. Demnach handelt es sich um einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um elf Prozent im Vergleich zu 2019. Die spanische Regierung war von 11,2 Prozent ausgegangen, der Weltwirtschaftsfonds sogar von 12,8.

Gericht bestätigt: Katalonien wählt trotz Corona am 14. Februar

Update, Freitag, 29. Januar: Die Landtagswahl in Katalonien findet trotz der Corona-Pandemie wie ursprünglich geplant am 14. Februar statt. Das Oberlandesgericht in Katalonien hebt am Freitag ein Dekret zur Verschiebung der Abstimmung auf den 30. Mai auf endgültig auf.

Folgen der Coronavirus-Krise: Über 620.000 Arbeitsplätze vernichtet

Update, Donnerstag, 28. Januar: Der Arbeitsmarkt hat 2020 schwer unter der Coronavirus-Pandemie gelitten. Die richtungsweisende EPA-Erhebung “über die aktive Bevölkerung” spricht von 622.600 vernichteten Arbeitsplätzen und einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um 527.900 auf insgesamt 3,71 Millionen. Damit liegt die Arbeitslosenquote in Spanien nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik bei 16,13 Prozent.

Wegen rassistischer Botschaften: Nachrichtendienst Twitter sperrt den Account von Vox

Update, Donnerstag, 28. Januar: Die Rechtspopulisten Vox müssen einstweilen ohne den Nachrichtendienst Twitter auskommen. Das soziale Netzwerk sperrt der Partei das Konto, weil sie mit Botschaften “Hass und Rassismus” verbreitet hätten. Die Rechtspopulisten haben in einer Nachricht muslimischen Immigranten unterstellt, als “Minderheit von 0,2 Prozent der Bevölkerung Gegenstand von 93 Prozent aller Anzeigen” zu sein. Unterzeichnet wurde die Wahlkampf-Botschaft mit “Stop die Islaminisierung”.

Inhaftierte Separatisten im Wahlkampf: Offener Vollzug für Junqueras und Mitstreiter

Separatisten-Führer Oriol Junqueras kommt in den offenen Vollzug und kann für die ERC Wahlkampf machen.

Update, Donnerstag, 28. Januar: Die neun zu langen Haftstrafen verurteilten Separatistenführer aus Katalonien dürfen vor der Landtagswahl vom 14. Februar in die Politik zurückkehren. Den Politikern und Aktivisten wird ab dem morgigen Freitag und damit zu Beginn des Wahlkampfs der offene Vollzug gewährt.

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