Die menschenleere Explanada, sonst Rue de Galoppe von Alicante. Foto: Ángel García

Spanien schließt Grenzen, sagt Wahlen ab, testet Gegenmittel

Update zur Krise um den Coronavirus in Spanien: Madrid - mar. Rund 1.000 neue nachgewiesene Corona-...

Update zur Krise um den Coronavirus in Spanien: Madrid - mar. Rund 1.000 neue nachgewiesene Corona-Fälle an nur einem Tag und mittlerweile 334 Tote in Spanien, haben Innenminister Fernando Grande-Marlaska veranlasst, die Schotten dicht zu machen: Ab Mitternacht, also Dienstag, 0 Uhr, dürfen nur noch Waren ins Land, Spanier auf dem Landweg sowie Ausländer, die hier gemeldet sind oder Notfälle begründen können. Die Ausreise von Ausländern ist gestattet, unter Vorbehalt der Einreisebestimmungen anderer Länder. Die entsprechenden Maßnahmen zur erhöhten Grenzsicherung werden mit der EU abgestimmt, die ebenfalls für 30 Tage Schengen - mehr oder weniger - dicht macht. Auch immer mehr Regionen neben Katalonien forderten die totale Isolation, zuletzt auch die Balearen. - Spanien ist das Land mit der zweithöchsten Neuinfizierungsquote weltweit und bei absoluten Fällen auf Platz vier nach China, Italien und Iran - auch wenn den Daten aus den USA nicht zu trauen ist, wegen der wenigen Tests dort und dem gerade erst beginnenden Anstieg der "Fieberkurve". - Die für 5. April geplanten Regionalwahlen im Baskenland und in Galicien werden abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. - Regierungschef Pedro Sánchez hat sich mit den maßgeblichen politischen Parteien beraten, um eine Verlängerung des Notstandes über die 14-Tage-Frist hinaus zu ermöglichen. Am Mittwoch wird er im Parlament sprechen. - Zur Liste der mit dem Coronavirus infizierten Politiker gesellten sich heute die Regionalpräsidenten von Madrid Isabel Díaz Ayuso sowie von Katalonien, Quim Torra, hinzu. In den vergangen Tagen waren bereits der Vox-Chef und sein Generalsekretär, Abascal und Ortega Smith, die Vizeregierungschefin Irene Montero sowie auch die Frau von Regierungschef Pedro Sánchez positiv getestet worden. - Es gibt aber auch positive Anzeichen: Fernando Simón, Chef der Kriseninterventionsgruppe des Gesundheitswesens erklärte zwar, dass der Anstieg der Fälle noch rund zehn Tage anhalten dürfte, mittlerweile die Testdichte aber erheblich erhöht werden konnte. Die weitgehend stabile Todesrate (bei den registrierten Fällen) von 3 Prozent sei ein Hinweis darauf. - Gestern starteten in mehreren Krankenhäusern Spaniens klinische Tests an "insgesamt bis zu 1.000 freiwilligen Infizierten" mit einem virenabschwächenden Medikament. Es basiert auf einem Wirkstoff, mit dem die Chinesen gute Erfahrungen in den letzten Monaten gemacht hatten. Dass es in einem europäischen Land bereits an Menschen getestet wird, darf als gutes Zeichen für seine relative Reife gedeutet werden. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen klassischen Impfstoff. Weitere aktuellen Maßnahmen im Kampf gegen die Seuche. Was Sie im Rahmen des Notstandes noch dürfen, was nicht, was geöffnet bleibt. In einem aktuellen Brief des deutschen Konsuls in Málaga finden sich weitere Hinweise.

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