König Felipe VI, Spaniens Staatsoberhaupt in seiner TV-Botschaft. Foto: Casa de S.M. el Rey|Spaniens Staatsoberhaupt, Felipe VI., am Mittwoch im TV. Foto: TVE

Spaniens König: "Das Virus wird uns nicht besiegen"

Spanisches Staatsoberhaupt ruft zur Einheit gegen Coronavirus auf - Proteste von Balkonen Madrid...

Spanisches Staatsoberhaupt ruft zur Einheit gegen Coronavirus auf - Proteste von Balkonen Madrid - mar. König Felipe VI., Spaniens Staatsoberhaupt, wandte sich am Mittwochabend in einer TV-Ansprache an das spanische Volk. Dieses begleitete - in Teilen - die Rede um 21 Uhr mit einem lautstarken Topfschlagen aus Fenstern und Balkonen, um zu erreichen, dass die von Vorgänger Juan Carlos beiseite geschafften Schmiergelder von 100 Millionen Euro aus Saudi-Arabien dem Gesundheitswesen zugeteilt werden. Wie es der repräsentativen Amtsbeschreibung entspricht, sprach Felipe in Allgemeinplätzen und wiederholte im Wesentlichen, was Regierungschef Sánchez schon mehrfach ausgesprochen hatte. Er sprach von einer "noch nie dagewesenen Krise", bedauerte die Opfer und sprach den Agierenden, der "ersten Vertieidungslinie" Mut zu und den Dank ganz Spaniens aus. Ihre Professionalität und ihr Mut gäben dem ganzen Land Hoffnung und ein Beispiel. Spanien wird einmal mehr ein Beispiel an Solidarität geben, damit sich niemand alleine fühlt. Es sei Zeit, Differenzen zurückzulassen, um diese Krise gemeinsam zu überwinden, mit Energie und Gelassenheit. "Wir müssen unsere Lebensweise an die Vorgaben der Autoritäten anpassen, um diesen Virus zu besiegen." Das sei leicht gesagt, aber er verstehe, dass das im Einzelnen schwer umzusetzen sei. "Aber jeder von uns ist Teil der Lösung der Krise". "Wenn wir vereint zusammenarbeiten werden wie eher früher als später in die Normalität zurückkehren". "Spanien wird seine Kraft wiedergewinnen, weil Spanien ein großes Volk, ein großes Land ist. Dieses Virus wird uns nicht besiegen." Mit den Worten "Vorwärts mit Mut!" schloss der König seine siebenminütige Ansprache. Der König ist derzeit doppelt geschwächt. Im gegenwärtigen Alarmzustand hat das Staatsoberhaupt keine spezielle Aufgabe. Laut Verfassung liegen Verhängung und Umsetzung beim Regierungschef, die Verlängerung nach 14 Tagen ist Kompetenz des Kongresses, also des gewählten Parlamentes. Felipe wird lediglich informiert. Außerdem erschüttert die Staatsaffäre um Felipes Vater und Vorgänger, Juan Carlos I., - um Schmiergelder über 100 Millionen Euro aus Saudi Arabien und Off-Shore-Stiftungen zur Steuerhinterziehung -, die Autorität der Monarchie und damit auch Felipes. In zumindest einer der Stiftungen sind Felipe und seine Tochter, die Prinzessin von Asturien, als Begünstigte benannt worden, wovon Felipe nichts gewusst haben will. Dieser hatte sich zwar Anfang der Woche von seinem Vater in einer Aufsehen erregenden Erklärung losgesagt, in dem er ihm die Bezüge strich und sich von jedem möglichen Erbe lossagte. Auf das Haupterbe allerdings verzichtet Felipe nicht: die Krone und damit das Amt des Staatsoberhauptes.

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