Lockerungen in Spanien

Sport und Spaziergänge ab 2. Mai möglich: Erstmals Erleichterung der Quarantäne für alle Bürger in Spanien

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Spazierengehen und Sporttreiben werden erlaubt, dabei sollen sich die Menschen aber möglichst weit aus dem Weg gehen.
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Spät, aber doch, hat die spanische Regierung am Donnerstag über die Bedingungen für die ab 2. Mai geltenden Erleichterungen der Ausgangssperre informiert. Wie und wann Sport und Spaziergänge erlaubt sind - und was verboten bleibt.

  • Sport und Spaziergänge individuell und nach Altersgruppen getrennt sowie nach Zeitplan ab 2. Mai in ganz Spanien möglich.
  • Rudelbildungen, Treffen und Nähe sind unbedingt zu vermeiden, um das Ansteckungsrisiko mit Covid-19 so klein wie möglich zu halten.
  • Sonstige Notstands-Maßnahmen in Spanien bleiben vorerst in Kraft - verstärkte Kontrollen am Mai-Brückenwochenende.
  • Ab Montag, 4. Mai, startet Phase 0 des Deeskalationsplanes mit weiteren Öffnungen.

Madrid - Endlich wieder raus - und nicht nur für Einkäufe oder um den Müll wegzubringen. Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hat auf einer Pressekonferenz am frühen Donnerstagabend die Details für die Lockerungen der Ausgehsperre in Spanien verkündet, die das ganze Land so sehnsüchtig erwartet hat. Danach können alle Bürger ab Samstag, 2. Mai, Sport treiben und spazieren gehen.

Unter folgenden Bedingungen:

  • Spaziergänge und individueller Sport sind einmal am Tag im Umkreis von einem Kilometer um den Wohnsitz (Spaziergänge) und im Ortsgebiet (Sport) erlaubt, allein oder mit maximal einer Person, die im gleichen Haushalt lebt und bei Wahrung der Abstandsregeln zu Dritten.
  • Es gelten folgende Zeitrahmen für Orte ab 5.000 Einwohnern:
  • Personen ab 14 Jahren: zwischen 6 und 10 sowie 20 und 23 Uhr
  • Kinder unter 14 Jahren mit Begleitung: zwischen 12 und 19 Uhr.
  • Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen eine Begleitung brauchen oder Personen ab 70 Jahren zwischen 10 und 12 sowie 19 bis 20 Uhr. Personen ab 70 Jahren können sich bei Bedarf von einer weiteren mit ihnen zusammenlebenden Person im Alter zwischen 14 und 70 Jahren begleiten lassen.
  • Hinsichtlich einer zeitlichen Beschränkung innerhalb der genannten Zeitrahmens wurde keine konkrete Vorgabe gemacht. - Also nicht so wie bei den Kindern, wo eine Stunde als tägliches Limit gesetzt wurde. Der Minister sagte, dass offene Punkte in der schriftlichen ministeriellen Anordnung klargestellt würden, die am Donnerstagabend aber noch nicht vorlag.
  • In Orten unter 5.000 Einwohnern gelten die Zeitrahmen nicht.
  • Die Kommunen sind berechtigt, bestimmte Areale in den Stadtgebieten zu sperren, wenn befürchtet wird, dass größere Menschenansammlungen dort nicht zu vermeiden sind. (z.B. Strände)
  • Personen mit Covid-19-Krankheitssymptomen sind von der Lockerung der Maßnahmen ausgeschlossen.
  • Private Gärten oder kleine Felder, so sie im gleichen Stadtgebiet liegen, dürfen betreten und bearbeitet werden. Auch hier: individuell oder mit einer Person aus dem gleichen Haushalt.
  • Die detaillierten Bestimmungen finden sich auf Spanisch im Staatsanzeiger (BOE), Nummer 121 vom 1. Mai 2020.

Was gar nicht geht: Treffen mit Freunden oder Familie oder sonstige Zusammenkünfte mit Menschen, die nicht im gleichen Haushalt leben. Die Logik sollte hier ein guter Ratgeber sein. Achten Sie zudem darauf, dass Sie sich jederzeit ausweisen können und ihre Wohnadresse aus dem Dokument hervorgeht.

Gleichzeitig wurde nochmals klar gemacht, dass Spanien immer noch flächendeckend unter Quarantäne steht, die Maßnahmen des Alarmzustandes in Kraft bleiben, nur eben um die oben genannten Möglichkeiten gelockert werden. Sollten sich die Infektionszahlen wieder deutlich verschlechtern, kann jede Lockerung wieder aufgehoben werden.

Die Polizei hat bereits angekündigt, ihre Kontrollen am Brückenwochenende des 1. Mai zu verstärken, nicht nur, um Reisen an Zweitwohnsitze zu verhindern, sondern auch, um die neuen Lockerungen zu überwachen und jene in die Schranken zu weisen, die sie allzu locker sehen.

Warnung vor Übertreibung und Hitze

Gewarnt wird auch vor Selbstüberschätzung bei der neuen Bewegungsfreiheit. Zum Einen sind für das Wochenende in weiten Teilen Spaniens hochsommerliche Temperaturen von über 30 Grad angekündigt, die dem untrainierten Körper Probleme bereiten können. Zum anderen müssen sich Kreislauf, Muskeln, Sehnen und Knochen erst wieder an die Bewegung gewöhnen. Mäßigung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr und keine zu langen Aufenthalte in der prallen Sonne werden empfohlen.

Nächste Etappe schon am Montag

Bereits am Montag, 4. Mai, startet Spanien in die Phase 0 des Deeskalationsplans der Regierung, der weitere Öffnungsmaßnahmen beinhaltet, wie das Abholen von Essen zum Mitnehmen im Restaurant um die Ecke oder der Besuch des Friseurs nach vorheriger Terminvereinbarung. Alles Weitere zu den einzelnen Phasen finden Sie in diesem Beitrag.

Günstige Daten machten Lockerung möglich

Die günstigen Daten des Tages und der Woche haben die Entscheidung für das Gesundheitsministerium erleichtert. Am Donnerstag zählte Spanien 0,6 Prozent mehr Neuinfizierte mit dem Coronavirus, 1.309 und insgesamt 213.435. 268 Menschen starben, der niedrigste Stand seit 40 Tagen. Ingesamt werden 24.543 Tote durch Covid-19 angegeben. Die Zahl der Genesenen stieg binnen 24 Stunden um 3.103 Personen auf 112.050 insgesamt.

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