Mitglieder der Familie Franco trugen den Sarg aus der Kirche und luden ihn in den Helikopter. Foto: dpa

Die Umbettung des Diktators

Madrid – ck. Am Donnerstag ist der Leichnam Francisco Francos aus dem Valle de los Caídos gehoben un...

Madrid – ck. Am Donnerstag ist der Leichnam Francisco Francos aus dem Valle de los Caídos gehoben und auf dem Friedhof El Pardo-Mingorrubio unter großen Sicherheitsvorkehrungen beigesetzt worden. Die von Regierungschef Pedro Sánchez bei seiner Amtsübernahme im Juni 2018 angekündigte Umbettung ist nach 16 Monaten vollzogen. Die Proteste der sieben Enkel des Diktators führten bis zuletzt zu Verzögerungen, doch sowohl das Verfassungsgericht als auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte schmetterten alle Einwände ab. Seit Wochen war die Grabstätte im Valle de los Caídos geschlossen. Maschinerie rollte an, um die 1,5 Tonnen schwere Grabplatte zu heben, ein Zinksarg, falls der ursprüngliche nicht mehr intakt sein sollte, zwei Hubschrauber und zwei Leichenwagen standen bereit. Nichts sollte schief gehen. Am Dienstag fand eine Generalprobe statt. Die Kosten für die Umbettung sollen sich auf 63.000 Euro belaufen. Als es ums Ganze ging, waren nur die Arbeiter, ein Gerichtsmediziner, ein Fotograf, der Benediktiner-Prior Santiago Cantera, die Justizministerin Dolores Delgado und 22 Familienmitglieder anwesend. Die Presse musste draußen bleiben. Die Gebeine wurden im Hubschrauber ausgeflogen, um Sabotageakte auf den Zufahrtsstraßen zu umgehen. Die bis heute aktiven Anhänger des Diktators, unterstützt von der Stiftung Francisco Franco, der Familie und der rechtspopulistischen Partei Vox, protestierten gegen die Exhumierung. Der Oberste Gerichtshof hatte aber deren Wunsch, den Kadaver in der Familiengruft in Madrids Almudena-Kathedrale zu bestatten, vereitelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare