Neben den prächtigen Dreikönigsumzügen gehört die Jesuskind-Lotterie zu den Höhepunkten der Weihnachtszeit in Spanien. Foto: dpa

Wieder Lotterie-Geldregen: Diesmal in Torrent

Madrid - dpa. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, und schon knallten in vielen Teilen Spaniens w...

Madrid - dpa. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, und schon knallten in vielen Teilen Spaniens wieder die Sektkorken. Nach der Ziehung der Jesuskind-Lotterie am Freitagmittag liefen viele Menschen auf die Straßen und konnten ihr Glück kaum fassen. Die Menschen lagen sich in den Armen, auch Tränen flossen vielerorts. Insgesamt 630 Millionen Euro wurden bei dem live im Fernsehen übertragenen Spektakel mit dem Namen „El Niño“ (Das Kind) ausgeschüttet. Da die Gewinnchancen recht hoch sind, konnten sich viele Spanier in zahlreichen Landesteilen freuen. Ungläubiger Jubel aber machte sich in der ostspanischen Stadt Torrent nahe Valencia breit. Denn die Hauptgewinne der „Lotería del Niño“ in Gesamthöhe von 90 Millionen Euro entfielen diesmal auf die Losnummer 08354 - und diese Serie war ausschließlich in der Stadt mit ihren rund 80 000 Einwohnern verkauft worden. In Torrent reckten die Bürger Schilder mit der Glückszahl in die Fernsehkameras, zahlreiche Gewinner gaben den herbeigeeilten Journalisten freudestrahlend Interviews. „Ich freue mich wie verrückt, ich kann das gar nicht glauben und hätte nie gedacht, dass dieser Tag mal kommen würde!“, zitierte die Zeitung „El Mundo“ die Besitzerin der örtlichen Lottoverkaufsstelle. María Dolores, eine der glücklichen Gewinnerinnen, jubelte: „Mir zittern die Beine! Mein Mann und ich müssen ein Darlehen abbezahlen, und das Geld wird uns sehr helfen.“ Wegen der großen Nachfrage wird jede Nummer 45 Mal aufgelegt, in den sogenannten Serien. Es ist aber auch möglich, von jeder der Serien nur ein Zehntel zu kaufen. Der Hauptgewinn - wie auch das Geld für die restlichen gezogenen Lose - wird somit stets unter Dutzenden verteilt. Für jedes der 450 Zehntellose der Siegernummer gab es 200 000 Euro. In Spanien war es der zweite Geldregen innerhalb von zwei Wochen. Bereits bei der Ziehung der traditionellen Weihnachts-Lotterie „El Gordo“ (Der Dicke) am 22. Dezember waren insgesamt 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet worden. Gewinner waren dabei vor allem Menschen aus einem Arbeiterviertel in Madrid. Die vor mehr als 200 Jahren geschaffene Lotterie ist die größte und älteste der Welt. Aber auch die zweite Sonderziehung am Dreikönigstag, die seit 1941 existiert, lockt jedes Jahr einen Großteil der 46 Millionen Spanier vor die Fernsehschirme. Die Ziehung am 6. Januar wird in Anlehnung an das von den Heiligen Drei Königen besuchte Jesuskind „El Niño“ genannt.  

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