Bayern-Patron Hoeneß wehrt sich gegen Matthäus & die Medien: „Das geht mir auf den Sack!“
Uli Hoeneß redet sich in Rage. Auf einem Sponsorentermin wehrt sich der Ehrenpräsident des FC Bayern gegen Lothar Matthäus und die Medien.
Tegernsee - Für Uli Hoeneß war die Verkündung der neuen Partnerschaft zwischen der Frauen-Fußballmannschaft des FC Bayern und der Molkerei Ehrmann ein Heimspiel. Im Fünf-Sterne-Nobel-Hotel Egerner Höfe fiel der Startschuss das neue Sponsoring – und auch der Ehrenpräsident saß neben Frauen-Direktorin Bianca Rech, Ehrmann-Vorstandschef Christian Ehrmann und Bayern-Finanzvorstand Michael Diederich auf dem Podium. Zu Beginn der launigen Runde war Hoeneß noch gut drauf, doch als er nach den Männer-Baustellen für die neue Saison gefragt wird, platz dem 72-Jährigen der Kragen: „Für die Baustellen ist bei uns ja Lothar Matthäus verantwortlich. Wenn ich den Blödsinn von Lothar jeden Tag lesen muss, geht mir das langsam auf den Sack!“
Was Hoeneß meint: Der Rekord-Nationalspieler hatte ihn jüngst in seiner Sky-Kolumne bezichtigt, mit seinen Äußerungen häufig Unruhe zu stiften. Einen möglichen Wechsel von Jonathan Tah zum deutschen Rekordmeister erachtet Matthäus als „unnötig. Eigentlich braucht Bayern Tah gar nicht – wenn überhaupt, um Leverkusen zu schwächen.“ Zu viel für den Bayern-Patron, der sich im Rahmen des Ehrmann-Termins deutlich zur Wehr setzte.
Und einmal in Fahrt, bekamen auch die Medien ihr Fett weg, Stichwort: Spielerverkäufe. „Ich habe kein Machtwort gesprochen. Ich habe mitgeteilt, was der Aufsichtsrat des FC Bayern beschlossen hat. Und ihr alle miteinander inklusive – Lothar Matthäus – ihr könnt nicht lesen und nicht zuhören“, polterte Hoeneß und erklärte: „Es gibt einen Beschluss des Aufsichtsrats, der besagt: Wir haben 125 Millionen ausgegeben. Und wenn danach noch neue Spieler kommen, muss auch erst mal verkauft werden.“ Das hätte Hoeneß Bayern-Sportvorstand Max Eberl mitgeteilt: „Und es ist nicht mein Machtwort, sondern das Machtwort des Aufsichtsrats in seiner Gänze!“

Uli Hoeneß lobt Arbeitsmoral von Bayern-Trainer Vincent Kompany
Die Abteilung Attacke kam mit Hoeneß auch bei der Zielsetzung für die neue Saison durch, als er kritisierte, dass vergangenes Jahr an der Säbener Straße zu wenig gearbeitet worden sei: „Ich habe den neuen Trainer Vincent Kompany kennengelernt. Und da wird gearbeitet, das ist etwas, was uns gefehlt hat.“ Darum glaubt der Ehrenpräsident, dass die Mannschaft wieder ein anderes Gesicht zeigen wird: „Wenn wir wieder so Fußball spielen, wie wir es können, und nicht ein 2:0 wie in Heidenheim oder Hoffenheim verspielen, wird wieder eine andere Musik gespielt. Die Spieler, die nicht Meister geworden sind, sind sehr sauer.“
Hoeneß lebte am Donnerstag am Tegernsee schon mal die nötige Angriffslust vor. Bleibt zu hoffen, dass das auf die erfolgsverwöhnten Stars des FC Bayern abfärbt. Manuel Bonke, Philipp Kessler