Einblicke aus London

Beckers knallharter Knast-Alltag: Ekel-Essen, zwei Duschen pro Woche, Mini-Taschengeld

Boris Becker sitzt seit einer Woche in Haft. Jetzt gibt es neue Einblicke in den Knast-Alltag der Tennis-Legende.

London - Ende April änderte sich das Leben von Boris Becker schlagartig. Die deutsche Tennis-Legende wurde wegen Insolvenzverschleppung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nun wurden neue Details zu Beckers Knastalltag im Südlondoner Wandsworth-Gefängnis publik. Demnach darf Becker nur zwei Mal in der Woche duschen und bekommt eine Vertrauensperson im Knast.

Boris Becker: Grober Tagesablauf

Becker wird um 7 Uhr geweckt, um 8 Uhr wird gefrühstückt. Wie bild.de berichtet muss Becker nicht arbeiten, weil er voraussichtlich in einen anderen Knast verlegt wird. Der Leimener bekommt 30 Minuten Freigang am Tag, bedeutet, er darf sich im Uhrzeigersinn im Innenhof bewegen.

Tagsüber besucht Becker diverse Einführungskurse, am Mittwoch soll er bei der Bibliotheks-Einführung gewesen sein. Am Wochenende habe Becker sein Abendessen schon um 16:30 Uhr erhalten. Ab 19 Uhr darf sich in Wandsworth niemand mehr außerhalb der eigenen Zelle aufhalten.

Boris Becker: Dusche darf nur zwei Mal in der Woche genutzt werden, Essen und Geld knapp bemessen

Geduscht wird in Gemeinschaftsduschen, die bis zu hundert Leute gleichzeitig nutzen können. Bild.de erklärt, dass Becker nur zwei Mal pro Woche für jeweils rund zehn Minuten duschen dürfe. Zum Essen habe Becker am Wochenende Gemüse mit Hackfleisch gekriegt, unter der Woche sei „Sheperd’s Pie“, ein Kartoffel-Hackfleisch-Mischmasch, aufgetischt worden. Zum Frühstück habe es Cornflakes, Vollkorn-Weizen-Keks und Toast gegeben. Ein Gefängnismitarbeiter berichtet der Bild von kleinen Portionen, ehemalige Häftlinge sprechen von „Ekel-Essen“. Auch seine Platzangst soll der Sport-Ikone Probleme bereiten.

Boris Becker wird voraussichtlich in ein anderes Gefängnis verlegt.

Becker bekommt ein kleines Taschengeld von zehn Pfund in der Woche. Damit können Bestellungen aufgegeben werden, zum Beispiel für Toiletten-Artikel oder Schokolade. Dazu erhält man eine Telefonkarte mit begrenztem Guthaben. Wie die Bild erfahren haben will, soll Becker zuerst seine Freundin Lilian angerufen haben. Daraufhin habe er einen zweiten Anruf an seine geliebte Mutter Elvira Pisch getätigt. Ein Knast-Mitarbeiter habe das als „Promi-Bonus“ bezeichnet, wird im Weiteren berichtet. Pisch hat eine schwere Zeit hinter sich. Boris Beckers Mutter litt sehr unter der Inhaftierung ihres Sohnes.

Boris Becker: Sozialzeit und Vertrauensperson

Den Häftlingen steht 30 Minuten Sozialzeit am Tag zu. In dieser Zeit darf man sich mit anderen Häftlingen in den Fluren unterhalten. Ein weitere Möglichkeit, um der Einsamkeit zu entkommen, sind sogenannte „Listener“. Was hat es damit auf sich? „Listener“ sind in der Regel religiöse und respektierte Häftlinge höheren Alters, berichtet der Wandsworth-Mitarbeiter.

„Sie kümmern sich um die Neuen“ und kommen von der Wohltätigkeitsorganisation „Samaritans“. Becker solle einen „Listener“ als Zimmerkollegen bekommen, berichtet die Bild.

Wie geht es für Boris Becker weiter? Verlegung nach Deutschland denkbar

Für Promi-Anwalt Paul Vogel ist eine Verlegung in ein anderes Gefängnis wahrscheinlich, wie er bunte.de mitteilte. „Wandsworth ist zwar erste Anlaufstelle. Von dort aus wird üblicherweise auf andere Haftanstalten verteilt,“ sagt Vogel. Er ist sich sicher, dass sich Beckers Verteidiger für eine Verlegung einsetzen werden. Möglicherweise könne man auch eine Verlegung nach Deutschland forcieren, allerdings gebe es aufgrund des Brexit einige Unwägbarkeiten. Eine Rückkehr nach Deutschland wird immer wahrscheinlicher, auch weil ihm eine Abschiebung droht.

In Deutschland wird Boris Becker so schnell nicht wieder zu hören sein. Eurosport widersprach einem Bericht, wonach Becker aus dem Knast Tennis kommentieren dürfe.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mark Thomas / i-Images

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