Nadal gelingt historischer Sieg

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Rafael Nadal jubelt über seinen Turniersieg. Foto: dpa

Paris – dpa. Rafael Nadal hat zum zwölften Mal die French Open gewonnen und sich einen Grand-Slam-Rekord gesichert. Einen Tag nach dem historischen deutschen Doppel-Triumph und der Grand-Slam-Premiere für Ashleigh Barty entschied der 33 Jahre alte spanische Tennisprofi in einer Neuauflage des Vorjahres-Finals das Endspiel in Paris gegen den Österreicher Dominic Thiem mit 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 für sich. Nadal ist damit der erste Profi der Tennisgeschichte, der zwölf Mal bei ein und demselben Grand-Slam-Turnier gewinnt. Bei den Damen hatte Margaret Court elf Mal in Australien den Titel geholt.

Thiem verpasste am Sonntag den zweiten Grand-Slam-Triumph eines Österreichers nach Thomas Muster bei den French Open 1995 und seinen ersten Sieg in Paris gegen Nadal. Seine Freundin Kristina Mladenovic dagegen durfte wenige Stunden zuvor auf dem Center Court feiern. Mit der Ungarin Timea Babos gewann die Französin durch ein 6:2, 6:3 gegen die Chinesinnen Duan Ying-Ying/Zheng Saisai den Doppel-Titel.

Am Samstag hatten Kevin Krawietz (27) und Andreas Mies (28) durch ein 6:2, 7:6 (7:3) gegen die Franzosen Jeremy Chardy (32) und Fabrice Martin (32) für den ersten Sieg eines deutschen Doppels bei einem Grand Slam seit 82 Jahren gesorgt. „Unser Traum ist in Erfüllung gegangen“, sagte der Kölner Mies. In der Geschichte des Profi-Tennis, der sogenannten Open Era ab 1968, hatte sogar noch nie ein rein deutsches Doppel bei einem der vier großen Turniere den Titel geholt. Letzte gemeinsame deutsche Sieger bei einer der vier wichtigsten Veranstaltungen waren Gottfried von Cramm und Henner Henkel 1937.

„Ich bin unheimlich stolz, das ist Wahnsinn“, sagte Krawietz und versuchte zu erklären, warum ihre rheinisch-fränkische Co-Produktion so perfekt funktioniert: „Wir ergänzen uns ganz gut. Er steht da vorne und räumt alles ab, wir returnieren beide gut. Als Doppel haben wir, glaube ich, für die Gegner wenig Schwächen.“ Im gesamten Match mussten sie nicht einen einzigen Breakball abwehren.

Regelmäßig spielen sie erst seit einem Jahr so richtig zusammen. Sie gewannen sechs Titel bei ITF- oder Challenger-Turnieren und zuletzt Anfang dieses Jahres erstmals in New York auf der ATP-Tour. 2018 meldeten sie in Wimbledon zum ersten Mal zusammen bei einem Grand Slam für die Qualifikation und kamen prompt ins Achtelfinale.

Und in Paris nun ein Finale gegen zwei Franzosen, das sie verdient gewannen, weil sie das „Doppel auf eine verdammt gut anzusehende taktische Art und Weise interpretieren“, wie es die angesehenen „Sandplatzgötter“ in den sozialen Netzwerken kommentierten. „Was für eine Reise“, sagte Krawietz. „Das sind die Momente, für die wir spielen.“ Für den größten Erfolg ihrer Karriere kassierten sie die „unfassbare Summe“ (Mies) von 580 000 Euro.

Keine Sensation, aber zumindest eine Überraschung war der Titel für Barty. „Lasst die Barty-Party beginnen. Es gibt vieles, worauf man das Glas heben kann“, schrieb die Zeitung „The Age“ nach dem 6:1, 6:3 gegen die 19 Jahre alte Tschechin Marketa Vondrousova und dem ersten Sieg einer australischen Tennisspielerin in Paris seit 46 Jahren. „Nach all den Jahren der Quälerei, dem Burnout, dem Karriere-Wechsel und dem Comeback kam der ultimative Triumph bemerkenswert schnell.“

In der neuen Weltrangliste wird Barty auf Platz zwei klettern. Die 23-Jährige galt für das Finale als klare Favoritin. Und doch hätte zu Turnierbeginn vor zwei Wochen wohl kaum einer auf sie gewettet. „Das hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich hier sitzen würde mit der Trophäe der French Open“, sagte Barty. „Natürlich haben wir als Kinder Ziele und Träume, aber das hier ist einfach unglaublich.“

2011 hatte die nur 1,66 Meter große Athletin bei den Juniorinnen in Wimbledon den Titel geholt. Doch irgendwann wurde Barty der ganze Zirkus zu viel. Nach den US Open 2014 hörte Barty auf mit dem Tennis. Sie spielte Kricket bei den Brisbane Heat, fand aber dann durch Zufall wieder zum Tennis zurück, weil ihre alte Doppelpartnerin Casey Dellacqua sie zu einem Turnier nach Sydney einlud und sie dort wieder Lust bekam auf Tennis. Sie kämpfte sich von Platz 271 im Jahr 2017 zurück in die Top Ten – und jetzt nach ganz oben auf den Grand-Slam-Thron. „Das ist ein Teil meines Lebens, und es war damals die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Und es war noch besser, wieder zurückzukommen“, erzählte Barty am Samstag.

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