Matthäus legt mit Bayern-Kritik nach – nimmt aber Hoeneß in Schutz
Lothar Matthäus äußert sich abermals kritisch zur Transferpolitik des FC Bayern. Explizit nimmt er jedoch Ehrenpräsident Uli Hoeneß in Schutz.
München – Obwohl der FC Bayern bereits etwa 127,5 Millionen Euro für die Neuverpflichtungen von Hiroki Ito (VfB Stuttgart), Michael Olise (Crystal Palace) und João Palhinha (FC Fulham) in die Hand genommen hat, scheint der Transfermarkt für den deutschen Rekordmeister weiterhin eine Herausforderung darzustellen.
Jüngstes Beispiel ist Xavi Simons, der sich für eine weitere Ausleihe von Paris Saint-Germain zu RB Leipzig entschieden hat, anstatt nach München zu wechseln. Auch Désiré Doué scheint dem FC Bayern eine Absage erteilt zu haben und einen Wechsel von Stade Rennes zu PSG vorzuziehen.
Matthäus: „Das lag nicht an Uli Hoeneß oder Max Eberl“
Lothar Matthäus bezieht in seiner Kolumne für Sky Stellung zu den Transferproblemen des FC Bayern. Der TV-Experte sieht die Ursache in den hohen Spielergehältern, denn diese „verhindern Top-Transfers“. Zwar hätten die Münchner ihre „Finanzen im Griff, aber man ist vorsichtiger. Das liegt auch an den Spielergehältern, die in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind“, so Matthäus. „Das lag nicht an Uli Hoeneß oder Max Eberl“, betont der Rekordnationalspieler dabei explizit.

Erst vor wenigen Tagen echauffierte sich Hoeneß über Matthäus, der ihn zuvor kritisiert hatte, und sagte: „Für die Baustellen ist bei uns ja der Lothar Matthäus zuständig, wenn ich sein Schmarrn jeden Tag lesen muss. Das geht mir langsam auf den Sack!“
Matthäus kritisiert erneut Ex-Bosse des FC Bayern
Matthäus stellt nun klar, dass inzwischen nicht mehr beim FC Bayern tätige Verantwortliche „das Gehaltsgefüge durcheinandergebracht“ hätten. Damit spielt er vermutlich auf Ex-Vorstandsboss Oliver Kahn und Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidžić an, die er bereits vor einigen Wochen in einem Interview mit der Sport Bild kritisierte.
Matthäus warf den beiden vor, das Geld des FC Bayern nicht sinnvoll investiert zu haben, „sondern in hohe Ablösen für Spieler und Trainer (…) und in deren Abfindungen“. Kahn reagierte auf diese Kritik und bezeichnete Matthäus als „ewigen Experten“.
Nun erklärt Matthäus: „Wenn Manuel Neuer oder Robert Lewandowski 20 Millionen verdienen, heißt es ja nicht, dass andere Profis auch so viel bekommen müssen. Ausnahmespieler verdienen Ausnahmegehälter. In diesem Punkt hat man etwas die Kontrolle verloren, und das soll jetzt korrigiert werden – was allerdings keine einfache Aufgabe für die Verantwortlichen ist.“
Zu dieser Transferpolitik rät Matthäus dem FC Bayern
Der Weltmeister von 1990 vermutet, dass der FC Bayern bei zukünftigen Transfers „vielleicht auch nicht ins oberste Regal greifen“ könne, wenn die Gehälter der aktuellen Kaderspieler zu hoch sind. Matthäus rät daher zu einer zukunftsorientierten Transferpolitik. Man müsse „vielleicht nicht sagen, ‚wir kaufen einen Kane‘, sondern ‚wir kaufen einen jüngeren Spieler, dessen Marktwert sich im Lauf der Zeit nach oben entwickelt‘“.
Trotz seiner Kritik verteilt Matthäus auch Lob: „Auch wenn Desire Doue aus Rennes den Bayern abgesagt hat, ist es schön zu sehen, dass Bayern an solche Spieler herangeht und eine gewisse Fantasie entwickelt hat. Auf der anderen Seite ist der Kader auf den Außenpositionen mit Sane, Coman und Gnabry, Tel und Olise sehr gut besetzt“, so der 63-Jährige abschließend.