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Verurteilter Vergewaltiger bei Olympia erhält Buhrufe – Teammitglied spricht klare Worte

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Steven van de Velde, der trotz seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung bei Olympia teilnimmt, wird vom Publikum ausgebuht. Sein niederländischer Teamkollege äußert sich dazu.

Paris – Schon bevor Matthew Immers mit Steven van de Velde bei Olympia startete, gab es schon Diskussionen. Beachvolleyballer Van de Velde saß in der Vergangenheit für die Vergewaltigung einer Minderjährigen im Gefängnis. Olympia-Fans forderten mit einer Petition, dass er nicht antritt. Doch Teamkollege Immers steht hinter van de Velde.

Matthew Immers mit Steven van de Velde halten bei Olympia zusammen.
Matthew Immers mit Steven van de Velde halten bei Olympia zusammen. © IMAGO/Andre Weening

Vergewaltiger wird bei Olympia ausgepfiffen

Im zweiten Spiel konnte das niederländische Beachvolleyball-Duo den ersten Sieg erringen. 21:19 und 21:16 hieß es gegen ein chilenisches Gespann. Vom Publikum auf den Rängen gab es während des Spiels jedoch vermehrt Buhrufe. Immers sagte dazu der BILD: „Es ist, wie es ist. Ich war enttäuscht von den Fans. Wir haben auf dem Feld gesprochen und uns gefragt: Was brauchen wir voneinander? Es war schlimmer als im ersten Spiel. Wir brauchen uns auf dem Feld, die Umarmungen, das Anfeuern.“ Die Teamchemie zwischen den beiden scheint also zu stimmen.

Immers versuchte die negative Stimmung in etwas Positives umzuwandeln. „Ich war richtig on fire! Ich mag es, wenn die Fans gegen mich sind. Ich will dann den Leuten zeigen, wie gut wir sind. Und das haben wir.“

Immers möchte sich nicht zur Vergangenheit seines Olympia-Kollegen äußern

Zum Grund der Buhrufe, der Vergewaltigungsvergangenheit van de Veldes möchte sich Immers nicht äußern: „Ich will nicht viel dazu sagen. Was in der Vergangenheit war, ist Vergangenheit. Ich kann seine Vergangenheit nicht ändern. Ich bin hier, um mit ihm zu spielen. Wir wollen hier gute Ergebnisse haben. Es gibt viele Leute, die uns unterstützen. Wir tun es für sie.“

Außerhalb der Matches haben die Teamkameraden nicht viel Zeit, über dieses Thema zu sprechen. „Wir sehen uns vor den Spielen und im Training. Es ist schwierig.“ Immers kann auch nachvollziehen, dass van de Velde zu seiner Vergangenheit nicht viel sagen möchte, wie er der Bild erklärt. „Er hat viel Druck auf seinen Schultern. Ich bin okay damit. Mental sind wir stark, ich bin stark, wir stehen das zusammen durch.“ (jo)

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