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Kuriose Extras: So war die deutsche WM-Elf 1974 im Mannschafts-Bus unterwegs

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Unter Reisekomfort verstand man im Jahr 1974 noch etwas anderes als heute – doch der Bus der deutschen Nationalmannschaft war für damalige Zeiten sehr modern ausgestattet.

Farben, Formen, Ausstattung: Wie sich die Moden im Laufe der Jahrzehnte verändern, lässt sich besonders gut am Auto ablesen. So kam der VW Käfer im Jahr 1973 beispielsweise einer „Jeans“-Version auf den Markt. Einige mögen sich vielleicht auch noch an den kunterbunten Polo Harlekin erinnern, der wunderbar das flippige Design der 1990er-Jahre verkörpert. Natürlich haben auch technische Entwicklungen einen Einfluss auf das Fahrzeugdesign – wie zum Beispiel der Fußgängerschutz. Aber nicht nur im Pkw hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel getan – auch bei Nutzfahrzeugen gab es viel Veränderungen. Ein gutes Beispiel ist der Bus der deutschen Nationalmannschaft von 1974.

Kuriose Extras: So war die deutsche WM-Elf 1974 im Mannschafts-Bus unterwegs

Eine Fußball-WM ist schnell vergessen – es sei denn natürlich, die eigene Nationalmannschaft wird Weltmeister. Legendär wird so ein Ereignis, wenn es auch noch im eigenen Land stattfindet – so wie im Jahr 1974. Unter dem damaligen Trainer Helmut Schön (80, † 1996) holte das Team um Kapitän Franz Beckenbauer (77) den Titel. Unterwegs waren die Spieler – wie übrigens auch alle anderen 15 teilnehmenden Nationalmannschaften in diesem Jahr – mit einem Bus von Mercedes-Benz mit der etwas nüchternen Bezeichnung O 302.

Der Bus der deutschen WM-Elf von 1974
Mit so einem Bus von Mercedes-Benz reiste die Fußballnationalmannschaft 1974 durch Deutschland. © Mercedes-Benz AG

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Kuriose Extras: 1974 war im WM-Bus der deutschen Elf eine Bier-Zapfanlage an Bord

Was heute selbstverständlich ist, war damals Hightech. So war der O-302-Bus unter anderem mit einer Klimaanlage ausgestattet. Heutzutage schon bei vielen Kleinwagen Serie ist die hinten auf dem Dach montierte „Thermo King“-Anlage damals Sonderausstattung. Serie dagegen: Die Luftfederung – und sogar ein WC ist an Bord. Für musikalische Untermalung sorgt ein Stereo-Kassettenradio von Blaupunkt.

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Heute für ein Transportfahrzeug von Sportmannschaften undenkbar: Jeder Sitz ist 1974 noch mit einem Aschenbecher versehen – und sogar einer Zapfanlage für frisches Bier ist an Bord. Ein qualmender Kylian Mbappé oder Manuel Neuer im WM-Team-Bus – eine ziemlich absurde Vorstellung aus heutiger Sicht. Heute gönnen sich die Stars vielleicht höchstens auf einer Meisterfeier mal eine Zigarette – in den 1970er-Jahren aber war Rauchen durchaus noch gesellschaftsfähig.

Deutscher WM-Team-Bus von 1974: Das Original ist verschollen

Von der Heckscheibe des Busses winken 1974 Tip und Tap den Fans zu – die beiden rotbäckigen Kicker im weißen Trikot sind die Maskottchen der WM. Die Aufschrift auf dem Bus lautet übrigens „BR Deutschland“ – schließlich gibt es damals ja noch eine zweite deutsche Mannschaft: das Team der damaligen DDR. Das direkte Aufeinandertreffen verliert die westdeutsche Elf übrigens überraschend durch ein Tor von Jürgen Sparwasser mit 1:0. Weltmeister wird das Team um den „Kaiser“ am Ende aber trotzdem.

Nach dem Ende der Fußball-WM verschwinden die National-Mannschaft-Dekos von den Bussen und sie werden als ganz normale Reisebusse eingesetzt – und damit verlieren sich auch ihre Spuren. Auch die des Busses des deutschen Teams. Jenes Exemplar, das im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart zu sehen ist, ist ein detailgetreuer Nachbau.

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