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Audi schwächelt in China – BYD wird zur meistgekauften Automarke

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Von: Dominik Jahn

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Deutsche Autohersteller verlieren auf dem wichtigen Markt in China immer weiter an Boden. Audi liegt mit Verkaufszahlen deutlich hinter BYD zurück. Auch der gesamte VW-Konzern kann erstmals nicht mithalten.

Bei Audi stellt man sich nicht erst in den vergangenen Monaten die Frage nach der Zukunft im VW-Konzern, wie echo24.de berichtet hat. Passend dazu zeigt der Blick auf den umkämpften Automobilmarkt in China, dass sich die deutschen Konzerne wie auch Mercedes und der gesamte VW-Konzern schwertun. So hat sich mit BYD ein chinesischer Hersteller an die Spitze gesetzt.

Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, ist BYD im November die meistverkaufte Automarke in China. Laut vorliegenden Maklerdaten übertraf die Marke demnach Volkswagen. Als weiterer Gewinner darf sich zudem bei den Einzelhandelsumsätzen Tesla fühlen. Das Unternehmen hat im November gegenüber dem Vorjahr ebenfalls die Zahlen fast verdoppelt.

Zahlen deutscher Autohersteller liegen hinter BYD

Die Werte von Audi, dem Mutter-Konzern VW und Mercedes sind nicht schlecht, aber im Vergleich eben deutlich hinter dem Automobilhersteller BYD. Das Unternehmen aus China kommt dem Bericht von „Reuters“ zufolge vom 1. bis 27. November auf insgesamt 152.863 Fahrzeuge im Einzelhandelsverkauf.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

Den genannten Daten zufolge bedeutet die Zahl einen Anstieg der durchschnittlichen täglichen Verkäufe um fast 83 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Volkswagen steht im gleichen Zeitraum bei 143.602 Einzelhandelsumsätzen, die Toyota Motor Corp bei 115.272. Damit sind die Umsätze um 0,3 Prozent und 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Aussagekräftige Zahlen von Audi: Wenig Erfolg auf dem Markt in China

Nimmt man dem Agentur-Bericht nach bei VW noch „die 36.847 verkauften Einheiten der Marke Audi“ dazu, kommt der Wolfsburger Automobilhersteller unter dem Strich doch noch auf mehr verkaufte Autos, als BYD. Die bloße Zahl von Audi zeigt jedoch wiederum das lahmende Geschäft der Ingolstädter Autobauer auf dem chinesischen Markt.

BYD Company Limited (BYD)

BYD ist der weltweit größte Produzent von Akkumulatoren, vor allem für Mobiltelefone. Das chinesische Unternehmen gilt als Mischkonzern. Das BYD-Tochterunternehmen, BYD-Auto, ist einer der größten Automobilproduzenten Chinas. Vom US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Bloomberg Businessweek wurde der Konzern 2010 zum leistungsfähigsten Technologie-Unternehmen der Welt gewählt.

Dass es für Mercedes vergleichsweise noch zu guten Gewinnen reicht in China, liegt auch an der Preisstruktur. So haben die Autobauer aus Stuttgart bereits für ihre Luxus-Modelle die Preise teilweise massiv gesenkt, wie echo24.de berichtet hat. Mit einer ähnlichen Maßnahme hat sich auch Tesla die starken Umsätze gesichert. Laut Reuters hatte der US-Autohersteller die Preise gesenkt und Anreize für sein Modell 3 und Modell Y geschaffen.

BYD erst seit 2003 Autohersteller: Audi, VW und Mercedes mit Elektroautos abgehängt

Besonders bedenklich wird die Entwicklung, wenn man berücksichtigt, dass BYD erst 2003 mit der Herstellung von Autos begann und jetzt bereits die Verkaufslisten vor VW und der Unternehmens-Tochter Audi anführt. Hinzu kommt noch, dass der chinesische Hersteller ausschließlich Elektroautos und Plugin-Hybride im Programm hat. Ein Bereich, in dem deutsche Hersteller augenscheinlich hinterherhinken.

Erst kürzlich musste Audi massive Lieferprobleme bei seinem neuesten Mittelklasse-Stromer veröffentlichen. Schwierigkeiten mit der Elektronik sorgen dafür, dass das Modell Q6 e-tron mit bis zu einem Jahr Verzögerung bei den Kunden ankommt. Da verwundert es nicht, dass selbst aus der Vorstandsebene Äußerungen über ein mögliches Aus für Audi kommen. Der Autohersteller hat inzwischen gegenüber echo24.de zu den Pleite-Aussagen und den Folgen eine Erklärung abgegeben.

Autoindustrie geht in China von einem „Abschwung“ aus

Insgesamt, da ist sich die Nachrichtenagentur Reuters sicher, hat man sich in der Automobilindustrie „auf einen breiteren Abschwung auf dem chinesischen Markt eingestellt“. Grund dafür soll sein, „dass die Wirkung von Anreizen nachlässt und dass die Null-COVID-Politik des Landes die Verbraucher von den Ausstellungsräumen ferngehalten und die Stimmung belastet hat“.

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