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Tempolimit in Deutschland: Verkehrsminister Volker Wissing hält es für unnötig

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Von: Simon Mones

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Die Diskussion um ein Tempolimit in Deutschland reißt nicht ab. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hält es jedoch für unnötig, da die Menschen ohnehin schon langsamer fahren würden.

Kommt das Tempolimit in Deutschland oder nicht? SPD und Grüne sind ebenso wie eine Mehrheit der Deutschen dafür. Doch der Koalitionspartner FDP blockiert die Pläne. Im vergangenen Jahr begründete Volker Wissing sein Nein noch mit zu wenig Verkehrsschildern. Nun hat sich der Bundesverkehrsminister abermals gegen ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen ausgesprochen.

 „Das Tempo gehört in die Eigenverantwortung der Bürger, solange andere nicht gefährdet werden. Der Staat sollte sich hier zurückhalten“, erklärte der FDP-Politiker der Bild am Sonntag. Ohnehin sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland nicht notwendig.

Tempo-120-Schild auf einer Autobahn
Auf Deutschlands Autobahnen gilt auch weiterhin kein Tempolimit. © Oliver Berg/dpa

Tempolimit in Deutschland: Verkehrsminister Volker Wissing hält es für unnötig

„Die hohen Energiepreise führen schon jetzt dazu, dass viele Menschen langsamer fahren. Und bei den E-Autos werden die Menschen auch nicht so schnell fahren, weil sie ihren Akku schonen wollen“, begründet Wissing sein Nein zum Tempolimit auf den deutschen Autobahnen.

Wie sinnvoll eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch sein kann, zeigt eine Studie des Umweltbundesamts (UBA). Demnach könnte sogar noch deutlich mehr CO2 eingespart werden als bislang gedacht. Bei einem Tempolimit von 120 km/h würden jedes Jahr 6,7 Millionen Tonnen CO2 weniger ausgestoßen.

Tempolimit in Deutschland: Deutlich mehr CO2-Einsparpotenzial als gedacht

Bislang war das Umweltbundesamt von 2,6 Millionen Tonnen ausgegangen. Den Angaben zufolge basieren die neuen Berechnungen auf Floating-Car-Daten von 2018 für das gesamte Autobahnnetz in Deutschland und einem deutschlandweiten Verkehrsmodell. „Die höheren CO₂-Einsparungen im Vergleich zu früheren Studien kommen daher, dass der Verbrauch der Fahrzeuge genauer bestimmt wurde und neu auch eine veränderte Routenwahl und Verkehrsnachfrage berücksichtigt wurden“, erklärt das UBA. Auch der Umstieg einiger Autofahrer auf die Bahn floss in die Berechnungen mit ein.

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Mit einem Tempolimit von 80 km/h auf den Landstraßen ließen sich zusätzlich acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Würde dieses bis Januar 2024 eingeführt, könnten bis 2030 rund 47 Millionen Tonnen eingespart werden. Sollte die FDP nicht einlenken, ist eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland jedoch unwahrscheinlich. Anders als weitere Protestaktionen der „Letzten Generation“, die sich ebenfalls für ein Tempolimit aussprechen. Diese sollen im Februar massiv ausgeweitet werden. Der BUND plant derweil eine Klage gegen die Bundesregierung, weil diese ihre Klimaziele verfehlt.

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