Ein Autofahrer steckt an einer Tankstelle einen Diesel-Zapfhahn in die Tanköffnung seines Fahrzeugs.
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Es gibt zahlreiche Mythen rund ums Auto und Spritsparen.

Auto-Mythen

Diese unsinnigen Tipps zum Spritsparen sollten Sie schleunigst vergessen

Es gibt unzählige Auto-Mythen, über die man sich beim Stammtisch streiten kann. Jeder Autofahrer kennt sie, jeder hat was dazu zu sagen. Einige davon sind sogar gefährlich.

An welchen ist aber wirklich was dran – und was stammt aus dem Reich der PS-Fabeln? Die Experten des gerade modernisierten ADAC Prüfzentrums in der Münchner Ridlerstraße klären auf.

Auto-Mythos 1: Beim Bergabfahren den Motor ausschalten, spart Sprit

Um Himmels willen! Bergab den Motor auszuschalten ist lebensgefährlich. Denn sobald ein Motor nicht mehr läuft, kann die Lenkradsperre einrasten, die Servolenkung und der Bremskraftverstärker funktionieren nicht mehr. Auch ausgekuppelt bergab rollen ist keine gute Idee, da man die Motorbremse nicht zur Verfügung hat und eventuell sogar die Bremsen überhitzen können.

Auto-Mythos 2: Automatik-Autos brauchen mehr Sprit

Der Markt für Automatik-Getriebe ist unübersichtlich geworden. Vom automatisierten Schaltgetriebe über das stufenlose CVT-Getriebe und den klassischen Wandler bis hin zu den modernen Doppelkupplungsgetrieben hat jedes System seine Vor- und Nachteile. Je nachdem, welches System in welchem Auto eingesetzt wird, können moderne Automatiksysteme sogar beim Spritsparen helfen. Lassen Sie sich also nicht von Vorurteilen leiten. Entscheidend ist viel mehr die Frage, ob man es beim Fahren bequem und ohne Handschaltung haben will.

Auto-Mythos 3: Klimaanlage erhöht den Sprit-Verbrauch

Das stimmt! Nach wie vor verbraucht der Komfort einer laufenden Klimaanlage spürbar Sprit. Durch geregelte Klimakompressoren haben sich die Mehrkosten für ein kühles Auto im Vergleich zu früheren Jahren jedoch deutlich reduziert. Im Test zeigte sich ein durchschnittlicher Mehrverbrauch von rund 10 bis 15 Prozent. Wer in der Stadt unterwegs ist, muss mit rund 20 Prozent Tankzuschlag rechnen (ca.1 Liter/100 Kilometer). Außerhalb von Ortschaften (mit 100 km/h durchschnittlicher Geschwindigkeit) fällt der Spritverbrauch mit zusätzlichen sechs Prozent geringer aus (ca. 0,3 Liter/100 Kilometer). Neben der Klimaanlage gibt es noch ein weiteres sinnvolles und kostenneutrales Mittel, ein Auto zu kühlen: vor Fahrtbeginn Fenster öffnen und durchlüften! 

Auto-Mythos 4: Premium-Kraftstoff ist gut fürs Auto

Teure Kraftstoffsorten wie MaxxMotion, Synergy, Ultimate oder V-Power versprechen viel. Die höheren Oktanzahlen von 100 bieten eine höhere Klopffestigkeit. Dadurch kommt es weniger zu Selbstzündungen des Kraftstoffs. Das wieder soll sich positiv auf Leistung und Verbrauch auswirken. Doch in der Realität sind die meisten Motoren höchstens auf 98 Oktan ausgelegt, der teure Super-Sprit bringt also nichts. Auch Reinigungs- und andere Beimischungen sind in ihrer Wirkung extrem schwer nachzuprüfen. Der ADAC meint: Braucht’s ned!

Auto-Mythos 5: Autos darf man nur in der Vertragswerkstatt reparieren lassen

Falsch! Selbstverständlich kann Sie niemand zwingen, ein Fahrzeug in einer Vertragswerkstatt zu reparieren. Es kann jedoch bei neueren Modellen durchaus eine Bedingung für den Erhalt von Garantie und Gewährleistung sein. Hier also vorsichtshalber den Kauf- oder Leasingvertrag checken!

Auto-Mythos 6: Elektroautos sind unsicherer bei einem Unfall und brennen oft

Weil das Thema Sicherheit von Elektrofahrzeugen immer wieder und sehr unterschiedlich diskutiert wird, hat der ADAC entsprechende Tests durchgeführt. Ein Crashtest-Vergleich des elektrisch angetriebenen VW e-up! mit dem normalen VW up! hat zum Beispiel gezeigt, dass beide Fahrzeuge volle 5 Sterne erreichen. Keines der aktuellen Elektroautos ist bislang bei einem Crashtest negativ aufgefallen. Im Vergleich mit herkömmlich angetriebenen Pkw ist die Sicherheit von Elektroautos wegen der optimierten Crashstruktur im Fahrzeug sogar oft besser.

Auch interessant: Können Elektroautos überhaupt gelöscht werden?

Auto-Mythos 7: Ganzjahresreifen sind eine gute Alternative

Die Nachfrage nach Ganzjahresreifen steigt kontinuierlich: Zwischenzeitlich beträgt der Anteil unter allen Pkw-Reifen über 15 Prozent. ADAC-Tests belegen aber: Ganzjahresreifen sind und bleiben ein Kompromiss, der an die Leistungen guter Spezialisten für Sommer und Winter nicht herankommt. Wer vor allem im Winter zwingend und täglich auf sein Auto angewiesen ist, der sollte unbedingt wechseln. Es gilt: Von O(ktober) bis O(stern) ist Winterreifen-Zeit!

Erfahren Sie hier: Sind Sommerreifen bei mildem Winter erlaubt?

Auto-Mythos 8: Oldtimer sind eine gute Wertanlage

In Zeiten niedriger Zinsen interessieren sich viele Menschen für einen Oldtimer als Wertanlage. Einige Modelle erzielen in der Tat beachtliche Preissteigerungen – wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und zu einem günstigen Preis gekauft wurden. Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe an Klassikern, die sich preislich kaum bewegen, wenn man den Kaufkraftverlust berücksichtigt. Bei einer Vollkostenrechnung müssen Kfz-Steuer, Versicherung, Wartung, Reifenersatz, Garagen-Miete usw. beachtet werden. In erster Linie sollte also der Spaß am Hobby Oldtimer im Vordergrund stehen.

Auto-Mythos 9: Mit einem Cent-Stück im Mund kann man die Alkoholkontrolle austricksen

Das ist ein nicht totzukriegender Tipp aus der automobilen Steinzeit! Moderne Alkoholmessgeräte nutzen keine chemischen Reaktionen, die sich von Kupfer im Mund täuschen lassen. Und überhaupt: Trinken und Autofahren passen sowieso nie zusammen!

Auto-Mythos 10: Mit Allradantrieb braucht man keine Winterreifen

Besonders in einem schneereichen Winter ist ein Allradantrieb eine schöne Sache. Beim Anfahren oder Beschleunigen hat man eine höhere Traktion und ist komfortabel unterwegs. Ein Allradantrieb kann aber nie einen Winterreifen ersetzen. Denn bei einer Bremsung in der Kälte oder auf Schnee hilft kein Allrad.

Auto-Mythos 11: Wer vor dem Abstellen des Motors noch einmal Gas gibt, schmiert die Ventile

Vor dem Abstellen des Motors noch einmal kurz Gas geben, um damit Ventile zu schmieren, Vergaser zu säubern und den nächsten Start zu erleichtern: Das ist alles blanker Unsinn! Zumal kaum ein Auto noch einen Vergaser hat…

Auto-Mythos 12: Mit Stotterbremse kommt man schneller zum Stehen

Vergessen Sie die Stotterbremse und das zögerliche Tippen aufs Pedal! Aus der Erfahrung der ADAC Fahrsicherheitszentren wissen wir, dass sich immer noch viele Menschen mit dem richtigen Bremsen schwertun. Heute ist in praktisch allen Fahrzeugen das Anti-Blockier-System (ABS) Standard. Dies regelt den Bremsvorgang bis kurz vor die Blockiergrenze, damit das Auto während einer Vollbremsung immer noch lenkbar ist. Deshalb muss bei Gefahr immer mit vollem Tritt aufs Pedal gebremst werden. Den Rest erledigt die Technik. 

Auto-Mythos 13: Im Winter muss ein bisschen Benzin in den Dieseltank

Nein! Diesel darf auf keinen Fall mit Benzin gemischt werden. Nur ältere Fahrzeugmodelle mit einem Baujahr von vor 1997 – mit ausdrücklicher Freigabe des Herstellers – sind davon ausgenommen.

Weitere Tipps und Infos im ADAC Prüfzentrum, das nach Umbau und Modernisierung ab sofort von Montag bis Freitag (8 bis 17 Uhr) wieder geöffnet hat. Tel. 089/519 51 88 und unter adac.de/suedbayern-pruefzentrum.

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