Die Nasa-Raumsonde „Dart“ nimmt Kurs auf den kleinen Asteroiden Dimorphos und wird auf ihm einschlagen. (Künstlerische Darstellung)
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Die Nasa-Raumsonde „Dart“ nimmt Kurs auf den kleinen Asteroiden Dimorphos und wird auf ihm einschlagen. (Künstlerische Darstellung)

Weltraumforschung

„Planetare Verteidigung“ – Nasa-Raumsonde soll auf Asteroid „einschlagen“

Die Nasa testet, wie die Erde vor Asteroiden im Weltraum geschützt werden kann. Eine Raumsonde spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Laurel – Rund 27.300 „erdnahe Objekte“, die im Weltall umherschwirren, sind der Wissenschaft bekannt. Dabei handelt es sich vornehmlich um Kometen und Asteroiden, welche sich dem Erdorbit auf mindestens 50 Millionen Kilometer nähern. Das zeigen Daten des Center for Near Earth Object Studies des Jet Propulsion Laboratory in den USA*.

Laut Angaben der Nasa kommen wöchentlich an die 30 neue „Objekte“ hinzu. Dabei geht von den unförmigen Objekten nur in sehr seltenen Fällen eine reale Gefahr für die Erde aus. Allerdings können Asteroiden eine tatsächliche Gefahr darstellen: Als prominentestes Beispiel eines Einschlags wird immer wieder ein Asteroid, der mehr als zehn Kilometer Durchmesser hatte, genannt. Dieser schlug vor rund 66 Millionen Jahren ein und löschte unter anderem die Dinosaurier auf der Erde aus.* Aber auch ein heftiger Asteroideneinschlag aus dem Jahr 1908 in Sibirien wird vielfach beispielhaft erwähnt. Dabei wurden rund 60 Millionen Bäume auf einem Gebiet von mehr als 2000 Quadratkilometern umgeknickt. Die Druckwelle des Einschlages war auch in circa 500 Kilometern Entfernung vom Einschlagsort noch spürbar, wie Augenzeugen berichteten.*

Nasa-Raumsonde „Dart“ soll planetare Verteidigung vorantreiben

Die Nasa erforscht seit geraumer Zeit, wie die Erde gegen Asteroiden, welche Kurs auf den Planeten nehmen, verteidigt werden könnte. Dazu gibt es bereits verschiedenste Modelle. Gemeinsam mit der europäischen Raufahrtagentur Esa wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nasa nun ein neues Projekt starten.

Die Raumsonde „Dart“ soll am 24. November 2021 zum ersten Teil der Weltraummission aufbrechen. Wie die Frankfurter Rundschau* berichtet, soll die Sonde von einer SpaceX-Rakete in das Weltall befördert werden, ehe sie auf den Asteroiden Didymos zusteuert soll. Laut Angaben der US-Raumfahrtbehörde stellt dieser keinerlei Gefahr für die Erde dar, eignet sich allerdings für die Tests.

„Planetare Verteidigung“: Nasa schickt Raumsonde zu Doppel-Asteroiden

Didymos eignet sich deshalb dafür, weil der Himmelskörper aus zwei Asteroiden besteht: einem Größeren mit 780 Metern Durchmesser und einem Kleineren mit 160 Metern Durchmesser. „Dart“ soll dem Bericht der Frankfurter Rundschau zufolge auf dem kleineren Asteroiden „einschlagen“ – und auf diese Weise dessen Umlaufbahn verändert. Der kleinere Asteroiden kreist laut Nasa-Informationen um den Größeren. „Dart“ soll zwischen dem 26. September und dem 1. Oktober 2022 auf den Asteroiden treffen. Die Forschung geht davon aus, dass Didymos in dieser Zeitspanne noch rund elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein wird.

Die „Dart“-Mission der Nasa schickt eine Raumsonde zum Doppel-Asteroiden bestehend aus Didymos und Dimorphos. Während „Dart“ auf dem kleinen Asteroiden einschlägt, beobachten LICIACube und erdgebundene Teleskope die Auswirkungen.

Die Forscherinnen und Forscher sprechen in diesem Kontext von einer Methode, die sich „kinetischer Impaktor“ nennt. Als zweiter Teil des Projektes soll eine weitere Raumsonde, die von der Nasa „Hera“ genannt wurde, im Jahr 2024 zum Doppel-Asteroiden geschickt werden. Diese ist dafür vorgesehen, den Krater, den die „Dart“-Raumsonde auf Didymos hinterlassen hat, zu erforschen. Anschließend sollen Daten dazu zur Erde geschickt werden.

Nasa und Esa arbeiten innerhalb des internationalen Zusammenschlusses AIDA an diesem Projekt. Die beiden Raumsonden sind unabhängig voneinander im Weltall unterwegs. (tu) *fr.de und 24RHEIN sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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