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Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand.

500 bis 1.500 Euro fehlen pro Monat

Angst vor Altersarmut: So schließen Sie Ihre Rentenlücke rechtzeitig

Immer mehr ältere Menschen sind von der Altersarmut betroffen. Wie Sie Ihre Rentenlücke rechtzeitig schließen können, erfahren Sie hier.

Die Altersarmut bedroht immer mehr Senioren und Seniorinnen in Deutschland. Das zeigen auch die Zahlen zum Bezug der Grundsicherung. Im vergangenen Jahr waren so viele Menschen wie noch nie auf die Leistung angewiesen: Mehr als 564.000 haben 2020 die Grundsicherung erhalten. Die Altersarmut ist gravierend in der Bundesrepublik. Im Ruhestand können so schnell mehrere zehntausend Euro fehlen, der Lebensstandard wird sinken. Doch mit ein paar Tipps, wie mit einem ETF-Sparplan*, kann man die Rentenlücke rechtzeitig schließen. Auch mit der 50-30-20-Regel lässt sich schon viel Geld sparen. Lesen Sie hier weitere Spar-Tipps.

Altersarmut: Experten rechnen alarmierende Zahlen vor

Die Zahlen sind alarmierend: Laut t-online gehen Experten davon aus, dass jeder Bürger in Deutschland eine Rentenlücke von 500 bis 1.500 Euro pro Monat haben wird. Auf das ganze Jahr hochgerechnet fehlen so also 18.000 Euro oder 180.000 Euro in zehn Jahren. Es sind Zahlen, die die Rente und den Lebensabend erheblich erschweren können.

Mit einem börsengehandelten Indexfonds (ETF) kann man bereits jetzt ein wenig sparen. Schon mit kleinen Beiträgen kann so pro Monat ein kleines Vermögen aufgebaut werden. Damit die Altersarmut gar keine Chance hat.

Rentenlücke rechtzeitig schließen: Wie viel Geld benötige ich im Ruhestand?

Klar, in der Rente benötigen wir nicht mehr so viel Geld wie zuvor. Der Großteil der Wohnung oder des Hauses ist abbezahlt, die Kinder stehen auf eigenen Beinen und der Berufsalltag ist zu Ende. Im Ruhestand benötigen Sie so noch etwa 80 Prozent Ihres bisherigen Nettoeinkommens, wie extraETF.com schreibt. Da die gesetzliche Rente jedoch im Durchschnitt nur 46 Prozent des Nettoeinkommens beträgt, bleibt eine enorme Rentenlücke übrig. Diese muss geschlossen werden, wollen Sie Ihren Lebensstandard beibehalten. Wichtig: Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto weniger müssen Sie monatlich beiseitelegen. Anhand unserer Beispielrechnung wollen wir erläutern, wie Sie Ihre Rentenlücke berechnen können. Wir gehen hierbei von einem Netto-Monatslohn von 2.300,- Euro aus.

ErklärungBetrag
NettolohnLetztes Nettoeinkommen vor der Rente2.300,- Euro
Benötigte Rente80 % des Nettolohns1.840,- Euro
Gesetzliche Rente46 % des Nettolohns1.058,- Euro
Rentenlücke782,- Euro

Rentenlücke rechtzeitig schließen: ETFs helfen dabei

Sparbücher sind längst aus der Mode gekommen, da sie kaum bis gar keine Rendite mehr versprechen. In Zeiten von Null- und Strafzinsen sind auch Tagesgeldkonten keine Alternative. Dass das Ersparte unter dem Kopfkissen aufgrund der Inflation eher weniger wird als mehr, wissen mittlerweile die meisten. Aktien und ETFs sind daher sinnvolle Lösungen, um ein kleines Vermögen aufzubauen, bevor man das Renteneintrittsalter erreichet hat.

Denn die Renditen bei Aktien sind sehr hoch. Ein breit angelegtes und längerfristiges Depot verspricht durchschnittlich sechs bis acht Prozent Renditen pro Jahr. Einzelne Aktien versprechen eine hohe Rendite, sind aber mit einem mindestens genauso hohen Risiko behaftet. Hier können vor allem Einsteiger schnell Lehrgeld bezahlen. Mit einem ETF investiert man gleich in einen ganzen Markt. Man sichert sich Anteile an mehreren Unternehmen, kann so das Risiko breit streuen und reduzieren. Doch Sie müssen langfristig denken. Denn Aktienmärkte unterliegen teils starken Schwankungen. Kurzfristig führen ETFs kaum zum Erfolg. Wer aber langfristig denkt und monatlich spart, der wird belohnt.

Lesen Sie auch: Lohnt sich ETF-Sparplan fürs Kind? Was Sie wissen sollten.

Rentenlücke mit ETFs schließen: So gelingt der Einstieg

Wer in einen breit gestreuten ETF investieren möchte, der ist mit dem Weltaktienindex MSCI World gut beraten. Allerdings deckt dieser ETF nicht die ganze Welt ab, sondern „nur“ 23 Industrienationen. Aktien von aufstrebenden Schwellenländern, den Emerging Markets, sind nicht vertreten. Dennoch beinhaltet der MSCI World knapp 1.600 Aktien, womit das Risiko sehr breit angelegt werden kann. Den ETF MSCI World gibt es bei allen großen Anbietern. Doch lohnt sich dieser ETF?

Auf diese Frage geht der Fondsverband BVI mit seiner Statistik ein: Wer 20 Jahre lang monatlich 100,- Euro in den MSCI WORLD investiert hat, also insgesamt 24.000 Euro, der kommt nach dieser Laufzeit auf einen Wert von 51.510 Euro, die jährliche Rendite liegt durchschnittlich bei 7,1 Prozent, so t-online.

ETF-Alternativen zum MSCI World: Weniger USA, mehr Europa

ETFs werden meist nach einer Marktgewichtung zusammengestellt, so auch der MSCI World, in dem die USA mit mehr als 60 Prozent den größten Markt abdeckt. Die Wall Street ist nun mal der größte Kapitalmarkt auf der Welt. Wer sich mehr auf den europäischen Markt konzentrieren möchte, kann auch auf den Euro Stoxx 600 setzen. Natürlich können Sie auch zusätzlich in diesen ETF investieren und so das US-amerikanische Übergewicht in Ihrem Depot reduzieren. Ein Sparplan auf den Euro Stoxx 600 hätte laut BVI nach 20 Jahren 43.889 Euro gebracht, bei einer durchschnittlichen Rendite von 5,7 Prozent.

„The Trend is your friend“: In Branchen- und Themen-ETFs investieren

Mit ETF-Sparplänen kann man allerdings nicht nur in verschiedene Länder und Märkte investieren. Ob Kryptowährungen, Mobilität, Wasserstoff, Digitalisierung oder demografischer Wandel – es gibt unzählige ETFs. Bei den großen Anbietern sind nahezu alle Themen und Branchen abgedeckt. Wer also frühzeitig einen Trend erkennt oder langfristig auf einen Wachstumsmarkt setzen möchte, der kann einige Branchen- oder Themen-ETFs seinem Depot hinzufügen.

Diese ETFs sind aber auch sehr branchenspezifisch und somit einem größeren Risiko ausgesetzt als ein MSCI World oder Euro Stoxx 600. Hier sollte die Gewichtung daher nicht zu groß sein. Auf der anderen Seite bieten Branchen- und Themen-ETFs auch eine höhere Chance bei der Rendite. Wie stark die Gewichtung dieser ETFs letztendlich ausfällt, hängt von der eigenen Risikobereitschaft ab. Das Sparen mit ETFs ist weniger kostspielig, als viele vielleicht vermuten. Sparpläne gibt es bereits ab 25,- Euro, bei vielen Anbietern gibt es die bekanntesten Indexfonds sogar ohne Gebühren. So ist ein langfristiger Vermögensaufbau drin, um für das Alter vorzusorgen. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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