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Schufa-Score: Drei Jahre lang Negativ-Eintrag – wegen ein paar Euro

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Von: Anna Heyers

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Die Schufa ist für Vermieter oder Banken oft der erste Ansprechpartner in Sachen Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Diese kann schon durch Bagatellbeträge vernichtet werden.

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) wird immer dann kontaktiert, wenn man als Kunde beispielsweise etwas auf Raten kaufen, einen Kredit bekommen oder einen Wohnungs- oder Mobilfunkvertrag vereinbaren möchte. Anbieter möchten sich so vergewissern, dass ihr Kunde kreditwürdig ist. Darauf gibt der sogenannte Schufa-Score Hinweise. Als gut bis sehr gut, und damit absolut kreditwürdig, gilt ein Score von mehr als 95 Prozent. Bei 50 bis 80 Prozent ist von einem „sehr hohen Risiko“ die Rede, bei einem Score von weniger als 50 Prozent wird die Kreditwürdigkeit als kritisch eingestuft.

Der Score sinkt mit Negativ-Einträgen, die zum Beispiel durch offizielle Kreditanfragen, laufende Mahnverfahren oder durch den Besitz von mehr als zwei Kreditkarten entstehen können. Die Höhe dieser teils offenen Beträge ist dabei völlig egal: Selbst weniger als zehn Euro sorgen für einen Eintrag im Schufa-Score und können einem Kredit massiv im Weg stehen.

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Die Folgen des Schufa-Scores: Wegen 8,04 Euro drei Jahre Negativ-Eintrag

Symbolbild Schufa-Prüfung bei Kontoeröffnung
Wer ein neues Konto eröffnen möchte, kann sich sicher sein, dass sein Schufa-Score geprüft wird. © Political-Moments/Imago

So schrieb etwa ein Autor im Tagesspiegel von seinem Erlebnis mit der Schufa und wie ihm wegen 8,04 Euro ein Kredit flöten ging. Im Artikel schrieb der Autor, dass er sein Girokonto wechselte, aber bis zum Erhalt der neuen Bankkarte noch die alte benutzte. Was er nicht wusste: Seine alte Bank kündigte den Dispo und so konnte nicht die gesamte Tankrechnung mit der Karte beglichen werden. 8,04 Euro blieben zunächst offen.

Eine Mahnung von dem Inkassobüro bekam er zwei Wochen später. Unter anderem inklusive der Bankrücklastschrifts- und Adressermittlungskosten, Geschäftsgebühren und Auslagen belief sich die Forderung auf 83,05 Euro. Auf den Rat eines Bekannten ließ er es gut sein und ignorierte die Mahnung. Ein Fehler, wie er zugab, denn auch wenn die Firma wegen so kleinen Beträgen vielleicht nicht vor Gericht zieht, so wird die Schufa allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit informiert.

Monate zogen ins Land, dann kam Post von Rechtsanwälten, die ebenfalls noch Gebühren aufschlugen und die Gesamtsumme der Forderung belief sich anschließend auf 131,76 Euro. Unverhältnismäßig, fand der Autor des Artikels im Tagesspiegel und saß das Thema stur aus. Bis er einen Kredit beantragen wollte und für diesen das Zweifache der gerade üblichen Zinsen zahlen sollte: „Als ich fragte, wieso, hieß es, mein Schufa-Score sei schlecht.“

Schufa: Negativ-Einträge bleiben drei Jahre lang bestehen

Wurde eine Rechnung nicht sofort bezahlt und es ist ein Mahnverfahren im Gange, zeigt sich das in einem niedrigen Schufa-Score. Die Negativ-Einträge, die dort zu finden sind, bleiben aller Regel nach drei Jahre lang bestehen. Ausnahme hier laut Deutscher Presseagentur (dpa): Die Speicherdauer für die Einträge zu abgeschlossenen Privatinsolvenzen wurde von drei Jahren auf sechs Monate verkürzt. Ole Schröder (Vorstandsmitglied der Schufa) sagt: „Mit unserer Entscheidung schaffen wir Klarheit und Sicherheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir ermöglichen so den Restschuldbefreiten einen schnellen wirtschaftlichen Neustart.“

Leider betrifft das in den meisten Fällen kleine Beträge nicht und hätte damit dem Tagesspiegel-Autoren auch nicht geholfen. Dieser hat inzwischen die Forderung beglichen und wartet auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes bezüglich der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und damit einer neuen europäischen Rechtsgrundlage im Datenschutzrecht.

Negativ-Einträge in der persönlichen Schufa-Akte verhindern

Am besten ist es, dass man seinen Schufa-Score als Verbraucher immer im Blick hat. Zum einen steht jedem Menschen in Deutschland einmal im Jahr eine kostenfreie Auflistung zu (Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO), die etwas übersichtlichere Bonitätsauskunft erhält man für etwa 30 Euro.

Außerdem lassen sich Negativbewertungen mit ein paar Tipps verhindern. Generell gilt, dass die Menschen, die keine Konsumschulden anhäufen und auf Ratenzahlung und Co. verzichten und stattdessen für bestimmte Dinge sparen, seltener einen schlechten Schufa-Score haben.

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