Unbedingt beachten

Familien aufgepasst: So wirkt sich der Kinderbonus auf die Steuererklärung aus

Viele Eltern erhalten im Jahr 2020 den Corona-Kinderbonus. Experten erklären, welche Folgen das für die Steuererklärung hat und worauf Eltern außerdem achten sollten.

Viele Eltern dürften sich im September über die erste Zahlung des Corona-Kinderbonus* in Höhe von 200 Euro gefreut haben. Im Oktober folgt die zweite Auszahlung des Kinderbonus in Höhe von 100 Euro. Die Auszahlung geschehe automatisch, es müsse nichts beantragt oder ausgefüllt werden, war die Info vorab. Durch den Kinderbonus von insgesamt 300 Euro sollen gerade Familien mit kleinen Einkommen während der Corona-Krise finanziell unterstützt werden.

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Corona-Kinderbonus hat Auswirkungen auf die Steuererklärung

Insgesamt erhalten betroffene Eltern 2020 also prinzipiell einen Kinderbonus in Höhe von 300 Euro - und zwar für jedes Kind, für das sie mindestens einen Monat lang Anspruch auf Kindergeld haben. „Für Kinder, die zum Beispiel erst im November geboren werden, gibt es den Bonus ebenfalls“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) dazu Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Doch wie wirkt sich der Kinderbonus auf die Steuererklärung aus? Wie das reguläre Kindergeld rechnet der Fiskus auch den Kinderbonus bei der Einkommensteuererklärung auf den Kinderfreibetrag an, wie dpa berichtet. Ehepaare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis rund 68.000 Euro (bei Einzelpersonen etwa die Hälfte) profitieren demnach vom Bonus. Bei höheren Einkünften schmilze der Vorteil ab.

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Kinderbetreuung in der Coronakrise - was ist steuerlich zu beachten?

In der Coronakrise mussten außerdem schon viele Eltern wegen geschlossener Kitas und Schulen ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren. Was gilt hier steuerlich, wenn sie für die Einkommenseinbußen entsprechende Ausgleichszahlungen erhalten haben? Ausgleichszahlungen nach dem Infektionsschutzgesetz sind steuerfrei, wie es in dem dpa-Bericht zum Thema heißt, sie werden aber ebenfalls bei der Einkommensteuer berücksichtigt. Sie unterliegen demnach dem Progressionsvorbehalt - der Steuersatz für das übrige Einkommen erhöht sich also. „Dadurch kann es in einigen Fällen zu Steuernachzahlungen kommen“, so Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin laut dpa.

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Was ist bei der Steuererklärung zu beachten, wenn der Arbeitgeber eine kurzfristige Kinderbetreuung finanziert? Dazu heißt es in dem Bericht: Der Arbeitgeber könne einen Beschäftigten mit 600 Euro im Jahr steuerfrei bei einer kurzfristigen Kinderbetreuung oder der Versorgung eines pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen. Zahle er einen höheren Betrag für die kurzfristige Betreuung, so sei laut Stiftung Warentest der Anteil oberhalb der 600 Euro steuerpflichtig.

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Hilfe bei der Steuererklärung

Steuerpflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), bei der die einzelnen Schritte nachvollziehbar erklärt werden, kann eine gute Hilfe sein.

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Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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Rubriklistenbild: © Andreas Gebert

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