Steuererklärung
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Gehaltszuschläge an Sonn- und Feiertagen können steuerfrei bleiben, solange die Gehaltszuschläge individuell für die erbrachten Stunden abgerechnet werden.

Urteil vom Finanzgericht Düsseldorf

Feiertagszuschläge steuerfrei oder nicht? Worauf es laut Gericht ankommt

In welchen Fällen sind Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit steuerfrei - und in welchen nicht? Das Finanzgericht Düsseldorf nennt einen entscheidenden Unterschied.

Für Einsätze an Sonn- und Feiertagen oder für Nachtschichten gibt es einen Gehaltszuschlag für Arbeitnehmer - und das kann in vielen Fällen steuerfrei bleiben. Einem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf zufolge gilt das allerdings nicht, wenn der Aufschlag ohne Rücksicht auf die tatsächlich erbrachte Arbeit pauschal gezahlt wird, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa, Stand: 31. März) anlässlich des Urteils berichtet.

Bei dem Streitfall waren sich dem Bericht zufolge eine Kinobetreiberin und ihr Finanzamt nicht einig über die Abrechnung der Nacht- und Sonntagsarbeit bei den Mitarbeitern. Die Betreiberin zahlte demnach den Beschäftigten zusätzlich zum Grundlohn eine monatliche Pauschale für Nacht- und Sonntagsarbeit. In den Lohnabrechnungen behandelte sie diese als steuerfrei, schildert dpa die Hintergründe.

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Feiertagszuschläge: So vermeiden Sie eine Besteuerung

Das Finanzamt erkannte das aber nicht an, wie es in dem Bericht weiter heißt - und verlangte dafür nachträglich Lohnsteuer, weil die Zahlungen pauschal und nicht für die tatsächlich geleistete Arbeit erfolgten. Voraussetzung für die Steuerbefreiung von Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschlägen sei eine Einzelabrechnung, wie auch das Finanzgericht bestätigt habe.

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„Arbeitnehmer sollten daher verlangen, dass der Arbeitgeber die Zuschläge individuell für die geleisteten Stunden abrechnet“, rät Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler laut dpa mit Blick auf das aktuelle Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf (Az.: 10 K 410/17 H (L)). „Um Streitigkeiten mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollten Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sowie für Nachtarbeit einzeln abgerechnet werden“, rät die Expertin dem Bericht zufolge zudem.

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Zuschläge: Gute Dokumentation hilft vor nachträglichen Steuerforderungen

Eine gute Dokumentation schütze vor nachträglichen Steuerforderungen, wie es in dem dpa-Bericht weiter heißt. Dabei blieben jedoch nur die Zuschläge, die neben dem Grundlohn für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit gezahlt würden, in bestimmten Grenzen steuer- und sozialversicherungsfrei, nicht der normale Lohn, schreibt dpa. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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