Gekauftes einfach umtauschen?

Wichtige Umtausch-Regel: Händler müssen Waren nur unter dieser Voraussetzung zurücknehmen

Die Weihnachtseinkäufe stehen an? Wer davon ausgeht, dass man alles umtauschen kann, liegt falsch. Händler sind zwar oft kulant, doch die Rechtslage ist eindeutig.

Die Einkaufsliste ist geschrieben, der Shopping-Bummel lief erfolgreich und die Taschen sind voller neuer Klamotten, Haushaltsgeräte und Geschenke. Doch vor allem bei Letzterem kommt es nicht selten zum Umtausch – wenn der Händler dies zulässt. Denn selbstverständlich ist der Umtausch-Service nicht in allen Fällen. Wer also nächstes Mal mit dem Kassenbon* und einem dringenden Umtausch-Anliegen in das betreffende Geschäft eilt, solle sich vorher informieren, welche Regeln beim Händler gelten.

So müssen Händler bei einfachem „Nicht-Gefallen“ ein Produkt nicht zurücknehmen, informiert die Stiftung Warentest als große deutsche Verbraucherorganisation. Die meisten großen Ketten und kleineren Einzelhändler sind zwar so kulant und nehmen Produkte auch ohne triftigen Grund zurück – verpflichtet dazu sind sie allerdings nicht. Auch die IHK München informiert, dass Kunden bei einfachem Nicht-Gefallen des Produkts kein Anrecht auf Auszahlung des Rechnungsbetrags haben: „Stellt der Kunde später fest, dass er seine Entscheidung bereut oder ihm die Ware doch nicht gefällt, muss er die Konsequenzen tragen. Ein gesetzliches Umtausch- oder Rückgaberecht besteht nicht“.

Am besten, Sie informieren sich beim Kauf, unter welchen Voraussetzungen der Händler einen Umtausch zulässt. Meist muss nur der Kaufbeleg und die ungetragene/ungenutzte Ware vorgelegt werden. Gibt ein Geschäft einen Gutschein statt Bargeld heraus, muss der Kunde das, anders als bei einem Mangel, akzeptieren, so die Stiftung Warentest.

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Wer denkt, jeder Einkauf kann innerhalb von 14 Tagen umgetauscht werden, irrt.

Verkäufer muss defekten Artikel ersetzen oder den Kaufpreis rückerstatten

Stichwort Mangel: Stellt sich erst nach dem Auspacken und Ausprobieren eines gekauften Gegenstandes heraus, dass dieser defekt ist, hat der Kunde einen Anspruch auf Reparatur oder intakten Ersatz. Das gilt nicht nur für Elektrogeräte, sondern auch für Kleidung, Smartphones, Pfannen usw., wie Stiftung Warentest informiert. Kommt der Händler dieser „Nach­erfüllung“ nicht nach, kann der Kunde vom Kauf zurück­treten und bekommt nach Rückgabe des Artikels den vollen Kaufpreis erstattet, heißt es weiter.

Generell gilt: Der Händler bestimmt im stationären Handel, unter welchen Bedingungen er Ware zurücknimmt. So schreibt die IHK: „Händler, die ihren Kunden ein Umtausch- oder Rückgaberecht einräumen, dürfen den Umfang der Kulanz einschränken“. So kann der Händler unter anderem festlegen, wie lange Kunden ein Produkt zurückgeben können oder dass ein Produkt nur im Original-Karton zurückgegeben werden darf. Auch liegt es im Ermessen des Händlers, ob er bestimmte Warengruppen vom Umtausch ausschließt, etwa Bademoden oder Kosmetik. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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