Ein Kellner bringt zwei Gästen draußen Getränke. Er trägt einen Mundschutz.
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Die Gastronomie ist eine der am härtesten von Corona betroffenen Branchen.

Restaurants geschlossen

Teil-Lockdown bis Dezember verlängert – Was bedeutet das für die Gastronomie-Branche?

Restaurants und Cafés müssen wegen der Corona-Krise weiterhin geschlossen bleiben. Ob es für Weihnachten und Silvester Ausnahmen geben wird, steht noch nicht fest.

  • Auch im Dezember wird es vorerst keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Gastronomie und Hotellerie geben.
  • Restaurants sollen voraussichtlich bis Anfang Januar geschlossen bleiben.
  • Ein Ausfall des umsatzstarken Weihnachts- und Silvestergeschäfts wäre für viele Betriebe fatal.

Update vom 26. November 2020: Am Mittwoch, den 25.11.2020, haben sich Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer auf neue Regelungen für die Zeit bis Januar geeinigt*. Die neuen Beschlüsse treffen vor allem die Gastronomie und den Einzelhandel.

Mindestens bis zum 20. Dezember wird der Teil-Lockdown bundesweit verlängert. Restaurants, Cafés und Co. müssen voraussichtlich sogar bis Anfang Januar geschlossen bleiben. Ob es für Weihnachten und Silvester Sonderregelungen geben wird, steht noch nicht fest: Bund und Länder wollen vor Weihnachten "eine weitere Überprüfung" vornehmen, heißt es im Beschlusspapier vom 25.11. Bis zum 15. Dezember wollen sich Bund und Länder erneut besprechen. Der Bund plant Finanzhilfen für betroffene Unternehmen nach Vorbild der bisherigen November-Hilfen.

Update vom 24. November 2020: Seit dem 2. November mussten Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen coronabedingt erneut schließen*. Nur Lieferung und Abholung von Speisen ist seitdem erlaubt. Am Mittwoch, den 25. November, beraten Bund und Ländern darüber, wie es ab Dezember weitergehen wird. Erste Einblicke in die Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel weisen auf eine Verlängerung des Teil-Lockdowns für die Gastronomie und Hotellerie bis mindestens zum 20. Dezember hin. Für die Branche wäre das ein harter Einschnitt: Das Winter- und Weihnachtsgeschäft ist normalerweise ein starker Umsatzbringer. Weihnachtsfeiern und Weihnachtsessen könnten bei einem verlängerten Lockdown nicht stattfinden.

Branchenverteter fordern derweil weitere Finanzhilfen vom Staat. „Aus der Novemberhilfe muss eine Winterhilfe werden“, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), gegenüber der Rheinischen Post. Bereits von März bis Ende November habe der Umsatzverlust für die Branche 32 Milliarden Euro betragen.

Corona: Restaurants und Cafés müssen ab 2. November bis Ende November erneut schließen

Update vom 29. Oktober 2020: Von Mitte März bis Ende Mai waren Gaststätten und Speiselokale geschlossen bzw. konnten sich nur mit Lieferservice und Abholungsoption der Speisen über Wasser halten. Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus haben das Gastgewerbe in Deutschland hart getroffen. Nachdem die Betriebe für einige Monate im Sommer wieder geöffnet werden konnten, kommt es nun zu einem erneuten Teil-Lockdown. Bund und Länder haben am Mittwoch (28.10.2020) neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen, um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Für die Gastronomie gilt: Ab dem 2. November bis Monatsende müssen alle Gastronomie-Betriebe wie Restaurants, Bars und Kneipen schließen. Erlaubt ist weiterhin die Lieferung und Abholung von Speisen. Kantinen dürfen geöffnet bleiben.

Coronavirus-Karte Deutschland: Die aktuelle Lage

Gastronomie in Zeiten von Corona: Servicekräfte berichten von neuem Arbeitsalltag

Ursprungsmeldung vom 30. September 2020: Besonders im Hinblick auf den Umsatz zeigt sich die Krise laut Wirtschaftswoche. Im März 2020 stürzte der Gesamtumsatz der Branche gegenüber dem Vormonat um mehr als 44 Prozent ab. Im April brach der Umsatz noch einmal um 55 Prozent gegenüber März ein. Seitdem geht es langsam wieder aufwärts, die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen zeigen sich auch im steigenden Gesamtumsatz. Doch das Vorkrisen-Niveau sei noch lange nicht erreicht, so die Wirtschaftswoche.

Gastronomiebetrieb mit Corona-Auflagen: Wie hat sich der Arbeitsalltag als Servicekraft verändert?

Auch für die Mitarbeiter im Gastgewerbe hatte der Umsatzeinbruch schwerwiegende Folgen. Einige Betriebe mussten Insolvenz anmelden. Viele Mitarbeiter verloren ihre Jobs oder wurden in Kurzarbeit geschickt. Seit rund vier Monaten dürfen Restaurants und Cafés jetzt wieder Gäste empfangen.

Wie aus einer Pressemitteilung für das Reservierungssystem resmio hervorgeht, hat sich die Arbeit für die 430.000 Beschäftigten im deutschen Gastronomieservice nachhaltig verändert. Fünf Servicekräfte aus fünf Restaurants in verschiedenen Städten wurden befragt: „Wie haben die Mitarbeitenden an vorderster Front den Neustart erlebt? Wie hat sich ihr Alltag im Restaurant durch Corona verändert?“

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Gastronomie-Alltag in Zeiten von Corona: Neue Aufgaben, aber der Spaß bleibt auf der Strecke

Viele Betriebe konnten seit März zumindest mit Lieferservices Einnahmen verbuchen, die während des Lockdowns vielerorts spontan organisiert werden mussten. Diese wurden von Kunden auch größtenteils gut angenommen. Die meisten Servicekräfte freuen sich aber auch, inzwischen wieder Gäste vor Ort bewirten zu können. Zu den neuen Aufgaben im Corona-Alltag gehören das kontinuierliche Desinfizieren der Menü-Karten und Tische sowie die Aufnahme der Kontaktdaten.

Viele zwischenmenschliche Kleinigkeiten müssen aber auf der Strecke bleiben: „Oftmals habe ich mich mit an den Tisch gesetzt, wenn eine größere Gruppe wieder getrennt zahlen wollte und ihnen noch einen Schnaps oder Espresso angeboten.“, erzählt eine Kellnerin aus Fürth. Das ginge jetzt nicht mehr.

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Corona-Schutzmaßnahmen in Restaurants und Cafés: Wie reagieren die Gäste?

Viele Gäste hätten großes Verständnis für die aktuelle Situation und fühlten sich durch die Hygienemaßnahmen gut aufgehoben, berichtet eine Kellnerin aus Potsdam laut resmio.

Das veränderte Verhalten der Besucher sieht ein Barkeeper aus Nürnberg kritischer. Er berichtet: „Wenn der Alkohol fließt, haben wir aber auch die Erfahrung gemacht, auf Unverständnis zu stoßen, wenn wir auf die Einhaltung der bekannten Regeln hingewiesen und diese durchgesetzt haben.“ Zudem habe er bemerkt, dass der eingeschränkte Kontakt zu den Gästen teilweise als unpersönlicher Service empfunden werde. Das wirke sich auch negativ aufs Trinkgeld aus. 

Im Großen und Ganzen sind alle Befragten aus der Servicebranche aktuell aber glücklicher als zu Zeiten des Shutdowns. Das Wichtigste sei immer noch ein „Lächeln im Gesicht. Denn das sieht man auch unter der Maske.” (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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