Forscher warnen

Zerkarien im Badesee: Immer mehr Fälle – Juckreiz und Quaddeln sind die Folge

Im Sommer zieht es viele Menschen an Badeseen und Flüsse. Forscher schlagen Alarm: Dort lauern Saugwürmer, die in die Haut eindringen können.

Hamburg – Kürzlich gab es einen großen Aufschrei: In einem beliebten Naturfreibad in Hamburg hat ein besorgniserregender Fall für deutschlandweites Aufsehen in den Medien gesorgt. Demnach soll dort ein Tumult entstanden sein, da sich im Wasser Zerkarien breitgemacht haben. Daraufhin seien Kinder weinend und panisch aus dem Wasser gelaufen, viele sollen heftige Hautreaktionen aufgewiesen haben. Forscher glauben, dass sich solche Fälle in Zukunft häufen werden.

Zerkarien im Badesee: Immer mehr Fälle führen zu Juckreiz und Quaddeln

Saugwürmer – oder auch Zerkarien – können bei Schwimmern und Badegästen eine Dermatitis auslösen. Sie dringen mehrere Millimeter in die Haut der Betroffenen ein. (kreiszeitung.de-Montage)

Auch in diesem Jahr sollen die Parasiten vermehrt in deutschen Badeseen und Flüssen ihr Unwesen treiben. Dabei handelt es sich um Larven des Saugwurms, die dem Landesgesundheitsamt Niedersachsen zufolge innerhalb weniger Minuten in die menschliche Haut eindringen, sich dort festsetzen und Juckreiz, gerötete Haut und Quaddeln verursachen. Das Problem daran ist, dass die Zerkarien quasi unsichtbar und mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind.

Daher könne man auch nicht vorhersagen, wo sie als Nächstes auftreten. Das wird erst spätestens dann ersichtlich, wenn Badende befallen werden. Wenn das passiert, muss umgehend das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Der einzige Anhaltspunkt ist, dass sich die Würmer über Wasservögel im flachen Gewässer verbreiten.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie im kostenlosen 24vita-Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Zerkarien im Badesee befallen auch Tiere und Menschen

Eigentlich bevorzugen die Zerkarien diese als Wirt, bohren sich in deren Haut, entwickeln sich und ihre Eier werden dann mit dem Kot der Vögel wieder ausgeschieden. Den Larven dienen normalerweise Süßwasserschnecken als Zwischenwirt, in denen sie zwei bis drei Monate ausreifen und dann als Zerkarien wieder ausschwärmen und nach Wasservögeln Ausschau halten. Auf der Suche können aber auch Menschen befallen werden.

Dort lösen sie dann im Körper eine Badedermatitis oder auch Zerkariendermatitis aus. Es bilden sich schließlich juckende, rote Hautausschläge am ganzen Körper. Je nach Immunabwehr des Betroffenen fallen diese stärker oder schwächer aus. In besonders schlimmen Fällen kann es zudem zu Fieber kommen.

Zerkarien im Badesee: Hautausschlag lästig, aber ungefährlich

Grundsätzlich ist die Badedermatitis allerdings harmlos und ihre Symptome klingen in der Regel nach zehn bis 20 Tagen wieder ab. Dennoch ist die Zunahme an Fällen besorgniserregend. Schließlich vermehren sich Zerkarien, sobald die Wassertemperaturen auf 20 Grad oder mehr steigen. Demnach ist Forschern zufolge der Klimawandel maßgeblich für die starke Verbreitung von Zerkarien sowie auch der Algenpest vielerorts verantwortlich.

Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © N. Helmer/NHM Wien/Moritz Frankenberg/dpa