Werte kontrollieren

Aufgedreht nach dem Sport? Wann Blutdruckschwankungen gefährlich werden und wie Sie effektiv vorbeugen

Zu hohe Blutdruckwerte fördern die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt. Welche Faktoren gefährliche Blutdruckschwankungen triggern, lesen Sie hier.

Der Blutdruck ist natürlichen Schwankungen ausgesetzt. Nachts fällt er bei einem gesunden Menschen ab, um vor dem Aufwachen wieder anzusteigen. Wie die Stiftung Gesundheitswissen informiert, ist ein normaler Blutdruck deshalb so wichtig, weil er dafür sorgt, dass das Blut durch unseren Körper fließt und Organe und Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Krankhaft ist ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck. Ersterer zählt zu den verbreiteten Volksleiden: rund 20 bis 30 Millionen Deutsche sind der Techniker Krankenkasse zufolge von Bluthochdruck betroffen. In vielen Fällen helfen Änderungen im Lebensstil, den Blutdruck zu normalisieren. Wenn ein Patient über Wochen sehr hohe Werte misst und bereits auf eine lange Krankheitsgeschichte zurückblickt, führt meist kein Weg an Arzneimitteln in Form von Blutdrucksenkern vorbei.

Um den Blutdruck nicht unnötig in die Höhe zu treiben, kann man viel tun. Ziel ist es, ihn im Gleichgewicht zu halten und Spitzen nach oben und unten zu vermeiden. Als normal gilt ein Blutdruck zwischen 120/80 und 130/85 mmHg. Steigen die Werte regelmäßig darüber hinaus, sprechen Mediziner von Hypertonie: der medizinische Fachbegriff für Bluthochdruck. Blutdruckspitzen können von diversen Faktoren getriggert werden.

Acht Ursachen für schwankenden Blutdruck: Deutsche Herzstiftung informiert

Folgende Faktoren können der Herzstiftung zufolge für Blutdruckschwankungen verantwortlich sein:

  • Kaffee, Schwarztee und grüner Tee: Das enthaltene Koffein bzw. Teein kann die Blutdruckwerte kurzfristig deutlich ansteigen lassen.
  • Zu wenig trinken: Ist der Körper unzureichend mit Flüssigkeit versorgt, kann er mit schwankenden Werten reagieren.
  • Zu viel Salz: Mediziner schätzen, dass rund 50 Prozent der Bluthochdruck-Patientinnen und -Patienten salzempfindlich sind, das heißt ihr Blutdruck fällt bei salzarmer Diät um etwa 5mmHg ab, so die Deutsche Herzstiftung.
  • Zu hoher Body-Mass-Index: Je Kilogramm Übergewicht soll der Blutdruck um rund 1 mmHg ansteigen, warnt die Herzstiftung.
  • Alkohol: Erst weiten Bier und Wein zwar die Gefäße und der Blutdruck sinkt kurzfristig. Dann steigt er aber an, so der Verein Diabetiker Niedersachsen. Woran das liegt, sei noch nicht genau geklärt, heißt es weiter.
  • Stress und Aufregung: Der Spruch „Ich bin auf 180“ bedeutet so viel wie „Ich bin gestresst und mein Blutdruck ist viel zu hoch deshalb“. Es ist wahr: Aufregung kann den Blutdruck enorm in die Höhe treiben.
  • Sport: Kurz nach dem Training steigen die Blutdruckwerte zwar in der Regel an, aber in der Ruhephase sinken sie wieder ab. Unter dem Strich wirkt Sport blutdrucksenkend, so die Deutsche Herzstiftung.
  • Rauchen: Auch Zigaretten oder andere Tabakprodukte triggern Blutdruckschwankungen.
Regelmäßiges Blutdruckmessen hilft dabei, zu hohe Werte rechtzeitig zu erkennen.

Das Tückische: Bluthochdruck zeigt sich in der Regel nicht durch Beschwerden. Die allerwenigsten Menschen mit Hypertonie haben Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten oder Herzschmerzen, so die Deutsche Herzstiftung. Bedenkliche Blutdruckschwankungen würden sich am besten mit der 24-Stunden-Blutdruckmessung diagnostizieren lassen, heißt es weiter. (jg)

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Rubriklistenbild: © Zeljko Dangubic/Imago