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Mehr krankmachende Zecken in Deutschland: FSME-Risikogebiete nehmen zu – schützen Sie sich

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Das Bild zeigt eine Zecke auf der Haut
Unerwünschte Begegnung: Wer viel draußen unterwegs ist, kann den Kontakt mit Zecken nicht immer vermeiden. © Marijan Murat/dpa

Besonders Erwachsene sind von schweren FSME-Verläufen betroffen. Neurologische Schäden und Spätfolgen sind möglich. Circa ein Prozent der Erkrankungen endet sogar tödlich.

Der stetige Klimawandel hat nicht nur Auswirkungen auf das Wetter in Form von Hitzewellen und vermehrten Regenperioden. Die milden Winter und wärmeren Sommer fördern die Vermehrung der Zecken, die gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Borreliose sowie das Alongshan-Virus übertragen können. Was sich laut Angaben des Robert Koch-Institus (RKI) zeigt: Die FSME-Risikogebiete in Deutschland breiten sich aus. Neben Bayern sind zunehmend Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen sowie Sachsen betroffen. Ein effektiver Zeckenschutz und präventive Maßnahmen sind daher unerlässlich, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Durch mehr Zecken steigt das FSME-Risiko – Mögliche Symptome nach einem Zeckenstich

Aufgrund steigender Temperaturen und milder Winter finden Wildtiere wie Rehe und Wildschweine, aber auch Vögel und Nagetiere mehr Nahrung und können sich besser vermehren. Diese Tiere dienen den Zecken als Wirt, von denen sie Blut saugen und sich fortpflanzen – die Zeckenpopulation wächst und damit für den Menschen auch das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, die krankmachende Erreger in sich trägt. Bei Juckreiz und Rötung an der Einstichstelle der Haut sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Spätfolgen durch FSME und auch Borreliose sind möglich.

FSME-Risikogebiete in Deutschland weiten sich aus – Vergleich zu anderen EU-Ländern

Nach Angaben des RKI werden zusehends auch FSME-Fälle im Stadtkreis Frankfurt (Oder) in Brandenburg und Landkreis Altenburger Land in Thüringen gemeldet, weswegen diese Regionen als neue Risikogebiete ausgewiesen werden. Mittlerweile gelten in Deutschland über 180 Landkreise als FSME-Risikogebiete. Das RKI verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr 2023 bereits einen Anstieg der Erkrankungsfälle um 16 Prozent (Stand: 29. Januar 2024) – Experten gehen von einer weiteren Zunahme der Infektionen aus. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass beispielsweise in Tschechien die Zahl der FSME-Erkrankungen noch höher ist. Bisher gibt es tatsächlich keine einheitliche und EU-länderübergreifende Definition für Risikogebiete, sodass die tatsächlichen Krankheitsfälle nicht vollständig erfasst sind und die Dunkelziffer an FSME-Erkrankungen in anderen Ländern Europas möglicherweise höher liegt.

Im Jahr 2023 waren 99 Prozent der gemeldeten FSME-Erkrankungen in Deutschland auf fehlende oder unzureichende Impfungen zurückzuführen. Viele Betroffene hatten entweder keine vollständige Grundimmunisierung erhalten oder die notwendigen Auffrischimpfungen versäumt. „Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte wahrscheinlich durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden“, heißt es auf der Internetseite des RKI.

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Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche

Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Wer kurzfristig einen Impfschutz benötigt, kann ein schnelles Impfschema nutzen – erkundigen Sie sich dafür bei Ihrem Hausarzt. Borreliose lässt sich durch eine antibiotische Behandlung häufig gut behandeln. Für das Alongshan-Virus gibt es bisher keine spezifische Therapie oder Impfung.

Experten empfehlen daher, beim Aufenthalt in der Natur lange Kleidung zu tragen und den Körper nach einem Spaziergang gründlich abzusuchen. Ist man tatsächlich von einer Zecke gestochen worden, sollte sie umgehend entfernt werden, rät das CRM Centrum für Reisemedizin.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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