Studie warnt vor Pessimismus

Demenz kann durch diese Gedanken ausgelöst werden - darum sollten Sie Ihr Verhalten jetzt ändern

Negative Gedanken sollen das Risiko einer Demenz erhöhen. Forscher spekulieren über mögliche Heilungsmethoden.

  • Negative Gedanken sollen Demenz* begünstigen.
  • Dieses Ergebnis haben britische Forscher in einer neuen Studie veröffentlicht.
  • Auch weitere Gründe können zu einem erhöhten Risiko einer Alzheimer-Erkrankung* führen.

Update vom 9. Juni 2020: Negative Gedanken können zu Demenz führen - neue Studie

Eine neue Studie des University College London unter der Führung von Dr. Natalie Marchant ist zu dem Ergebnis gekommen, dass häufiges negatives Nachdenken ein erhöhtes Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung verursachen kann. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden 360 Menschen im Alter von mindestens 55 Jahren untersucht. Immer wieder mussten die Versuchsteilnehmer dafür die Frage beantworten, wie sie über negative Erfahrungen nachdenken. Der Fokus lag auf der Intensität und Länge, wie über diese Erfahrungen nachgedacht wurde, etwa das längere Grübeln und sich Sorgen machen. Daneben wurden die Teilnehmer auf Depressionen und Angstsymptome getestet.

In der Auswertung der Studie fanden die Forscher heraus, dass häufiges negatives Denken ein Stressfaktor sein kann und etwa für Bluthochdruck verantwortlich ist. Stress wiederum führe zu Ablagerungen der Proteine Tau und Amyloid im Gehirn, die Demenz verursachen.

Die Forscher geben aber eine Entwarnung: Nicht jeder kurze negative Gedankengang würde sofort zu einem erhöhten Risiko für Demenz führen. Es handelt sich bei dem beobachteten Risiko eher um die chronisch negativen Denkmuster, die gefährlich werden können.

In einem nächsten Schritt muss nun herausgefunden werden, ob die Vermeidung von negativem Denken wirklich das Risiko von Demenz reduzieren kann. Die psychische Gesundheit im Alter könne entscheidend für die Behandlung von Demenz sein und auch schon in der Prävention eine wichtige Rolle spielen. Lösungsansätze für die Forscher sind psychologische Hilfsmittel wie etwa Meditation und Achtsamkeit.

Langes Grübeln über negative Gedanken ist laut einer neuen Studie nicht gesund.

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Ursprungsmeldung vom 22. Mai 2020: Optimistischer Partner soll Demenz-Risiko reduzieren

Schlechte Laune färbt ab. Wer ständig pessimistische Menschen um sich hat, der läuft Gefahr, die Ansichten zu verinnerlichen und ebenfalls schwarz zu sehen. Andersherum gilt: Wer sich mit optimistischen, entspannten Menschen umgibt, der ist in der Regel ausgeglichener und weniger pessimistisch. US-amerikanische Wissenschaftler der Michigan State University und der Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston, Massachusetts, haben sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen "schlechter" Gesellschaft beschäftigt - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Aus einer im Fachblatt "International Journal of Behavioral Development" veröffentlichten Studie leiten sie ab, dass ein optimistischer Partner eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und häufiger Aktivität fördert. Die positive Einstellung des Partners soll sogar Risikofaktoren, die eine Demenz und somit auch Alzheimer fördern, reduzieren können.

Zu den Faktoren, die die Entwicklung von Demenz begünstigen, zählen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • zu viel Alkohol
  • Einsamkeit
  • fehlende geistige Herausforderung
  • Depressionen
  • Schlafmangel

Diese Risikofaktoren können durch ärztliche Behandlung und eine Änderung des Lebensstils verhindert oder behoben werden. Selbst wer im mittleren Lebensalter erst mit einer gesunden Lebensweise beginnt*, kann vielen Krankheiten vorbeugen.

Der richtige Partner soll sogar vor Demenz schützen können.

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Positive Menschen sollen Ihre Partner lange geistig fit halten

Lange Zeit wurde angenommen, dass Demenz vor allem durch genetische Veranlagung beeinflusst wird. Doch immer mehr Studien kommen zu dem Schluss, dass der Lebensstil einer Person enormen Einfluss auf die Entwicklung von Krankheiten hat - soziale Kontakte* spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Die Grundlage für die Studie der Forscher der Michigan State University und der Harvard TH Chan School of Public Health war die Health and Retirement Study, eine nationale Studie zur US-Demografie mit einer repräsentativen Stichprobe von Menschen über 50. Fast 4.500 heterosexuelle Paare wurden befragt, um herauszufinden, ob die Partner von optimistischen Probanden kognitiv gesünder sind als andere. Auffallend war in der Auswertung, dass die Menschen, deren Partner als positiv eingestuft wurde, ein besseres Erinnerungsvermögen hatten als diejenigen, die ihren Partner als pessimistisch eingestuft hatten.

Die Forscher leiteten aus ihrer Studie ab, dass ein positiver Partner geistig lange fit hält. "Wenn euer Partner optimistisch und gesund ist, kann sich das auch positiv auf eure Gesundheit auswirken", zitiert der Business Insider William Chopik, Professor für Psychologie an der Michigan State University und Koautor der Studie: "Eure Zukunft mit so einem Partner könnte tatsächlich rosiger aussehen, weil ihr vermutlich länger lebt* und von kognitiven Krankheiten verschont bleibt."

Quellen: www.businessinsider.de; onlinelibrary.wiley.com; www.alzheimer-forschung.de

Weiterlesen: Alzheimer-Forschung: Alterserkrankung breitet sich wie Infektion aus.

jg

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