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Blutdruck: Stimmen Ihre Werte wirklich? Chefärzte erklären, wie man Messfehler vermeidet

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Blutdruckmessungen können langfristig Leben retten – aber dabei gilt es Fehler zu vermeiden. Chefärzte erklären, wie man verlässliche Werte bekommt.

Jeder dritte Erwachsene hat einen zu hohen Blutdruck – aber sehr viele wissen es gar nicht. Damit gehen sie ein hohes Risiko ein, denn Hypertonie gilt als „stiller Killer“. Davor warnen Münchner Herzspezialisten und die Deutsche Herzstiftung anlässlich des Welthypertonietages am 17. Mai. Sie raten zu regelmäßigen Blutdruckkontrollen. Allerdings gilt es dabei einiges zu beachten. In unserem großen Report erklären die Ärzte, wie man verlässliche Messwerte bekommt, welche Gefahren drohen und wie man sich dagegen wappnen kann.

Porträtfoto von Professor Martin Halle
Prof. Martin Halle © TUM

Professor Martin Halle vom Uniklinikum rechts der Isar: „Erhöhter Blutdruck stresst die Hirngefäße“

Die Volkskrankheit tut nicht weh, schadet aber den Gefäßen massiv. Es drohen etwa Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen. Man kann sogar erblinden oder an Demenz erkranken. „Erhöhter Blutdruck stresst die Hirngefäße“, erläutert der Präventionsmediziner Professor Martin Halle vom Uniklinikum rechts der Isar. „Wenn Bluthochdruck mit Medikamenten effektiv behandelt wird, verringert sich das Alzheimer-Risiko laut einer Studie um 16 Prozent.“ Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz. Der Kampf gegen erhöhte Blutdruckwerte lohne sich in jedem Alter, bestätigt Professor Michael Böhm von der Herzstiftung. Er berichtet von Ergebnissen aus China. Danach war bei gut eingestelltem Bluthochdruck der geistige Abbau geringer als bei Patienten ohne Therapie.

Professor Markus Krane vom Deutschen Herzzentrum München: „Hypertonie einer der größten Risikofaktoren für ein Aortenaneurysma“

Auch eine lebensgefährliche Erweiterung der Hauptschlagader ist oft langjährigem Bluthochdruck geschuldet. „Arterielle Hypertonie zählt neben der genetischen Veranlagung zu größter Risikofaktoren für ein Aortenaneurysma“, erklärt Professor Markus Krane, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie im Deutschen Herzzentrum München.

Prof. Markus Krane leitet die Herzchirurgie im Deutschen Herzzentrum.
Spezialisiert auf die Operation von Aortenaneurysmen: Professor Markus Krane vom Deutschen Herzzentrum München. © Herzzentrum

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Präventionsmediziner rät: Ab 40 mindestens einmal im Jahr messen

„Generell sollte man ab 40 Jahren mindestens einmal im Jahr den Blutdruck messen – gerade dann, wenn man öfter mal Kopfschmerzen hat oder sich morgens häufig unausgeschlafen oder gerädert fühlt“, empfiehlt Halle.

Welche Ernährung dabei helfen kann, erhöhten Blutdruck wieder auf ein gesundes Maß zu senken, berichtet heidelberg24.de.

„Kaffee und schwarzer Tee lassen den Blutdruck steigen. Ihre erfassten Blutdruckwerte sind dann ungenau. Rauchen und Alkohol erhöhen die Werte ebenfalls. Müssen Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie vorher messen – am besten am Morgen“, rät Professor Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Herzstiftung.

Porträtfoto von Prof. Voigtländer
Prof. Thomas Voigtländer © Christian Hesselmann/ Deutsche Herzstiftung

Setzen Sie sich fünf Minuten vor der Messung hin – am besten auf einen Stuhl. Die Manschette des Messgeräts sollte auf Herzhöhe liegen und nicht über der Kleidung getragen werden. Sitzt die Manschette am Oberarm zu tief, ist der Messwert zu hoch. Wenn der Messpunkt über dem Herzen liegt, kommt ein zu niedriger Wert heraus. „Ein Finger sollte noch zwischen Manschette und Arm passen. Reden, Lachen, Musik, lautes Fernsehen sollten Sie während der Messung vermeiden“, so Voigtländer weiter. Schlagen Sie Ihre Beine nicht übereinander.

So oft müssen Sie messen

Wie oft sollte man den Blutdruck messen? Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt allen Erwachsenen folgende Zeitintervalle: bei optimalen Blutdruckwerten (unter 120 mmHg/80 mmHg) mindestens alle fünf Jahre, bei normalen Werten (120-129/80-84) alle drei Jahre, bei hochnormalem Blutdruck (130-139/85-89) mindestens einmal im Jahr und bei Bluthochdruck Grad 1 (ab 140/ab 90) regelmäßig zu Hause.

„Messen Sie den Blutdruck an beiden Armen“, erklärt Voigtländer. „Schauen Sie dann, an welchem Arm Ihre Werte höher sind. Dort führen Sie alle folgenden Messungen durch. Unterschiede bis zu 20 mmHg sind normal. Herzexperten empfehlen zudem, den Blutdruck drei Mal in Folge mit je etwa einer halben Minute Pause dazwischen zu messen. Maßgeblich ist der Durchschnittswert der letzten beiden Messungen.“

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