Nahrungsergänzungsmittel versprechen oft mehr als sie halten können: Was Sie über Mittel gegen geistigen Abbau wissen sollten.
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Nahrungsergänzungsmittel versprechen oft mehr als sie halten können: Was Sie über Mittel gegen geistigen Abbau wissen sollten.

Experten warnen

Nahrungsergänzungsmittel: So gefährlich können Überdosierungen werden

Nahrungsergänzungsmittel sollen eigentlich eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Doch Experten warnen vor einer Überdosierung.

In Drogeriemärkten sind die Regale voll davon: Nahrungsergänzungsmittel* versprechen, wichtige Vitamine und Mineralstoffe zu enthalten, die wir sonst nicht ausreichend über die Nahrung aufnehmen würden. In der Regel sollten Menschen, die sich ausgewogen ernähren, keine zusätzlichen Mittel benötigen. Viele denken sich aber vermutlich: Schaden kann's nicht.

Doch diese Annahme ist falsch. Tatsächlich können Überdosierungen von Nahrungsergänzungsmitteln gesundheitliche Folgen haben.

Überdosierungen bei Nahrungsergänzungsmitteln: Diese Nebenwirkungen können entstehen

Ernährungsexperten zufolge drohe bei vielen Substanzen eine schädliche Überdosierung. Das berichtet der NDR. Im schlimmsten Fall können dauerhaft bleibende körperliche Schäden entstehen. Bei folgenden Nahrungsergänzungsmitteln können sich demnach gefährliche Nebenwirkungen entfalten:

  • Vitamin A: Unter einer dauerhaften Überdosierung leidet besonders der Knochenbau. Außerdem habe eine Studie aufgezeigt, dass das Präparat bei Rauchern ab 20 Milligramm täglich das Risiko auf Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhe.
  • Vitamin D: Hierbei können Überdosierungen dazu führen, dass sich in Gefäßen und Organen Kalk ablagert. Auch Nierenschäden können entstehen und das Risiko auf Bauchspeicheldrüsenkrebs steigt. Darüber hinaus kann es bei einer Überdosierung zu Durchfall, Kopfschmerzen und Erbrechen kommen.
  • Vitamin E: Eine übermäßige Einnahme kann das Risiko auf Prostatakrebs erhöhen. Studien zufolge soll dies auch mit einer erhöhten vorzeitigen Sterblichkeit zusammenhängen.
  • Folsäure: Auch Folsäure kann bei Männern die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie an Prostatakrebs erkranken.
  • Kalium: Eine Überdosierung von Kalium kann Herzrhythmusstörungen begünstigen und in schlimmeren Fällen sogar zu einem Kreislaufkollaps führen. Menschen, die bereits an Nierenkrankheiten leiden, müssen besonders aufpassen, da ihre Nieren Kalium schlechter abbauen können.
  • Kupfer: Nahrungsergänzungsmittel mit Kupfer steigern laut einer Studie das Risiko, frühzeitig zu sterben, um bis zu 18 Prozent.
  • Selen: Eine Studie, die über sieben Jahre in den USA durchgeführt wurde, hat ergeben: Bei einer Dosierung von 200 Mikrogramm täglich kann sich das Diabetes-Risiko um 50 Prozent steigern.
  • Omega-3-Fettsäuren: Die positive Wirkung wird von Ärzten bestätigt: Omega-3-Fettsäuren sollen das Herzinfarkt-Risiko senken und entzündungshemmend wirken. Allerdings sollte man hierbei auf Lebensmittel zurückgreifen, die von sich aus Fettsäuren enthalten - etwa Fisch, Leinöl, Walnüsse oder Chiasamen. Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren seien in der Regel ungesund.

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"Health Claims"-Regularien werden von Herstellern ignoriert

Wie die Pharmazeutische Zeitung zudem berichtet, gäbe es über 2.000 Nahrungsergänzungsmittel mit den sogenannten Health Claims" – den gesundheitsbezogenen Angaben auf Verpackungen –, die über mehrere Jahre ungeprüft abgedruckt wurden. Studien, die die Gesundheitsversprechen belegen, gäbe es nicht.

Seit Juli 2007 sieht die „Nutrition and Health Claims Regulation" allerdings vor, dass die Angaben auf Packungen von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln wissenschaftlich durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüft werden.

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