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Letztes Foto mit Queen Elizabeth II.: Was steckt hinter dem dunklen Fleck auf ihrer Hand?

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Von: Franziska Kaindl

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Zwei Tage vor ihrem Tod entstehen die letzten Bilder von Queen Elizabeth II. Auffällig ist dabei ein dunkelblauer Fleck auf ihrer Hand. Woher rührt dieser?

Queen Elizabeth II. ist am 8. September im Alter von 96 Jahren auf ihrer Sommerresidenz Schloss Balmoral verstorben. Nur zwei Tage zuvor fand dort ihr letzter öffentlicher Auftritt statt, als sie die neue britische Premierministerin Liz Truss empfing. Auf den Bildern der Begegnung sticht ein dunkelblauer Fleck auf der Hand der Queen ins Auge. Schon kurz darauf entstanden Spekulationen darüber, wobei es sich bei der Verfärbung handeln könnte.

Worum handelte es sich bei dem dunkelblauen Fleck auf der Hand der Queen?

„Es ist natürlich nicht 100-prozentig gut zu erkennen“, erklärt Uta Schlossberger, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, dem Online-Portal t-online.de. „Aus meiner Erfahrung mit älteren Patienten in der Praxis ist das allerdings ein großes Hämatom. Menschen, gerade in fortgeschrittenem Alter, bekommen sehr oft Blutverdünner wie Marcumar oder Ass verschrieben.“ Diese Medikamente dienen dazu, das Herzinfarktrisiko zu senken. Gleichzeitig sei aber eine der Nebenwirkungen, dass Menschen sich schneller ein großes flächiges Hämatom zuziehen, wenn sie sich stoßen. „Oft reicht da nur ein kleiner Stoß oder Druck“, so die Medizinerin.

Queen Elizabeth II. begrüßt die neue Premierministerin Liz Truss.
Queen Elizabeth II. begrüßt die neue Premierministerin Liz Truss. © Imago

Der Berliner Handchirurg Dr. Michael Lehnert vermutet gegenüber Bild.de, dass es ich um die Folgen einer lokalen Durchblutungsstörung handeln könnte: „Denkbar ist auch ein Hämatom (Bluterguss) nach einer Infusion.“ Ähnlich sieht es der Münchner Herzspezialist Stefan Waller: „Das sieht eindeutig nach den Folgen eines intravenösen Zugangs, einer sogenannten Braunüle, aus“, so der Mediziner gegenüber Focus Online. Ein solcher Zugang dient dazu, Personen intravenös mit Medikamenten zu versorgen. „Wenn man diesen Zugang dann entfernt, kann es zu einem Hämatom kommen. Gerade bei älteren Menschen ist das häufiger der Fall, da sie sehr brüchige Blutgefäße haben, die leichter bluten.“ Auch die australische Ärztin Deb Cohen-Jones spricht gegenüber Daily Mail von einer möglichen Durchblutungsstörung der Queen, die zu Herz- oder Organversagen führen kann.

Raynaud-Phänomen, Blutergüsse, schwache Haut: Blaue Hände der Queen sorgen schon lange für Spekulationen

Bereits 2019 waren die Hände der Queen bei einem Empfang der jordanischen Königsfamilie im Buckingham Palace blau verfärbt. Ähnliches trug sich 2021 zu, als sie den britischen General Nick Carter bei sich empfand. Damals berichtete auch die britische Zeitung Metro darüber und befragte dazu den Arzt Dr. Jay Verma. Dieser erklärte: „Es könnte das Raynaud-Phänomen sein oder einfach nur sehr kalte Hände. Die violette Färbung ist auf sauerstoffarmes Blut zurückzuführen.“

Das Raynaud-Syndrom beschreibt Durchblutungsstörungen, die vor allem Finger betreffen. Meistens werden diese dann blass und kalt, auch Schmerzen oder Taubheitsgefühle sind möglich. Bezüglich der dunklen Verfärbung der Hände nennt der Allgemeinmediziner Dr. Giuseppe Aragona dem Online-Portal gleich mehrere medizinische Erklärungen: „Es könnte verschiedene Gründe geben, warum die Hände der Königin so lila sind: mangelnde Durchblutung, schwache Haut, freiliegende Venen, Blutergüsse, ein Austritt von Blut in das Gewebe unter der Haut, der die Farbe verursacht.“

Eine einwandfreie Diagnose der blauen Verfärbungen ist also nicht möglich. Ebenso wenig lässt sich sagen, dass eine intravenöse Behandlung der Queen mit ihrem Tod zusammenhängt, so Wallner. Gerade bei so alten Menschen könne ein relativ schneller Tod verschiedene Ursachen haben.

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