Ohne Seife duschen? „Sogar Urin ist wasserlöslich“ – Hautärztin plädiert für weniger Waschgel
Man spart Geld und schont die Umwelt: Duschen ohne Reinigungsprodukte hat Vorteile. Aber wird man so richtig sauber? Eine Expertin sagt: Ja.
„Man kann absolut nur mit Wasser duschen, da geht alles weg, was weg muss, von Staub über Schweiß, über Hautschüppchen. Sogar Urin ist wasserlöslich“, so Hautärztin Dr. med. Yael Adler im Interview mit dem Funknetz SWR3.
Für Menschen mit Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Personen mit sehr sensibler Haut kann die Dusche ohne waschaktive Substanzen sogar wie eine Therapie wirken. Denn ohne Kontakt mit Shampoo, Duschgel oder Seife kann sich die Haut regenerieren und die natürliche Hautbarriere bleibt erhalten. Diese schützt vor Austrocknung und balanciert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut aus.
Gesunde Haut: Dusch-Wissen im Überblick
Duschen ohne Seife: für Sie undenkbar? Dann sollten Sie Ihrer Haut zuliebe folgende Informationen berücksichtigen:
- Häufiges Duschen und Einseifen schädigt den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Diese Barriere hält schädliche Mikroorganismen fern und hilft der Haut, den Feuchtigkeitshaushalt stabil zu halten.
- Der Säureschutzmantel der Haut hat einen pH-Wert von zirka 5,5. Zustande kommt dieser durch körpereigene saure Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen. Seifen und Reinigungsprodukte, die stark vom hauttypischen pH-Wert abweichen, schaden dem natürlichen Schutzfilm. Infolge steigt das Risiko, dass Krankheitserreger wie Pilze eindringen können.
- Wer Duschgel und ähnliches verwenden will, sollte darauf achten, dass die Reinigungsprodukte einen sauren pH-Wert (um die 5) haben. Inhaltsstoffe wie synthetische Tenside auf Zucker- und Kokos-Basis eignen sich besonders gut.

- Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Schaum und Glitzer in Reinigungsprodukten sollten vermieden werden.
- Es gibt Stellen am Körper, an welchen vermehrt Talg und Schweiz produziert wird. Entsprechend sollte man seine Waschroutine anpassen: „Und wenn dann eine Waschsubstanz verwendet wird, am besten nur sparsam an den vielleicht schwitzigen Stellen wie Achseln, Leisten, Pofalte und Füße, den Rest wirklich nur mit Wasser“, so Hautärztin Yael Adler im SWR3-Interview.
- Heißes Wasser reizt die Haut und belastet Ihren Geldbeutel.
- Achten Sie darauf, Ihre Haut nicht zu überpflegen. Denn das erhöht das Risiko, Hauterkrankungen zu entwickeln. So verstopft etwa Make-up die Poren und begünstigt Pickel und die sogenannte Stewardessenkrankheit.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Juliane Gutmann sorgfältig überprüft.
