900 Kalorien täglich, um schlank zu bleiben: Warum Kalorien-Reduktion lebenswichtige Muskeln abbaut
Um schlank zu bleiben, zählen viele Kalorien. An sich ein gutes Vorgehen, um ein Gespür für die eigene Ernährung zu bekommen. Doch wer auf Dauer zu wenig isst, lebt gefährlich.
Sie möchten Ihr Wunschgewicht halten? Im Grunde ist dies für gesunde Erwachsene recht einfach: Man darf nur so viele Kalorien zu sich nehmen, wie man auch verbrennt. Dafür muss man den eigenen Grundumsatz kennen. Damit gemeint ist die Menge an Energie, die unser Körper täglich benötigt. Wie Sie Ihren Grundumsatz berechnen können, erfahren Sie hier.
Der Grundumsatz umfasst allerdings nur die Energie, die unser Körper für das Aufrechterhalten aller lebenswichtigen Funktionen benötigt. Die tägliche Bewegung fließt nicht mit ein. Wer zum Beispiel einen Grundumsatz von 2.000 Kalorien täglich hat und dazu noch eine Stunde Rad fährt, verbrennt pro Tag um die 2.500 Kalorien.
Richtwert für die tägliche Energiezufuhr
Die Techniker Krankenkasse (TK) empfiehlt Frauen, die zwischen 25 und 51 Jahre alt sind, täglich rund 1.900 Kalorien zu sich zu nehmen. Männer gleichen Alters sollten 2.400 Kalorien nicht über- oder unterschreiten, heißt es weiter. Die Werte gelten für Personen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit und einer eher passiven Freizeitgestaltung. Mit steigender körperlicher Aktivität steigen die Richtwerte entsprechend an, informiert die TK.
Doch um schlank zu bleiben, reduzieren nicht wenige Menschen dauerhaft ihre Kalorienzufuhr. Kann das gesund sein?
Weniger als 1.000 Kalorien täglich – die Folgen für den Körper
Damit wir fit, gesund und leistungsfähig bleiben, muss unser Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Dazu zählen neben den Makronährstoffen Protein, Kohlenhydrate und Fett auch Mikronährstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Diese können in der Regel nur durch ausgewogene und mengenmäßig ausreichende Ernährung zugeführt werden.

Ansonsten drohen Nährstoffmangel und damit einhergehend körperliche Beschwerden wie Haarausfall, Vergesslichkeit, Muskelkrämpfe oder Gewichtszunahme trotz Diät.
Außerdem laufen Menschen, die dauerhaft nur rund 900 Kalorien am Tag zu sich nehmen, aber rechnerisch mehr Energie bräuchten, Gefahr, lebenswichtige Muskelmasse abzubauen. Denn wenn der Körper nicht ausreichend Kalorien zugeführt bekommt, die er in Energie umwandeln kann, dann greift er auf die im Körper vorhandenen Reserven zurück. Sind vorhandene Fettpolster abgebaut, nutzt der Körper schließlich Muskelmasse zur Energiegewinnung.
In was wandelt der Körper Kalorien um?
Der Körper wandelt Kalorien in Energie für die Grundfunktionen der Lebenserhaltung um. Dazu zählt die Atmung, der Herzschlag, die Verdauung und die Gehirnaktivität. Außerdem benötigen wir Kalorien aus der Nahrung, um die Körpertemperatur stabil zu halten. Auch die Muskelaktivität, etwa beim Sport, kann nur optimal genutzt werden, wenn wir ausreichend Energie zur Verfügung haben.
Zeichen, dass Sie zu wenige Kalorien aufnehmen
Anzeichen, die auf eine chronische Unterversorgung hinweisen sind brüchige Nägel, dauerhafte Müdigkeit, Haarausfall und das Ausbleiben der Periode bei Frauen. Auch ein sehr niedriges Gewicht sollte Anlass sein, die Kalorienzufuhr zu erhöhen. Wer ständig kalte Hände und Füße hat, nimmt wahrscheinlich ebenfalls zu wenig Energie in Form von Nahrung auf. Der Körper nutzt die wenig zugeführte Energie vorwiegend, um lebenswichtige Organe zu durchbluten. Für die Durchblutung der Extremitäten steht keine Energie mehr zur Verfügung. Eine schlechte Durchblutung ist nicht nur unangenehm, sie ist auch gefährlich, weil sie Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt begünstigt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
