Leiden Sie an einer „Stinknase“? Vier Warnsignale, die Sie kennen sollten

Unangenehme Gerüche aus der Nase können auf eine Erkrankung hinweisen: die Ozäna. Entdecken Sie, was hinter dieser wenig bekannten Krankheit steckt.
Die Krankheit, die als „Stinknase“ oder Ozäna bekannt ist, betrifft hauptsächlich Frauen und jüngere Menschen. Die Leidtragenden sind von unangenehmen Gerüchen aus der Nase betroffen, die oft zuerst von den Menschen in ihrer Umgebung bemerkt werden.
Ursachen der Stinknase: Was ist Ozäna?
Ozäna entsteht durch eine Ausdehnung der Nasenhöhle. Privatdozent Dr. Jan Peter Thomas, der leitende Oberarzt der HNO-Klinik im St. Elisabeth Hospital der Universität Bochum, erläutert: „Paradoxerweise haben die Betroffenen dann trotz eines größeren Hohlraums das Gefühl, weniger gut atmen zu können“. Es gibt verschiedene Gründe für diese Ausdehnung.
Die primäre Ozäna ist durch einen Rückgang der Nasenschleimhaut gekennzeichnet. Die sekundäre Form kann durch chirurgische Eingriffe oder Krankheiten verursacht werden. Auch der übermäßige Gebrauch von Nasensprays kann zu Komplikationen führen.
Anzeichen und Symptome einer Stinknase
Die Symptome einer Stinknase sind vielseitig. Häufig berichten Betroffene von Schwierigkeiten beim Atmen durch die Nase. Dr. Thomas ergänzt: „Manche berichten auch von einem diffusen Kopfdruck“. Weitere Indikatoren können sein:
- Bildung von Krusten und Borken in der Nase
- Nasenbluten
- Eingeschränkter Geruchssinn
- Übler Geruch aus der Nase
In der erweiterten Nasenhöhle können sich Bakterien ansiedeln, die einen schleimigen Belag bilden, der für den unangenehmen Geruch verantwortlich ist.
Diagnose der Stinknase
In den meisten Fällen bestätigt eine endoskopische Untersuchung die Diagnose. Allerdings können ähnliche Symptome auch andere Ursachen haben. Bei Kindern kann zum Beispiel ein Fremdkörper in der Nase der Auslöser sein. Dr. Thomas warnt: „Wenn einem Kind übelriechender Eiter aus einem Nasenloch läuft, steckt oftmals ein eingeführter Fremdkörper wie eine Stiftkappe dahinter“. Bei Erwachsenen können Nasennebenhöhlenentzündungen oder Zahnwurzelprobleme Gerüche verursachen. In einigen Fällen ist eine Gewebeprobe erforderlich, um andere Krankheiten, wie zum Beispiel einen Tumor in der Nase, auszuschließen und die Nase auf bakterielle Infektionen zu untersuchen.
Behandlungsoptionen bei Ozäna
Die Therapie der Ozäna konzentriert sich auf die Pflege der Nase. Nasensalben und Nasenspülungen mit Salzlösungen können helfen, Krusten zu erweichen. Ein Arzt kann dann Eiter absaugen und Krusten entfernen. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika eingesetzt. Dr. Thomas rät: „Bei ausgedehnten Infektionen testet man am besten vorab am Abstrich, welches Antibiotikum wirkt“.
Selbsthilfe bei Stinknase
Es gibt einige Maßnahmen, die Betroffene selbst ergreifen können:
- Verwendung von Nasenduschen oder Salzwassernasensprays
- Täglich zwei bis drei Liter Wasser trinken
- Trockene Raumluft vermeiden, besonders im Winter
- Einnahme von Vitamin A, E und Zink
- Inhalation mit Mineralsalzlösungen
- Verwendung von Salben und Ölen für die Nasenpflege
Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann über weitere Behandlungsmöglichkeiten entscheiden. Vorsicht ist bei Nasensprays geboten: Nicht alle Nasensprays sind bei Ozäna hilfreich. Sprays mit abschwellender Wirkung können die Stinknase sogar verschlimmern. Daher ist es wichtig, die richtige Auswahl zu treffen. (jbr)
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

