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Neue Studie: Rund zehn Prozent sind arbeitssüchtig – gesundheitliche Probleme könnten drohen

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Nach der Arbeit abschalten oder nur mit schlechtem Gewissen krankmelden? Das geht einigen Menschen so. Jeder Zehnte ist laut Studie arbeitssüchtig.

Arbeit ist Arbeit und frei ist frei – das ist für einige Menschen gar nicht so einfach zu trennen. Nach Feierabend nicht mehr an die Arbeit zu denken, fällt einigen schwer. Für eine Studie wurden rund 8.000 Menschen zu ihrem Arbeitsverhalten und der Gesundheit befragt. Dabei ist herausgekommen – jeder Zehnte hat Schwierigkeiten.

Arbeitssucht – wie sich das eigentlich zeigt

Mann schlafend mit Laptop auf der Couch.
Noch spät abends nach Feierabend berufliche Mails beantworten? Das kann ein Zeichen von Arbeitssucht sein. © Nomad Soul/Imago

Betroffene Personen können schnell, sehr lange und oft auch an mehreren Aufgaben parallel arbeiten. Dazu kann ein schlechter Umgang mit Feierabend hinzukommen und generell ist Freinehmen für Betroffene schwierig. Ebenso können beispielsweise spät abends noch berufliche Mail beantwortet werden. Arbeitssüchtige Menschen können nur schwer abschalten und entspannen. Das geht auf die Gesundheit.

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Arbeitssüchtig? Gesundheitliche Folgen könnten drohen

Wenn die Beziehung zur Arbeit krankhaft wird, können gesundheitliche Folgen drohen. Beispielsweise seien die Risiken für depressive Verstimmungen, Burnout oder andere psychische Leiden erhöht. Das könne zu langem Ausfall führen. Die Forscherinnen und Forscher der Studie, die von der Hans-Böckler-Stiftung in Auftrag gegeben wurde, sehen einen Grund dafür auch im Fachkräftemangel. Dieser könne bewirken, dass lange und zwanghaft gearbeitet würde.

Die Forscherinnen und Forscher haben für ihre Studie Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BBIB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus den Jahren 2017 und 2018 ausgewertet. Diese besagen, dass arbeitssüchtige Menschen sich nicht nur selbst gesundheitlich schlechter einstufen, sondern diese auch tatsächlich mehr Beschwerden hätten. Damit haben die Forscherinnen und Forscher den Zusammenhang zwischen suchthaftem Arbeiten und der Gesundheit dargestellt.

Beschwerdefreiheit innerhalb eines Jahressuchthaftes Arbeitennormales Arbeiten
8 Prozent20 Prozent

Auch die Fehltage würden laut den Forscherinnen und Forschern eine ähnliche Sprache sprechen. Rund 45 Prozent der arbeitssüchtigen Menschen hätten sich demnach an einem einzigen Tag krankgemeldet. Bei denen, die ein normaleres Verhältnis zur Arbeit pflegen, seien es 36 Prozent.

Was kann man gegen Arbeitssucht machen?

Grundsätzlich könne man an verschiedenen Baustellen arbeiten. Vor allem der Arbeitgeber kann ein Umfeld schaffen, in dem seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben. Wichtig seien nach den Forscherinnen und Forschern der Studie folgende Punkte:

Das Portal Utopia empfiehlt bei Arbeitssucht, die noch im Anfangsstadium ist, sich bewusst Räume für die Arbeit zu schaffen und diese nicht mit nach Hause zu nehmen. Ebenso sollten Sie lernen, Aufgaben zu priorisieren. Auch Aufgaben abzulehnen sollte ein Teil sein, an dem Sie arbeiten können. Nach der Arbeit wären auch Sport oder andere Entspannungsübungen denkbar. Sollte die Sucht allerdings zu groß sein, können Selbsthilfegruppen oder eine Therapie helfen.

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