Züge werden wieder voller

Trotz Coronavirus sicher Zug fahren: Neuerung der DB-App soll das möglich machen 

Aus Angst, sich mit Corona anzustecken, vermeiden viele Menschen das Zugfahren. Die Deutsche Bahn will nun mit einer Neuerung im Buchungssystem Abhilfe schaffen.

  • Wegen der Coronavirus-Pandemie* wollen viele Menschen derzeit nicht mit dem Zug fahren, aus Angst, er könnte zu voll werden.
  • Mit einer digitalen Neuerung im Buchungssystem will die Deutsche Bahn den Fahrgästen nun die Sorge nehmen.
  • Zugreisende sollen per App leichter auf weniger frequentierte Verbindungen zurückgreifen können.

Berlin - Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie reisen viel weniger Menschen - das bekommen vor allem die Branchen zu spüren, die im Tourismus und Reise-Business zu Hause sind. Neben Hotels, Gaststätten und Airlines verbucht auch die Deutsche Bahn viel weniger Passagiere als vorher, berichtet RUHR24.de*.

Deutsche Bahn

Zentrale

Berlin

Gründung

1. Januar 1994

CEO

Richard Lutz (seit März 2017)

Umsatz

ca. 42,7 Milliarden EUR

Tochterunternehmen

u.a. DB Cargo, DB Regio und DB Fernverkehr

Deutsche Bahn: 90 % weniger Fahrgäste wegen der Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen

Mit den Ausgangsbeschränkungen fuhren immer weniger Menschen mit der Bahn: Niemand konnte mehr zum Stadtbummel in die nächste City, die Pendler arbeiteten im Home-Office und der Besuch bei Freunden, Eltern und Verwandten musste erst einmal verschoben werden. Insgesamt fuhren seitdem rund 90 Prozent weniger Menschen mit der Bahn.

Nun gibt es Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen. Das regionale Fahrplanangebot der DB soll mittlerweile wieder bei 95 Prozent liegen. Doch die Deutsche Bahn möchte weiterhin überfüllte Züge verhindern, um das Ansteckungsrisiko so minimal wie möglich zu halten. Und auch weil viele Menschen Angst haben, in einem zu vollen Zug sitzen zu müssen und den Mindestabstand nicht einhalten zu können.

Coronavirus: Auslastung in Zügen der Deutschen Bahn soll schon beim Kauf gesteuert werden

Deshalb gibt es nun Neuerungen auf der Internetseite und in der App der Deutschen Bahn. Dort wird bei der Buchung einer Reise mit einem Zug der Deutschen Bahn künftig die Auslastung angezeigt - das gab es zwar schon vorher, aber die Anzeige wurde entsprechend umprogrammiert. 

So sind Züge bereits bei einer Auslastung von 50 Prozent schon voll. Der Kunde soll vor dem Kauf einen Warnhinweis bekommen, sodass der Zug nicht voll ausgelastet wird und der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden kann. Dadurch sollen Zugreisende die Möglichkeit haben, auf weniger frequentierte Verbindungen zurückgreifen zu können. (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*)

Deutsche Bahn: Ticketverkauf kann zum Schutz gestoppt werden

"Darüber hinaus wird die Zahl der Reservierungen begrenzt und bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung kann der Ticketverkauf ausgesetzt werden", schreibt die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung. Wenn also trotz der angegebenen hohen Auslastung weiterhin Tickets gebucht werden, kann der Ticketverkauf für diese Verbindung gestoppt werden.

Züge zu voll? Warnhinweis in der DB-App soll Abhilfe schaffen

Laut der Verbraucherzentrale soll die Anzeige für die Auslastung der Züge jedoch nicht immer 100-prozentig funktionieren. Sie beziehe sich nur auf die Gesamtstrecke und nicht auf einzelne Teilstrecken. Auf der Webseite der Deutschen Bahn ist allerdings zu sehen, was die einzelnen Stufen der Auslastung des Zuges* bedeuten.

Zug fahren während Corona-Krise: Vorstand hält DB für sicheres Fortbewegungsmittel

Der Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, sagte gegenüber der Tagesschau, dass er die Züge der Deutschen Bahn in Zeiten von Corona für ein sicheres Fortbewegungsmittel hält: "Die Klimaanlagen sorgten zudem für einen Luftaustausch und verringerten die Ansteckungsgefahr."

Und deshalb baut die Deutsche Bahn weiterhin ihr Angebot wieder weiter aus. So sollen bereits ab Juni wieder verschiedene IC- und ICE-Linien in die Nachbarländer fahren und ein Kurzurlaub über Pfingsten mit dem Zug möglich sein. 

Deutsche Bahn: Mund- und Nasenschutz weiterhin Pflicht in den Zügen

Weiterhin ist es Pflicht in den Zügen einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. Zudem will das Bahn-Unternehmen darauf achten, dass es im Zug und im Bahnhofsbereich sauber und hygienisch sei. So sollen Plexiglasscheiben, Desinfektionsspender, verstärkte Reinigungszyklen und kostenloses Händewaschen dafür sorgen, dass sich in der Bahn und am Bahnhof niemand ansteckt.

Auch Abstandsbodenaufkleber und Absperrbänder sollen weiterhin für die Einhaltung des Mindestabstands im Bahnhofbereichs sorgen. Für ihre Desinfektionsspender produziert die Deutsche Bahn das Desinfektionsmittel selber. So werden im DB-Umweltlabor in Kirchmöser und im Labor in München täglich insgesamt 1.600 Liter Desinfektionsmittel hergestellt. 

casi

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Rubriklistenbild: © Rainer Jensen / dpa, Daniel Bockwoldt / dpa, Collage: RUHR24

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