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Gas-Preise steigen: „In drei Monaten können Menschen ihre Rechnungen nicht mehr zahlen“

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Die Gas-Preise werden aufgrund der Gas-Knappheit wohl weiter steigen. Viele werden es sich zweimal überlegen die Heizung im Winter aufzudrehen.
Die Gas-Preise werden aufgrund der Gas-Knappheit wohl weiter steigen. Viele werden es sich zweimal überlegen die Heizung im Winter aufzudrehen. (Symbolbild) © Imago Images

Mit Blick auf die Gas-Knappheit und die steigenden Preise richtet der Chef der Bundesnetzagentur einen Appell an die Bürger; und Kritik an die Bundesregierung.

Kassel – Bei den zuletzt sommerlichen Temperaturen werden wohl nur die wenigsten schon an den Winter denken. Doch genau dazu rät Klaus Müller. Der Chef der Bundesnetzagentur mahnt davor, dass angesichts der Gasknappheit in Deutschland die kommende Heizperiode viele Menschen vor große finanzielle Probleme stellen werde.

„In drei Monaten werden Menschen ihre Rechnung nicht mehr zahlen können“, sagte Müller in einem Gespräch mit der Welt. Grund für die deutlichen Worte des Präsidenten der Bundesnetzagentur ist der Energie-Politik der Bundesregierung. Jüngst rief Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grünen) für den Gas-Notfallplan die Alarmstufe aus. Damit könnten Energieversorger nun die Gaspreise anheben. Preisgarantien gäbe es somit keine mehr.

Trotz wieder volleren Speicher zu wenig Gas für den Winter – Gas-Preise werden steigen

Das sei Grund genug, um vorauszuschauen, erklärte Müller der Welt. Der ehemalige Grünen-Politiker und einstige Umwelt- und Landschaftsministers von Schleswig-Holstein (2000-2005) appelliert an die Bürger, schon jetzt Gas sparende Maßnahmen und Vorbereitungen für den Winter vorzunehmen. Jeder zweite Gas-Boiler in den deutschen Haushalten sei falsch eingestellt und arbeite deshalb ineffizient. Für den Verbraucher wird das spätestens im Herbst eine kostspielige Fehleinstellung. Doch Verbraucher können einiges tun, um im Haushalt Gas zu sparen.

Zwar seien zuletzt die Gas-Speicher in Deutschland wieder leicht gestiegen. Doch Grund zur Freude sind die 60,26 Prozent Speicher-Kapazität wohl kaum. Müller erklärte gegenüber der Welt, dass selbst volle Speicher nicht reichen würden, um Deutschland gesichert durch den Winter zu bringen. Ganz zu schweigen von den geplanten 90 Prozent, die sich die Bundesregierung bis November zum Ziel gesetzt hat.

Fehlende Weitsicht der Bundesregierung sei Grund für Gas-Knappheit und gestiegene Gas-Preise

Müller und Co. schätzen, dass beim derzeitigen Stand, ohne Gas-Zulieferungen aus Russland, und einem durchschnittlichen Winter die Nachfrage der Deutschen gerade einmal zweieinhalb Monate gedeckt wäre. Deshalb wirft Müller gegenüber Welt der Bundesregierung fehlende Weitsicht und Versäumnisse vor. Aus Sicht des Präsidenten der Bundesnetzagentur habe man sich in Berlin in „keinster Art und Weise“ Gedanken um die Versorgungssicherheit gemacht, so die Kritik. Und das, obwohl Deutschland neben Italien europaweit am abhängigsten von Gas, vor allem aus dem Ausland, sei. (rku)

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